Anführer Ramos titelhungrig: „Wollen uns weiter übertreffen“

Die Champions-League-Kampagne 2017/18 steht vor der Tür und Real Madrid gehört mal wieder zum erlauchten Kreis der Top-Favoriten. Nach der historischen Titelverteidigung in der vergangenen Saison peilen die Königlichen selbstredend nichts Geringeres als den Titel-Hattrick an. Kapitän Sergio Ramos untermauerte in der Königsklassen-Sonderausgabe des KICKER diesen Anspruch und betonte selbstbewusst: „Wir wollen uns weiter übertreffen.“ Außerdem sprach Reals Anführer über seine Rolle als Kapitän, seine Mentorrolle für die jungen Spieler, seinen eigenen Werdegang sowie eine mögliche Wahl zum Weltfußballer.

Sergio Ramos Real Madrid

Sergio Ramos mit dem Champions-League-Pokal – Foto: Laurence Griffiths/Getty Images

„Es ist ein Privileg, Kapitän zu sein“

SERGIO RAMOS über…

…seine Rolle als Anführer des „Real Rudels“: „Ich habe das Glück, hier eine wunderbare Epoche von Real Madrid erleben zu dürfen. Das ist zugleich natürlich auch Druck, aber diesen Druck verbuche ich für mich als etwas Positives. Diese Gruppe hier gut zu führen, zu versuchen, dies auch auf die ehrlichste und gerechteste Weise zu schaffen, ist mein Ziel. Ich will überall helfen, wo es mir möglich ist. Nicht nur auf dem Platz, auch außerhalb.“

…die Gefühle während der Pokalübergabe in Cardiff: „Keine Frage, das ist eine ganz wunderbare Auszeichnung für all den Einsatz und die Opfer, die man bringt, auf persönlicher Ebene, aber auch innerhalb der Mannschaft. Wenn man dann diesen Pott hochhält, dann denkt man schon auch an all das, an all die Fans auf der ganzen Welt, die uns mit ihrer Zuneigung schon fast zudecken. Für mich ist es ein Privileg, Kapitän zu sein. Und es ist schon auch ein persönlicher Preis, der sein zu dürfen, der diesen Pokal in dem Moment hochhält, der in diesem Moment auf dem Foto festgehalten wird. Das ist ein Moment, ein Bild für das ganze Leben.“

„Für mich ist der Ramos wichtig, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt“

…die Frage, was für ihn wichtiger sei: Der Mann für die entscheidenden Tore zu sein oder der Boss der Mannschaft, der die Kollegen auch in schwierigen Momenten mitreißt: „Letzteres ist für mich auch das Wesentliche, diese Einstellung. aber für die Zuschauer sind vielleicht diese entscheidenden, oft späten Tore das Erfreulichere. Aber eigentlich muss ich sagen: Dafür ist ein Verteidiger ja nicht unbedingt da.“

…die Frage, was er als seine persönlichen Hauptaufgaben sehe: „Die Hauptaufgabe eines Abwehrspielers ist es nun mal, Ruhe und Sicherheit beim Verteidigen auszustrahlen. Darum geht es mir. Wenn man dann darüber hinaus noch, zumal in Endspielen, wichtige Tore beisteuern kann, ist das natürlich noch mal viel besser. Aber: Für mich ist der Sergio Ramos wichtig, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt und die Mannschaft mitreißt. Diese Version möchte ich vermitteln. Die Leute denken jetzt vielleicht, dass ich in Endspielen immer Tore in der letzten Minute mache. Das war ja auch mal so. Aber das wird ja auch nicht mehr so oft vorkommen.“

CAD ROTATOR 1

…die Entwicklung seiner starken Persönlichkeit: „Ich würde sagen, so etwas kommt, wenn man sich treu bleibt. Und natürlich hängt es davon ab, wie man erzogen wurde. Mein Vater hat immer sehr stark darauf Wert gelegt, wie ich erzogen wurde. Als ich noch ein kleiner Bursche war und mir die Trainer etwas sagten, was mich ärgerte, drang mein Vater immer darauf, dass ich das klärte. Mein Vater sagte mir, dass ich zum Trainer gehen und mit ihm sprechen solle. Er wollte immer, dass ich meinem Trainer sagte, was ich über die Situation dachte.“

