Erkenntnisse vor dem Liga-Auftakt: Das fiel bei Real Madrid auf

Real Madrid startet am Sonntag in die neue Liga-Saison. Um den Pflichtspiel-Auftakt handelt es sich dabei aber nicht. Nach dem Abschluss der Vorbereitung waren die Königlichen bereits beim UEFA Super Cup und bei der Supercopa de España im Einsatz. REAL TOTAL liefert Erkenntnisse.

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Real startet nun auch in die neue Liga-Saison – Foto: Javier Soriano/AFP/Getty Images

1. REAL KANN AUCH WEITERHIN OHNE RONALDO

Das Rückspiel in der Supercopa de España soll es noch nicht gewesen sein. Real Madrid muss über den Clásico im Estadio Santiago Bernabéu hinaus für weitere vier Partien in der Primera División ohne Cristiano Ronaldo auskommen. Die Wut über das Ausmaß der Sperre ist im Lager der Königlichen und erst recht beim Weltfußballer groß. Aber: Zweifel, dass die Auftaktwochen in der Liga nun in die Hose gehen könnten, sind unberechtigt. Sowohl beim UEFA Super Cup gegen Manchester United (2:1) als auch bei den beiden Duellen mit dem FC Barcelona (3:1, 2:0) hat Real gezeigt, dass es nach wie vor auch ohne Ronaldo geht. Gerade beim Supercopa-Rückspiel begeisterte das Team gegen Barça. Real ist viel mehr als nur CR7. Von den bisherigen 180 Pflichtspiel-Minuten absolvierte er nur 38.

2. ASENSIO MACHT CR7-FEHLEN ERTRÄGLICHER

Einer der Hauptgründe, weshalb Real auch ohne Ronaldo kann, trägt den Namen Marco Asensio. Der 21-Jährige knüpft nahtlos an seine Top-Leistungen aus dem Frühjahr an und erzielte gegen Barça schon zwei Traumtore, mit denen er maßgeblichen Anteil am Supercopa-Gewinn hatte und momentan so sehr für Begeisterung sorgt wie kein anderer. Und auch sonst geht im Spiel der Königlichen viel über den Linksfuß. Mit seinem hohen Tempo, seiner guten Technik und vielen richtigen Entscheidungen liefert Asensio stets ab, wenn er zum Zug kommt. Ronaldos Fehlen auf der linken Seite wird durch ihn erträglicher.

3. KOVAČIĆ WIRD NOCH WICHTIGER

Startelf im Camp Nou, Startelf im Estadio Santiago Bernabéu. Mateo Kovačić erhielt bei beiden Supercopa-Clásicos von Beginn an das Vertrauen von Zinédine Zidane – und zahlte dieses seinem Cheftrainer mit jeweils hervorragenden Leistungen zurück. Nachdem der 23-jährige Kroate Barças Galionsfigur Lionel Messi beim Hinspiel exzellent in Schach gehalten hatte, erhielt er selbige Aufgabe gleich auch beim Heimspiel gegen die Katalanen. Dort agierte Kovačić in einer für ihn noch eher ungewohnten Rolle als alleiniger „Sechser“ zentral zwischen Luka Modrić und Toni Kroos. Er bewies, dass er viel mehr kann als dynamisch nach vorne zu preschen. Kovačić erwies sich als engagierter Arbeiter, als Spielgestalter aus der Tiefe heraus. Durch seine Flexibilität steigen die Einsatzchancen. So entwickelt er sich schneller weiter. So wird er noch wichtiger, nachdem die letzte Saison schon stark war.

4. ZIDANE HÄLT AM ROTATIONSPRINZIP FEST

„Alle Spieler sind für mich wichtig“, beteuerte Zidane in der letzten Saison ein ums andere Mal. Entsprechend rotierte der Coach insbesondere im letzten Drittel der Spielzeit häufig. Der breite Kader war ein Schlüssel dafür, dass sowohl die Meisterschaft als auch die Champions League gewonnen wurde. Einen Grund, von dem Rotationsprinzip abzurücken, gibt es für Zidane nicht. Real hat auch diese Saison weitaus mehr als nur elf starke Akteure in den eigenen Reihen und ist über die Startformation hinaus wieder einmal besser aufgestellt als Titelrivale Barça. Beim Clásico im Santiago Bernabéu setzte „Zizou“ mit Gareth Bale, Isco und Carlos Casemiro sogar drei aktuelle Stammkräfte erst einmal auf die Bank, brachte dafür Lucas Vázquez, Asensio und Kovačić. Allesamt erfüllten sie ihre Aufgabe mit Bravour. Immer wieder ist nach Partien zu hören, die Wechsel würden in Sachen Qualität gar nicht wirklich auffallen. Nach der Verpflichtung von Theo Hernández bietet sich nun auch Marcelo endlich die Chance, hin und wieder zu pausieren.

