Freunde statt Feinde: „Spanischer Nobelpreis“ für Iker und Xavi

Die Welt- und Europameister Iker Casillas und Xavi Hernández werden im Oktober gemeinsam den hoch angesehenen spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Kategorie Sport erhalten. Der stolze Real-Kapitän sprach über diese besondere Auszeichnung und ihre Bedeutung in Bezug auf das Verhältnis zwischen dem FC Barcelona und den Königlichen.

Auf dem Platz Konkurrenten, abseits aber beste Freunde: Casillas (l.) und Xavi

Casillas und Xavi erhalten Prinz-von-Asturien-Preis

OVIEDO. Spricht man von Real Madrid und dem FC Barcelona, fallen für gewöhnlich die Wörter Hass und Feindschaft. Mit dem gestrigen Tag gewann die Beziehung zwischen den beiden wohl besten Fußballvereinen der Welt aber eine völlig andere und neue Bedeutung: Es wurde bekannt, dass Real-Torhüter Iker Casillas und Barça-Spielmacher Xavi Hernández gemeinsam den hoch angesehenen Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte des Sports verliehen bekommen – für ihre Freundschaft und Kameradschaft, die sie trotz der erbitterten Rivalität beider Klubs stets pflegten. „Sie sind Vorbilder für die Jugend“, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter, der Casillas und Xavi für diese Auszeichnung vorschlug.

Als die Clásico-Duelle in der Vergangenheit auszuarten und sich insbesondere die Verhältnisse zwischen den Spielern der spanischen Nationalmannschaft zu verschlechtern schienen, bewahrten „San Iker“ und Barças Denker und Lenker kühle Köpfe und trieben eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Spielern und den beiden Vereinen entscheidend voran. Nachdem sich sogar schon Gerard Piqué und Sergio Ramos fast die Köpfe auf dem Spielfeld einschlugen, musste sich etwas ändern. Und die Bemühungen von Casillas und Xavi waren mehr als erfolgreich: Das spanische Nationalteam ist längst wieder eine Einheit und hat nach dem sensationellen WM-Triumph erneut die Europameisterschaft gewonnen. Auch die Clásicos ähneln endlich wieder fairen Fußballspielen statt Wrestlingkämpfen.

„Rivalität gehört im Sport dazu, aber…“

„Freundschaft und Kameradschaft sind in jeder Teamsportart essentiell. Iker Casillas und Xavi Hernández werden ausgezeichnet, weil sie diese Werte vor dem Hintergrund, dass die Rivalität ihrer Fußballvereine enorm ist, beispielhaft und vorbildlich verkörpern“, begründete die Jury in der nordspanischen Stadt Oviedo ihre Entscheidung. Die Prinz-von-Asturien-Preise, die im Übrigen auch Ausländer erringen können, werden jährlich in acht Kategorien verliehen. Sie gelten auch als die „spanische Version der Nobelpreise“, was ihre Bedeutung und Wichtigkeit unterstreicht. Am 26. Oktober bekommen die Gewinner die Awards im Theater Campoamor zu Oviedo überreicht.

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„Ich bin überglücklich, diesen speziellen Preis zu erhalten. Es ist eine Auszeichnung, die mir früher unerreichbar schien. Es ist kein Champions-League-Titel und kein goldener WM-Pokal, sondern eine sehr persönliche Auszeichnung, die einem zeigt, dass man in seiner Karriere neben den sportlichen Erfolgen etwas Gutes für das Wohl einer Gemeinschaft geleistet hat. Es ist eine großartige Sache“, so Casillas.

Den Mannschaftskapitän Real Madrids und der spanischen Selección freut es vor allem, zusammen mit Xavi ausgezeichnet zu werden: „2010 wurde unsere komplette Nationalmannschaft geehrt, diesmal Xavi und ich. Fußball ist ein Mannschaftssport und man muss zusammenhalten. Wir beide kennen und schätzen uns beruflich und persönlich seit 15 Jahren. Wir waren Teenager, als wir zum ersten Mal miteinander sprachen und nun sind wir Männer. Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dem Preis. Vor allem ist es ein gutes Zeichen für das Verhältnis zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, das sich nach Jahren der Spannung wieder verbessert hat. Rivalität gehört im Fußball dazu, aber man muss fair und professionell miteinander umgehen. Ohne den Zusammenhalt aller wären diese glorreichen Jahre mit der Nationalelf nicht möglich gewesen.“

„Ich will als Mensch in Erinnerung bleiben, nicht als Fußballer“

Mit 31 Jahren hat Casillas mittlerweile alles gewonnen, was man als Fußballer gewinnen kann. Zwar fehlt dem sympathischen Madrilenen noch die eine oder andere individuelle Trophäe wie zum Beispiel die des Weltfußballers, doch für ihn gibt es etwas Wichtigeres:„Titel holen und Erfolge feiern möchte jeder Sportler. Auch ich bin noch nicht satt und will mit Real Madrid noch oft an der Cibeles feiern und die nächsten großen Turniere mit der Selección gewinnen. Ich sage aber immer wieder, dass ich nicht unbedingt als erfolgreicher und guter Torhüter in Erinnerung bleiben möchte, sondern lieber als guter Mensch mit einer großen Persönlichkeit. Ich will ein Vorbild und eine Ikone für die Fans und Menschen sein.“

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Freunde statt Feinde: „Spanischer Nobelpreis“ für Iker und Xavi
Die Welt- und Europameister Iker Casillas und Xavi Hernández werden im Oktober gemeinsam den hoch angesehenen spanischen Prinz-von-Asturien-Preis in der Kategorie Sport erhalten. Der stolze Real-Kapitän sprach über diese besondere Auszeichnung und ihre Bedeutung in Bezug auf das Verhältnis zwischen dem FC Barcelona und den Königlichen.
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06.09.2012, 12:47

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