„Weltfußballer? Würde das nicht als verrückt einstufen“

…die Vorstellung, einmal Weltfußballer zu werden und ob diese Frage verrückt sei: „Hängt davon ab. Da müsste man wirklich mal wissen, was von den meisten Leuten, die wegen dieser Auszeichnung abstimmen, wichtiger bewertet wird. In den vergangenen Jahren wurde der Titel mal an Leo Messi, mal an Cristiano Ronaldo vergeben, sie haben sich abgewechselt seit Jahren. Aber vergessen wir nicht: 2006 hat den Titel der italienische Weltmeister Fabio Cannavaro gewonnen, der war ja sogar mein Kollege bei Real Madrid. Als verrückt würde ich die Frage aufgrund des Genannten daher nicht einstufen. Ich habe während meiner Laufbahn ganz, ganz wichtige Dinge gewonnen, doch allein schon unter den drei Ausgewählten zu sein für den Weltfußballertitel, wäre wahrlich eine Auszeichnung, ein Privileg. Und wenn ich für all meine Leistungen mit dem Weltfußballertitel ausgezeichnet werden würde, also das wäre dann schon historisch.“

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…seine Rolle als Mentor für Spieler wie Jesús Vallejo oder Theo Hernández: „Durch so eine Phase sind wir alle durch. Als ich 2005 zu Real Madrid kam, habe ich von den damaligen Veteranen gelernt, Raúl und Iker Casillas zum Beispiel, die damals schon trotz ihrer Jugend längst etabliert waren, ein Jahr nach mir kam Cannavaro. Wir hatten Leute im Kader, von denen ich täglich lernen konnte. Ich versuche, dass die Adaption der Jungen so gut wie irgend möglich verläuft. Jesús kennt das Haus, ja, ist einer von uns, er kennt Real Madrid. Theo kennt den Klub weniger, aber wir werden alle versuchen, dass er sich akklimatisiert und seine beste Leistung bringen kann.“

…Cannavaro als ähnliche Bezugsperson, wie er sie nun für Vallejo und Theo darstellt: „Also, das muss man ein wenig abstrahieren, auch vor dem Hintergrund, dass die Situation bezüglich der Innenverteidiger hier immer ein wenig wie im Bordell war, wie Argentinier sagen würden (lacht), also wie im Taubenschlag. In meinen Anfangsjahren waren es, würde ich mal sagen, Stürmerstar Ronaldo und Raúl sowie Casillas, die mich am stärksten eingebunden haben, in die Abläufe, in das Miteinander in der Kabine. Roberto Carlos und Michel Salgado möchte ich an dieser Stelle auch nicht vergessen.“

 

„Der Wunsch zu triumphieren, ist nach wie vor intakt“

…die Zielsetzung für die neue Saison: „Na, ganz einfach: weiter versuchen, uns selbst zu übertreffen. Den Champions-League-Titel zu verteidigen, das ist zuvor keinem gelungen. Und wir haben in dieser Saison die Möglichkeit, weiter Geschichte zu schreiben. Um das zu schaffen, müssen wir aber auch ein bisschen vergessen, was wir erreicht haben. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. (Wir müssen) auf Reset gehen und dann mit demselben Ehrgeiz wie bisher und derselben Erwartung wieder loslegen. Ich habe hier noch viele Jahre vor mir. Klar, ich bin schon zwölf Jahre hier, aber ich habe heute fast noch mehr den Wunsch zu spielen als am ersten Tag. Den Wunsch zu spielen, zu gewinnen, den Wunsch, das Trikot des besten Vereins der Welt überzustreifen. Jede Saison muss man wieder bei Null beginnen, eine neue Seite aufschlagen und erneut anfangen, mit neuen Zielen. Auch diese Saison begannen wir wie immer mit der gewohnten Mentalität: Wir wollten sofort den europäischen Supercup gewinnen, und das ist uns gegen Europa-League-Sieger Manchester United in Skopje auch gelungen, erfreulicherweise. Die Herausforderung ist immer, das Erreichte der Vorsaison noch zu übertreffen. Wir haben Geschichte geschrieben. Aber unser Ansinnen und unser Ziel ist es, die Geschichte von Real Madrid noch größer zu machen.“

