Die Rückrunden-Zeugnisse 2016/17: Torhüter und Abwehr

Die Spielzeit 2016/17 ist beendet und Real Madrid erlebte mit dem ersten Liga-Titel seit fünf Jahren, der historischen Verteidigung der Champions League sowie dem Gewinn des UEFA Super Cups und der Klub-WM eine geschichsträchtige Saison. Doch wie schnitten die einzelnen Akteure in der zweiten Saisonhälfte individuell ab? Die REAL TOTAL Rückrunden-Zeugnisse verraten es. Erster Teil: Torhüter und Abwehr.

(Front L-R) Real Madrid's Colombian midfielder James Rodriguez, Real Madrid's defender Dani Carvajal, Real Madrid's Brazilian defender Marcelo, Real Madrid's midfielder Lucas Vazquez, Real Madrid's Croatian midfielder Luka Modric (Back L-R) Real Madrid's Costa Rican goalkeeper Keylor Navas, Real Madrid's defender Sergio Ramos, Real Madrid's French defender Raphael Varane, Real Madrid's French forward Karim Benzema, Real Madrid's Brazilian midfielder Casemiro and Real Madrid's Portuguese forward Cristiano Ronaldo pose before the UEFA Champions League football match Real Madrid CF vs Borussia Dortmund at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid on December 7, 2016. / AFP / PIERRE-PHILIPPE MARCOU (Photo credit should read PIERRE-PHILIPPE MARCOU/AFP/Getty Images) Vergrößern

Teil eins der Rückrunden-Zeugnisse: Torhüter und Abwehr – Foto: Pierre-Philippe Marcou/AFP/Getty Images

Torhüter

Keylor Navas

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 22 / 41
Einsatzminuten: 2.010 / 3.750
Zu Null: 3 / 7
Paraden: 68 (3,0 pro 90 Minuten / 120 (2,9 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,66 / 2,73

Auch die zweite Saison des Keylor Navas als Stammtorhüter bei den Königlichen verlief nicht ohne Nebengeräusche. Nachdem der Costa-Ricaner in der Hinrunde nach seiner Verletzung zwar solide, aber nicht mehr gänzlich überragende Leistungen wie noch im Jahr zuvor gezeigt hatte, mehrten sich zu Beginn der Rückrunde die kritischen Stimmen und Rufe nach David de Gea wurden laut. Dies wirkte sich zwischenzeitlich auch merklich auf die Leistungen des Mittelamerikaners aus, der zwar immer wieder Ausreißer nach oben zeigte, in der Summe aber vergleichsweise viele (einfache) Fehler produzierte und zeitweise hochgradig verunsichert wirkte. Als es jedoch darauf ankam, war Madrids Nummer 1 pünktlich zum heißen Saisonfinale wieder in Top-Form und letztlich einer der Garanten auf dem Weg zu den zwei großen Titeln – ein Notenschnitt von 1,75 in den letzten acht Partien unterstreicht dies eindrucksvoll. Vor allem durch seine herausragenden Qualitäten auf der Linie sowie seine Stärke im Eins-gegen-Eins rettete der 30-Jährige im Schlussspurt seinen Farben so einige Spiele und erarbeitete sich so möglicherweise auch das erneute Vertrauen für die kommende Spielzeit.

FAZIT: In der Gesamtbetrachtung legte Navas sicherlich nicht die Konstanz an den Tag wie noch im Jahr zuvor. Auf der anderen Seite sollten die vereinzelten schwachen Auftritte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Costa-Ricaner trotzdem eine nicht allzu schlechte Spielzeit ablieferte, wobei er am Ende (mit dem nötigen Vertrauen?) auch eindrucksvoll bewies, wozu er fähig ist. Auf der Linie und im direkten Duell gehört der nun zweifache Champions-League-Sieger mit Sicherheit zu den Besten der Welt, was das Spiel mit dem Ball am Fuß angeht, ist ihm allerdings noch gehöriges Steigerungspotential zu attestieren. Gesamtnote: 2,73.