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5. MAYORAL UND LLORENTE: EINE LEIHE WÄRE DAS BESTE

Kein Platz im 18er-Kader gegen Manchester, kein Platz im 18er-Kader im Supercopa-Hinspiel gegen Barça, kein Platz im Supercopa-Rückspiel gegen Barça: Die nach ihren Leihen zurückgekehrten Borja Mayoral und Marcos Llorente spielen in den Plänen von Zidane offenbar keine allzu großen Rollen. In der Vorbereitung waren beide Spanier noch zum Zug gekommen. Aber Testspiele haben eben nichts mit dem Ernstfall zu tun. Eine Chance, es bei Partien überhaupt nur mal auf die Bank zu schaffen, dürfte sich dem Duo nach dem jetzigen Stand scheinbar nur dann bieten, wenn der eine oder andere Mitspieler gesperrt oder verletzt fehlt. Beim UEFA Super Cup schaffte es selbst der hochgelobte Neuzugang Daniel Ceballos nicht in das finale Aufgebot. Mayoral und Llorente müssen jeweils mit sich selbst ausmachen, ob sie am Ende der Spielzeit mit zehn bis 20 Einsätzen – die meisten davon wohlgemerkt Kurzeinsätze – zufrieden wären. 

Llorente galt lange als künftig erster Backup für Carlos Casemiro. Sofern man nicht auf einen in der Tabelle völlig abgeschlagenen Kontrahenten trifft, wird Zidane sicherlich eher Toni Kroos auf der „Sechs“ ins Rennen schicken als Llorente. Der Deutsche spielte dort unter Carlo Ancelotti ein Jahr lang. Und wie geschildert kommt zudem nun auch Kovačić häufiger für diese Position infrage. Für die Entwicklung beider Eigengewächse der Königlichen wären erneute Leihgeschäfte sicher nicht verkehrt.

Marcos Llorente Borja Mayoral Vergrößern

Llorente und Mayoral in der Vorbereitung – Fotos: Jonathan Daniel/Getty Images

6. NUR DIE STURMSPITZE IST NICHT OPTIMAL BESETZT

Letzte Saison: Karim Benzema, Álvaro Morata, Mariano Díaz. Diese Saison: Benzema und Mayoral. Die Königlichen sehen nach Aussage von Florentino Pérez davon ab, auf die Abgänge von Morata und Mariano zu reagieren und einen Backup für Benzema zu verpflichten. Zur Verfügung steht neben dem Franzosen jetzt nur Mayoral, der beim VfL Wolfsburg enttäuschte und sportlich nicht besser werden konnte. Wie soll jemand, der ausgeliehen wurde, um sich weiterzuentwickeln, dann aber lediglich auf 21 Einsätze und zwei Tore kam, für die beste Mannschaft der Welt eine Verstärkung sein? Ronaldo möchte auf seiner linken Seite bleiben und wird ohnehin keine 60 Partien am Stück bestreiten können. Auch Benzema nicht. Viele Fans und Experten sehen bei Mayoral nicht die nötige Qualität für einen Kader-Platz beim Champions-League-Sieger. Ob Real den Angreifer nicht doch lieber noch einmal verleihen und dafür einen gestandeneren Torjäger holen sollte?

7. REAL HÄLT AN TAKTISCHER VARIABILITÄT FEST

Aus Verletzungen von Stammspielern kann man eigentlich nichts Positives ziehen. Im Fall von Gareth Bale war das aber doch der Fall. Nachdem sich der Waliser im April für einige Wochen abmelden musste, rückte Zidane hin und wieder vom gewohnten 4-3-3 ab und führte ein 4-3-1-2 mit Isco als Spielmacher ein. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Das Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Bayern München (4:2 n. V.) wurde so gewonnen, das Halbfinale gegen Atlético (3:0, 1:2) so für sich entschieden und das Endspiel gegen Juventus Turin (4:1) so klar dominiert. Auch im letzten Abschnitt der Liga spielte Real oft mit dieser taktischen Ausrichtung. Nicht selten griff Zidane im letzten Spieljahr zu dem Plan, mit einem 4-3-1-2 zu beginnen und im Laufe der zweiten Halbzeit mit den Einwechslungen von Asensio und Vázquez über ein 4-3-3 mehr über die Flügel zu kommen. Der UEFA Super Cup und die 90 Minuten im Camp Nou zeigten, dass die Madrilenen an ihrer taktischen Variabilität festhalten. Für Gegner sind sie damit noch unberechenbarer.

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Erkenntnisse vor dem Liga-Auftakt: Das fiel bei Real Madrid auf
Real Madrid startet am Sonntag in die neue Liga-Saison. Um den Pflichtspiel-Auftakt handelt es sich dabei aber nicht. Nach dem Abschluss der Vorbereitung waren die Königlichen bereits beim UEFA Super Cup und bei der Supercopa de España im Einsatz. REAL TOTAL liefert Erkenntnisse.
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19.08.2017, 19:51
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