Sergio Ramos Real Madrid Vergrößern

Den UEFA Super Cup haben sich Ramos und Co. diese Saison schon gesichert – Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/Getty Images

…die Hochphase seiner Karriere im „fortgeschrittenen“ Alter von 31 Jahren: „Im Fußball weiß man nie. Aber es stimmt, die vergangene Saison war eine der besten meiner gesamten Karriere, vielleicht sogar die beste. Ich genieße es übrigens selbst auch ungemein, vor allem die großen Erfolge wie in der Champions League. Denn es bin ja ich, der diese einmaligen Momente erlebt. Bannerträger von diesem großen Verein, von Real Madrid zu sein und vielleicht auch der Nationalmannschaft, wenn man so möchte. Wenn es allein schon danach geht, habe ich große Lust, noch weiter auf gutem Niveau zu liefern. Die Erfahrung eröffnet Möglichkeiten, die dir die Jugend nicht gegeben hat. Wobei ich wiederhole: Der Wunsch zu triumphieren, der ist nach wie vor intakt. Hoffentlich kann ich auf diesem Niveau wirklich noch einige Jahre weitermachen. Seit der ‚Décima‘ denke ich immer wieder, das war jetzt meine beste Saison. Zum Glück toppe ich sie immer noch einmal. Das Wesentliche ist ja nicht, sich ein Ziel zu setzen, sondern sich klarzumachen, dass alles möglich ist und dass du es wirklich schaffen kannst.

„Die Ruhe im Verein von oben herab ist sehr erfreulich“

…die Wechselgerüchte um Cristiano Ronaldo im Sommer: „Das betrifft eine persönliche Situation, logischerweise kann ich da nicht viel sagen. Als Kollege kann ich da nicht viel zu sagen. Als Kollege kann ich nur sagen, dass es mir großen Spaß macht, immer mit den Besten zusammen zu sein. Er ist ein großartiger Fußballer und hoffentlich noch viele Jahre bei uns.“

…die Frage, ob er in der „Causa Ronaldo“ ruhig sei: „Meine Beziehung zu ihm ist sehr gut, wir sind praktisch immer in Kontakt. Also wenn es danach geht, dann bin ich sehr ruhig.“

…sein Verhältnis zu Zinédine Zidane und Florentino Pérez: „Beide sind zwei Schlüsselfiguren im Projekt der vergangenen Jahre. Wenn die Dinge richtig angegangen werden, und ich meine jetzt nicht nur auf Spielerebene, sondern eben auch was Top-Positionen wie Trainer oder noch weiter oben angeht, dann tragen alle ihren Teil dazu bei. Es ist sehr erfreulich, dass es diese Ruhe im Verein auch von oben herab gibt. Damit es keine Missverständnisse oder Probleme gibt.“

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Anführer Ramos titelhungrig: „Wollen uns weiter übertreffen“
Die Champions-League-Kampagne 2017/18 steht vor der Tür und Real Madrid gehört mal wieder zum erlauchten Kreis der Top-Favoriten. Nach der historischen Titelverteidigung in der vergangenen Saison peilen die Königlichen selbstredend nichts Geringeres als den Titel-Hattrick an. Kapitän Sergio Ramos untermauerte in der Königsklassen-Sonderausgabe des KICKER diesen Anspruch und betonte selbstbewusst: „Wir wollen uns weiter übertreffen.“ Außerdem sprach Reals Anführer über seine Rolle als Kapitän, seine Mentorrolle für die jungen Spieler, seinen eigenen Werdegang sowie eine mögliche Wahl zum Weltfußballer.
http://www.realtotal.de/anfuehrer-ramos-titelhungrig-wollen-uns-weiter-uebertreffen/
06.09.2017, 14:48
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