Kiko Casilla

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 6 / 19
Einsatzminuten: 540 / 1.762
Zu Null: 3 / 6
Paraden: 16 (2,7 pro 90 Minuten) / 49 (2,6 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,42 / 2,61

Reals zweiter Mann kam in der Rückrunde zwar nicht ganz so oft zum Zug wie noch in der ersten Saisonhälfte, auf die Leistungen von Casilla hatte dies aber keinerlei Auswirkungen. Wenn der Canterano zum Einsatz kam, strahlte er eine unbändige Ruhe aus und überzeugte sowohl auf der Linie als auch beim Mitspielen, wobei man ihm sogar Vorteile gegenüber Navas einräumen darf. Überhaupt steht der 30-Jährige seinem Positionskollegen in fast gar nichts nach und sollte eigentlich mehr als eine Nummer 1B betrachtet werden.

FAZIT: Ob es aktuell einen Top-Klub gibt, der über einen ähnlich starken Ersatztorwart verfügt? Vermutlich nicht. In Madrid sollte man sich glücklich schätzen, diesen Mann – der noch als Stammtorwart bei Espanyol Barcelona berechtigte Ambitionen in Richtung Nationalmannschaft hegte – in seinen Reihen zu haben. Auch menschlich nimmt der gebürtige Madrilene aufgrund seiner Canterano-Vergangenheit innerhalb der Mannschaft eine wichtige Stellung ein und versteht sich mit „Konkurrent“ Navas prächtig. Gesamtnote: 2,61.

Abwehr

Daniel Carvajal

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 16 / 41
Einsatzminuten: 1.414 / 3.549
Tore: 0 / 1
Assists: 6 / 12
Bälle erobert: 94 (6 pro 90 Minuten) / 236 (6 pro 90 Minuten)
Pässe: 773 (49 pro 90 Minuten) / 1.914 (48,5 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,63 / 2,8

Bedingt durch zwei größere Muskelverletzungen sammelte Reals Rechtsverteidiger zwar weniger Einsatzzeit als noch in der Hinrunde, qualitativ legte „Daniel Düsentrieb“ aber sogar nochmals eine Schippe drauf. Man kann sogar behaupten: Steht Carvajal auf dem Feld, hebt er das Spiel der Königlichen auf ein anderes Niveau. Defensiv überzeugte der Canterano Woche für Woche durch eine giftige Zweikampfführung sowie taktisches Geschick, im Spiel nach vorne waren es vor allem die Flanken und sein enormes Tempo, was die gegnerischen Teams reihenweise in große Nöte brachte. Besonders in der Königsklasse erwies sich der 25-Jährige oftmals als der vielzitierte „X-Faktor“ und leitete sowohl gegen die Bayern als auch im Finale durch entscheidende Vorlagen die Siege ein, ragte in den großen Spielen aber auch aufgrund seiner Mentalität heraus.

FAZIT: Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass das Madrider Eigengewächs nun endgültig zum weltweit Besten auf seiner Position aufgestiegen ist. Unterlagen die Leistungen des Außenspielers in der Hinrunde noch der einen oder anderen Schwankung, stimmte in der Rückserie – den Verletzungen zum Trotz – auch die Konstanz. Carvajal entspricht sowohl defensiv als auch offensiv (mit zwölf Assists befindet er sich unter der internen Top-Fünf der Vorlagengeber) dem Idealtyp des modernen Außenverteidigers und dürfte die nächsten Jahre zum Führungsspieler aufsteigen, mittelfristig ist sogar das Kapitänsamt vorstellbar. Gesamtnote: 2,8.

