Benzema: „Frankreich wird merken, dass man ungerecht zu mir war“

Normalerweise würde sich Karim Benzema jetzt nach der mit Real Madrid gewonnenen Champions League gedanklich auf die Heim-EM in Frankreich vorbereiten, doch wegen der Verwicklung in die Erpressungsaffäre gegen Mathieu Valbuena wurde der 28-Jährige nicht in die Nationalmannschaft berufen. Im Interview mit der MARCA brach Benzema sein Schweigen.

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Benzema wurde Ende 2015 aus der Nationalelf ausgeschlossen – Foto: Gerard Julien/AFP/Getty Images

KARIM BENZEMA über…

…die Frage, ob er die Europameisterschaft verfolgen wird: „Ja, natürlich, denn mir gefällt der Fußball und die Europameisterschaft. Ich hätte gerne für mein Land gespielt, doch leider ist das unmöglich.

…die Frage, ob die Nicht-Nominierung der härteste Schlag seiner Karriere war: „Im Fußball ja. Die WM 2010 in Südafrika war bereits ein Schlag für mich, aber die Europameisterschaft Zuhause ist noch härter. Es ist eine der großen Enttäuschungen, die ich hatte, ohne Zweifel. Aber dann hatte ich auch im Leben schwierige Momente. Aber gut, man muss wieder aufstehen und ich will in meiner Karriere so weit wie möglich kommen.

…seine Reaktion auf die Nachricht, nicht bei der EM dabei zu sein: „Es ist hart, sehr schwierig, denn auf sportlicher Ebene hatte ich in der Mannschaft einen Platz. Dann wurden ein paar Geschichten erfunden. Es ist hart zu akzeptieren und zu vergessen, klar. Das Glück, das ich hatte, ist, dass ich Real Madrid in jedem Moment an meiner Seite spürte. Zudem habe ich die Champions League gewonnen.

…die Frage, ob er wieder für Frankreich spielen würde: „Man darf im Leben nicht nachtragend sein, sondern man muss aus den Fehlern lernen und sie, in schwierigen Momenten wie diesen, reflektieren. Jetzt bin ich ruhig, ich habe mit meinem Klub das Maximum gewonnen. Frankreich wird merken, dass man ungerecht zu mir war. Ich würde sicher wieder für Frankreich spielen. Es wurde eine Regel erfunden: nicht nominierbar, okay. Aber in sportlicher Hinsicht verstehe ich nicht, warum und in juristischer Hinsicht hat man mich nicht verurteilt. Ich bin nicht schuldig. Man muss darauf warten, was die Justiz sagt. In dem Moment, wenn ich nominierbar bin, wenn sie mich wollen, besteht von meiner Seite aus kein Problem. Mir gefällt der Fußball und mir gefällt es, für meine Nationalmannschaft zu spielen.

…die Frage, ob er glaubt, dass Didier Deschamps und der Verbandspräsident gegen ihren Willen entschieden und ob Deschamps rassistisch ist: „Nein, das denke ich nicht. Doch er knickte vor dem Druck eines rassistischen Teils von Frankreich ein. Er muss wissen, dass in Frankreich die extremistische Partei bei den letzten beiden Wahlen die zweite Runde erreichte. Ich weiß nicht, ob es nur eine Entscheidung von Didier ist, denn ich verstand mich gut mit ihm, mit dem Präsidenten. Mit allen. Ich habe mit niemandem ein Problem! Man versucht, den Leuten zu verkaufen, dass ich eine Person sei, die Probleme generiert, die Geschichten sucht, die nie glücklich ist… Das ist falsch. Ich habe in den sozialen Netzwerken mehr als 40 Millionen Fans und sie sagen, dass die Leute mich nicht mögen. Das ist lächerlich. Der Druck war groß, sicherlich, aber das ist auch die Schuld einiger Journalisten, die im Fernsehen Dinge erzählten, die nicht wahr sind. Und dann sind da diese Umfragen. Ich schaue darauf nicht so sehr, wirklich. Denn du kannst nicht 40 Millionen Anhänger haben, die dich nicht mögen. Ich weiß nicht, ob es eine Sache von Didier oder dem Präsidenten ist, aber was mir gefallen würde, ist, dass sie immer entscheiden und sich nicht unter Druck setzen lassen. Das ist nämlich das, was nach meiner Sicht scheinbar passierte. Ich bin für Frankreich und wünsche allen das Beste.

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…die Frage, ob er an den EM-Titel der „Équipe Tricolore“ glaubt: „Weiß ich nicht… Sie können sicherlich weit kommen, sie haben eine großartige Mannschaft, auch wenn ihr es etwa an Erfahrung fehlt. Doch die Gruppe ist gut, junge Leute mit Lust. Die Fans werden sie sicher unterstützen und das ist sehr gut. Sie müssen immer an der Seite der Nationalmannschaft stehen.

…die Erpressung gegen Mathieu Valbuena: „In dieser Geschichte ist die einzige Person, die weiß, was geschah und die Wahrheit kennt, Valbuena. Er hat eine Rolle gespielt und nicht die Wahrheit gespielt. Ich habe versucht, ihm zu helfen. Mehr nicht. Und die Geschichte wurde gegen mich aufgebaut. Aber es ist nichts passiert. So ist das Leben und ich weiß nur, dass wenn du Schaden anrichtest, man letzten Endes dafür bezahlt. Man kritisiert mich in Frankreich sehr – mich, meine Familie und mein Umfeld. Aber wenn ich eine schlechte Person wäre, wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin. Fünf Jahre bei Olympique Lyon, sieben bei Real Madrid, in denen ich Titel gewann.

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Benzema: „Frankreich wird merken, dass man ungerecht zu mir war“
Normalerweise würde sich Karim Benzema jetzt nach der mit Real Madrid gewonnenen Champions League gedanklich auf die Heim-EM in Frankreich vorbereiten, doch wegen der Verwicklung in die Erpressungsaffäre gegen Mathieu Valbuena wurde der 28-Jährige nicht in die Nationalmannschaft berufen. Im Interview mit der MARCA brach Benzema sein Schweigen.
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01.06.2016, 05:28
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