Danilo

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 13 / 25
Einsatzminuten: 1.137 / 2.087
Tore: 0 / 1
Assists: 2 / 3
Bälle erobert: 61 (4,8 pro 90 Minuten) / 106 (4,6 pro 90 Minuten)
Pässe: 482 (38 pro 90 Minuten) / 925 (40 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 3,08 / 3,44

Auf eine (erneut) durchwachsene Hinrunde ließ der Brasilianer eine stabile (und vom Notenschnitt auch seine beste) Halbserie folgen, wenngleich dennoch anzumerken ist, dass der ehemalige Porto-Akteur im Vergleich zu seinen Teamkollegen trotzdem immer noch ein wenig abfällt. Speziell in den letzten Wochen machte der 25-Jährige seine Sache während Carvajals verletzungsbedingter Abwesenheit gut und präsentierte sich defensiv stark verbessert, die technischen und teils taktischen Mängel in Relation zum Rest des Teams sind jedoch weiterhin offensichtlich. Nichtsdestotrotz lässt sich konstatieren, dass der athletisch hochveranlagte Südamerikaner die Rolle als Back-Up über die gesamte Rückrunde betrachtet äußerst zufriedenstellend ausfüllte und die Entwicklung eine positive Tendenz aufweist. Luft nach oben ist aber freilich noch genügend.

FAZIT: An Daniel Carvajal wird für Danilo auch in den kommenden Jahren mit ziemlicher Sicherheit kein Vorbeikommen herrschen, tritt der Brasilianer allerdings ähnlich auf wie in den letzten Wochen, verfügt man über einen mehr als soliden Back-Up. Sollte sich der Rechtsfuß für einen Verbleib in Madrid entscheiden (Inter Mailand bekundete zuletzt reges Interesse), gilt es die zuletzt gezeigten Leistungen allerdings konstant zu bestätigen. Denn: Mit Álvaro Tejero und Achraf Hakimi drängen bereits zwei Talente aus der Castilla nach oben. Gesamtnote: 3,44.

Raphaël Varane

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 13 / 39
Einsatzminuten: 1.072 / 3.382
Tore: 0 / 4
Assists: 0 / 2
Bälle erobert: 35 (2,9 pro 90 Minuten) / 198 (5,3 pro 90 Minuten)
Pässe: 500 (42 pro 90 Minuten / 1.710 (45,5 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,75 / 2,64

Zu Beginn der Rückserie richteten sich viele Augen gespannt auf Raphaël Varane und den Madridismo beschäftigte vor allem eine Frage: Wird der Franzose seine bärenstarke Hinrunde bestätigen können und endlich die bei ihm lang vermisste Kontinuität auf den Platz bringen? Leider erübrigte sich jene Frage nur wenige Spiele nach dem Jahreswechsel von selbst, da „Meister Proper“ bis auf seinen Blackout-Auftritt in Valencia zwar weiterhin gute Leistungen zeigte, infolge eines Muskelfaserrisses aber auch einen Großteil der Rückrunde zum Zuschauen gezwungen war. Umso erstaunlicher, wie scheinbar problemlos es dem 24-Jährigen gelang, nach seinem Comeback nahtlos an seine großartigen Auftritte vor der Verletzung anzuknüpfen. In typischer Varane-Manier agierte Madrids Nummer 5 als nervenstarker Ruhepol im Abwehrzentrum, der auch unter größtem Gegnerdruck stets die Ruhe bewahrte und besonders in den Luftzweikämpfen so ziemlich alles aus dem Weg räumte, was sich in die Nähe des eigenen Strafraums wagte. Im Vergleich zur ersten Saisonhälfte büßte der französische Nationalspieler zwar etwas an Torgefahr ein, verbesserte auf der anderen Seite sein defensives Stellungsspiel jedoch merklich.

FAZIT: Wäre die Verletzung nicht gewesen, könnte man beim Franzosen von einer nahezu perfekten Saison sprechen. Varane hat sich den Platz in der Innenverteidigung neben Sergio Ramos endgültig erkämpft und legte auch – sofern fit – weitaus weniger Leistungsschwankungen an den Tag als noch die letzten Jahre. Wenn man in dieser Saison einen Kritikpunkt finden möchte, dann ist es wohl die Spieleröffnung, bei welcher er ab und an etwas mehr Initiative an den Tag legen könnte. Zusammen mit Nacho der Verteidiger mit der besten Gesamtnote: 2,64.

Pepe

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 7 / 18
Einsatzminuten: 536 / 1.460
Tore: 1 / 2
Assists: 0 / 1
Bälle erobert: 41 (6,9 pro 90 Minuten) / 109 (6,7 pro 90 Minuten)
Pässe: 264 (44 pro 90 Minuten) / 802 (50 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,33 / 2,91

Nach einer von Verletzungen geplagten Hinrunde wollte Madrids Ältester nochmal richtig angreifen, doch Fortuna meinte es in dieser Spielzeit wahrlich nicht gut mit dem Europameister. Just als sich der Portugiese von seiner langwierigen Wadenverletzung erholt und so langsam wieder ins Team gefunden hatte, kam es im Derby zum folgenschweren Zusammenstoß mit Toni Kroos, was eine gebrochene Rippe sowie das Saisonaus für den dritten Kapitän zur Folge hatte. Was aufgrund der langen Ausfallzeiten in der Nachbetrachtung vielleicht etwas unter den Tisch fällt: Wenn Pepe auflief, lieferte er überwiegend extrem starke Partien ab und knüpfte nahtlos an die fantastischen Vorstellungen der Vorsaison an (2,33 ist der beste Rückrundenschnitt aller Verteidiger). Stark in der Luft, umsichtig in der Organisation und aggressiv im Zweikampf – der Portugiese zeigte alles, was einen Verteidiger auf höchstem Niveau ausmacht und bewies abermals, dass man auch mit 34 noch zur absoluten Elite gehören kann.

FAZIT: Schade, dass das Kapitel Real Madrid für den Routiner, dessen Vertrag nicht verlängert wird, mit der Derby-Blessur ein mehr als unglückliches Ende fand. Man hätte sich für den verdienten Verteidiger gerne einen anderen Abschied gewünscht, doch auch so hat Pepe, nicht zuletzt aufgrund seines Treffers im Liga-Derby, seinen Anteil an den gewonnen Titeln. Mit der Nummer 3 verlässt nicht nur einer der größten Verteidiger des letzten Jahrzehnts den Klub, sondern man verabschiedet sich auch von einer großen Persönlichkeit und einem waschechten Madridista, der stets sein letztes Hemd für den Verein gegeben hat. Danke für alles, „Krieger“! Gesamtnote: 2,91.

CAD ROTATOR 1

Sergio Ramos

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 25 / 44
Einsatzminuten: 2.248 / 3.988
Tore: 2 / 10
Assists: 1 / 3
Bälle erobert: 154 (6,2 pro 90 Minuten) / 255 (5,8 pro 90 Minuten)
Pässe: 1.333 (53 pro 90 Minuten) / 2.417 (54,5 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,9 / 2,9

Es war ein Halbjahr, das für Sergio Ramos nicht hätte typischer sein können. An guten Tagen ist der Kapitän defensiv eine Bank, eine wichtige Stütze im Spielaufbau und vor allem aufgrund seiner unbändigen Siegermentalität und Persönlichkeit unverzichtbar, an manchen Tagen wiederum bringt der leidenschaftliche Andalusier gefühlt keinen Fuß vor den anderen und produziert massenhaft Stellungsfehler oder bringt seine Teamkollegen durch unüberlegte Aktionen (wie beim Platzverweis im Clásico) in die Bredouille. Der oft beschworene Grat zwischen „Welt- und Kreisklasse“, er gehört bei Madrids Nummer 4 wohl irgendwie dazu. Wenn es darauf ankommt, liefert der gebürtige Sevillano allerdings beständig ab. In der Königsklasse gehörte der Innenverteidiger stets zu den stärksten Akteuren auf dem Platz und sprang im Achtelfinal-Rückspiel gegen Neapel auch mal wieder als Feuerwehrmann ein, als es drohte, brenzlig zu werden. Vor allem aber überzeugte Ramos in den wichtigen Spielen als absolute Führungsfigur und strahlte stets absolute Überzeugung aus.

FAZIT: In der Hinrunde noch der Mann für die wichtigen Tore, waren in der Rückserie vor allem die defensiven Qualitäten des Innenverteidigers gefragt. Zwar konnte Ramos, der die drittmeisten Minuten aller im Team sammelte, nicht immer vollends überzeugen und ließ in vermeintlich „kleinen“ Spielen auch gerne mal die nötige Konstanz vermissen, alles in allem wurde der Kapitän seiner Rolle als Anführer aber einmal mehr gerecht. In Sachen absolutem Siegeswillen kann dem 31-Jährigen ohnehin kaum jemand das Wasser reichen. Die Leistungen in den wichtigen Partie bewiesen einmal mehr: Dieser Mann ist einfach für große Spiele geboren. Gesamtnote: 2,9.

Nacho Fernández

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 21 / 39
Einsatzminuten: 1.726 / 3.199
Tore: 2 / 3
Assists: 2 / 4
Bälle erobert: 85 (4,4 pro 90 Minuten) / 169 (4,8 pro 90 Minuten)
Pässe: 
Durchschnittsnote: 2,74 / 2,64

Geduld ist eine Tugend – und davon hatte Nacho Fernández in den vergangenen Jahren jede Menge. Dieses Jahr erntete der Canterano die Früchte für sein langes Warten. Wie schon in der Hinrunde kam Reals „Mann für alle Fälle“ in zahlreichen Spielen zum Einsatz und lieferte beständig gute Leistungen ab – ganz egal ob als Innen- oder Außenverteidiger. Defensiv schnörkellos und mit überragendem Timing im Zweikampf sowie einem sicheren Aufbauspiel, entdeckte das Eigengewächs sogar ungeahnte Offensivqualitäten (zwei Tore, zwei Vorlagen), Höhepunkt war dabei sicherlich der schlitzohrige Freistoßtreffer beim 4:1 über Sevilla. Am beeindruckendsten ist und bleibt aber weiterhin die Polyvalenz des gebürtigen Madrilenen, der jede Position in der Abwehr ohne merklichen Qualitätsverlust zu bekleiden vermag. Aufgrund seiner Cantera-Vergangenheit zudem auch menschlich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, der besonders für die jungen Spieler als besonderer Bezugspunkt dient.

FAZIT: Es war definitiv das Jahr des Nacho Fernández. Wurde für seine mutige Entscheidung, trotz vielversprechender Optionen in der spanischen Hauptstadt zu bleiben, belohnt und katapultierte sich in der internen Verteidiger-Hierarchie nach oben. Schlechte Spiele lassen sich bei „Mister Zuverlässig“ in dieser Saison wahrlich an einer Hand abzählen. Ganz egal ob der Gegner in dieser Spielzeit Bayern München oder Granada hieß, auf „Nachete“ war immer Verlass – und gehörte stets zu den Besten. Zusammen mit Varane der Verteidiger mit der besten Gesamtnote: 2,64.

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Marcelo

Einsätze (Rückrunde / Gesamt): 22 / 47
Einsatzminuten: 1.872 / 3.878
Tore: 1 / 3
Assists: 8 / 14
Bälle erobert: 150 (7,2 pro 90 Minuten) / 303 (7 pro 90 Minuten)
Pässe: 951 (46 pro 90 Minuten) / 2012 (47 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 2,74 / 2,9

Reals heimlicher Spielmacher tat sich zu Beginn der Rückrunde zunächst vergleichsweise schwer und offenbarte phasenweise – möglicherweise auch aufgrund fehlender Entlastung – defensive Mängel, um zum Ende der Saison reihenweise Sahne-Auftritte folgen zu lassen. Mit dem Bayern-Rückspiel als absoluten Höhepunkt! Der Brasilianer brillierte dabei zum einen als verkappter Aufbauspieler über den Flügel, der Kroos und Modrić merklich entlastete, glänzte aber auch mit zahlreichen direkten Vorlagen (acht Assists sind der Top-Wert in der Rückrunde) und raumschaffenden Dribblings. Was aber noch mehr imponierte: Marcelo schaffte es im Saisonendspurt seine Seite auch defensiv in den Griff zu bekommen (7,2 Balleroberungen sind der Bestwert im Team) und ließ im Endspurt nur noch wenige Chancen über seine Flanke zu. In seiner Rolle als zweiter Kapitän und Spaßvogel des Star-Ensembles menschlich für diese Mannschaft ohnehin nicht zu ersetzen.

FAZIT: In der Form des Saisonendspurts wie Pendant Carvajal auf rechts wohl auch auf seiner Position das Non-Plus-Ultra, jedoch sollte man nicht vergessen, dass der Vize-Kapitän sowohl in Hin- als auch Rückrunde zeitweise mit (großen) defensiven Problemen zu kämpfen hatte (was auch den vergleichsweise „schwachen“ Gesamtschnitt von 2,9 erklärt). Gelingt es dem Lockenkopf, der mit 47 Partien die viertmeisten im Team bestritt, seine Konzentration über 90 Minuten auch gegen den Ball hoch zu halten, steht der Brasilianer über allen. Offensiv ist er so oder so über jeden Zweifel erhaben. Gesamtnote: 2,9.

Fábio Coentrão

Einsätze: 2 / 6
Einsatzminuten: 147 / 297
Tore: 0 / 0
Assists: 1 / 1
Bälle erobert: 6 (3,7 pro 90 Minuten) / 12 (3,6 pro 90 Minuten)
Pässe: 92 (56 pro 90 Minuten) / 169 (51 pro 90 Minuten)
Durchschnittsnote: 3,25 / 4

Was lässt sich in Anbetracht von lediglich einem Einsatz über 90 Minuten und zwei Drittel der Saison im Lazarett schon großartig sagen? Coentrão war auch in der Rückrunde nicht die erhoffte Entlastung für Marcelo und stellte, sofern man den Aussagen Zidanes glaubt, wohl auch das königliche Ärzteteam vor große Rätsel. In dieser Verfassung einfach nicht Leistungssport-tauglich.

FAZIT: Ein erneuter Abschied ist schon so gut wie beschlossen. Der Portugiese hat zweifelsohne seine Verdienste im Madridismo und wird als Mitglied der „Décima“-Truppe immer in Erinnerung bleiben, in der aktuellen Verfassung ist eine Trennung (ob nun temporär oder auf Dauer) allerdings unausweichlich. Gesamtnote: 4.

Real Madrids Fanartikel zu „La Duodécima“: Shirt, Cappy, Schal

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Einzelkritik
Die Rückrunden-Zeugnisse 2016/17: Torhüter und Abwehr
Die Spielzeit 2016/17 ist beendet und Real Madrid erlebte mit dem ersten Liga-Titel seit fünf Jahren, der historischen Verteidigung der Champions League sowie dem Gewinn des UEFA Super Cups und der Klub-WM eine geschichsträchtige Saison. Doch wie schnitten die einzelnen Akteure in der zweiten Saisonhälfte individuell ab? Die REAL TOTAL Rückrunden-Zeugnisse verraten es. Erster Teil: Torhüter und Abwehr.
http://www.realtotal.de/die-rueckrunden-zeugnisse-201617-torhueter-und-abwehr/
08.06.2017, 16:56
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