Kein Derby wie jedes andere: Trotzt Real im Wanda dem Liga-Frust?

Um sich überhaupt noch einen Funken Hoffnung auf die zweite nationale Meisterschaft in Folge machen zu können, ist Real Madrid im 184. Stadtderby gegen Atlético zum Siegen verdammt. Dazu brauchen die Königlichen vor allem wieder Cristiano Ronaldo und Karim Benzema in Topform. Das mittlerweile zur Gewohnheit gewordene Kräftemessen mit dem aufmüpfigen Nachbarn hat aber nicht nur ob der heiklen sportlichen Situation der Königlichen einen großen Besonderheitswert.

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Real spielt erstmals im Wanda Metropolitano – Foto: Oscar del Pozo/AFP/Getty Images

Die Ausgangslage

MADRID. Ein Derby spielt man nicht. Ein Derby gewinnt man. Worte, die bei Real Madrid dieser Tage häufig fallen. Vielleicht auch deshalb, weil Zinédine Zidane und seine Mannschaft im 184. offiziellen Duell mit Atlético (20:45 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker und bei DAZN) so sehr zum Siegen verdammt sind wie schon lange nicht mehr. Sie weigern sich nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zwar noch, von einer Krise zu sprechen. Diese könnte – und dessen sind sie sich auch in Valdebebas durchaus bewusst – aber ausbrechen, wenn der spanische Meister noch einmal stolpert. Daran ändert auch der 3:0-Pflichtsieg gegen Las Palmas vor der Länderspielpause wenig. Denn: Im Falle einer Niederlage bei den rauen Matratzenmachern aus dem Süden Madrids würden die Königlichen dem Spitzenreiter FC Barcelona die Möglichkeit gewähren, am 12. Spieltag auf elf Punkte davonzuziehen.

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Doch an dieses Szenario will niemand denken. Im Derby ist alles auf Null gestellt. Auch für Cristiano Ronaldo und Karim Benzema! Nach heftiger Kritik – teilweise sogar aus der eigenen Familie – will Reals Supersturm einfach wieder fokussiert Fußball spielen und seinem eigentlichen Ruf gerecht werden. Der Weltfußballer und sein Zulieferer aus Lyon konnten sich über eine Woche gemeinsam vorbereiten, während der Großteil des restlichen Kaders um den halben Globus reiste. Ein Vorteil, den Atlético nicht unbedingt hatte. Diego Simeone blieben nur wenige Tage Zeit zur Feinjustierung seiner Offensive. Und die hat aufgrund des schwächelnden Antoine Griezmann (nur zwei Treffer in LaLiga) zurzeit keineswegs mehr Fürsprecher als Reals Krisen-Duo. Ohnehin präsentiert sich Atlético in dieser Saison weitaus schwächer und berechenbarer als in den Vorjahren. Nur das Prunkstück Defensive funktioniert mit lediglich sechs Gegentoren wie eh und je. Den Schlüssel zum Sieg erhoffen sich Simeone und Co. aber vor allem durch den Heimvorteil zu holen. Gerade, weil Real zum ersten Mal im neuen Palast der „Rojiblancos“, dem Wanda Metropolitano, gefordert ist. Mit fast 68.000 Zuschauern finden darin über 12.000 mehr Platz als im Vicente Calderón. Auf das Zidane-Team kommt eine große Herausforderung zu. Es ist kein Derby wie jedes andere. 

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Personelles und voraussichtliche Aufstellung

Ohne Dauer-Sorgenkind Gareth Bale könnte Zidane gegen den Nachbarn fast aus dem Vollen schöpfen. Neben dem walisischen Superstar fällt mit Torhüter Keylor Navas wohl nur noch ein weiterer Stammspieler aus. Luka Modrić hatte nach den kräftezehrenden WM-Playoffs mit Kroatien zwar ein paar Wehwehchen, absolvierte das Abschlusstraining aber wie 20 andere Stars voll mit. Dani Carvajal ist nach rund sechs Wochen zurück im Kader. Der junge Achraf Hakimi muss dafür weichen, steht nicht im Aufgebot. Die Elf stellt sich nahezu von allein auf. „Zizou“ wird auf große Experimente verzichten und an dem Altbewährten festhalten.

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Reals voraussichtliche Startelf im Wanda – Grafik: REAL TOTAL

Bei Atlético stand bis zum Schluss ein Fragezeichen hinter Filipe Luis. Der Linksverteidiger rückte aber in das Aufgebot von Simeone. Trotzdem dürfte Lucas Hernández, Bruder von Real-Neuzugang Theo, zunächst den Vorzug vor dem Brasilianer erhalten. Simeone nominierte auch die zuletzt angeschlagenen Yannick Carrasco und Kévin Gameiro.

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Nach zwei Niederlagen in den letzten fünf Spielen steht Real unter Zugzwang – Grafik: REAL TOTAL

Die Stimmen zum Spiel

Zinédine Zidane: Die Mannschaft ist gut drauf.  Wir wissen um die Bedeutung der Partie, denken dabei aber nicht, dass es ein Derby, sondern ein wie immer wichtiges Spiel ist. Es geht um drei Punkte und wir werden versuchen, zu gewinnen. Es wird ein sehr umkämpftes Spiel. Ich erwarte nur, ein gutes Fußballspiel zu sehen.“

Diego Simeone (Trainer Atlético Madrid): „Wir werden auf die beste Mannschaft der Welt treffen, so wie es auch bei Barcelona war, als wir auf sie trafen. Madrid hat zweimal in Folge die Champions League gewonnen, dazu die Liga. Momentan sind sie die Besten.“

Antoine Griezmann (Stürmer Atlético Madrid): „Ein Derby ist immer wichtig – für die Mannschaft, den Klub und die Fans. Wir werden es mit großer Motivation angehen – wie immer. Mit unseren Fans im Rücken ist es für jeden Gegner schwierig, etwas gegen uns zu holen.“

Fernando Torres (Stürmer Atlético Madrid): „Gegen Real Madrid stehen immer mehr als drei Punkte auf dem Spiel. Wir wollen unser Bestes geben, um unser erstes Derby im Wanda zu gewinnen. An etwas anderes denken wir nicht.

Koke (Mittelfeldspieler Atlético Madrid): „Wir erwarten das beste Real Madrid. Sie haben in der bisherigen Saison noch nicht das gezeigt, was sie zeigen können, aber wir dürfen nicht denken, dass sie gegen uns nicht auf der Höhe sein werden. Es wird ein ausgeglichenes Spiel.

Stefan Savic (Verteidiger Atlético Madrid): „Beide Mannschaften stehen zurzeit nicht dort, wo sie stehen möchten. Aber die Meisterschaft endet nicht an diesem Samstag. Wir haben gut trainiert und uns auf dieses Derby vorbereitet. In so ein Spiel gehst du automatisch mit mehr Motivation als in jedes andere.“

Statistiken und Besonderes

  • GESAMTBILANZ: 183 Mal trafen Madrids Fußballriesen schon aufeinander. Real entschied 96 Duelle für sich, Atlético 47. Dazu gab es 40 Unentschieden. Das Torverhältnis liegt bei 320:242.
  • DAS HÄUFIGSTE DUELL: Ein „Derbi Madrileño“ ist immer etwas Besonderes, hat inzwischen aber keinen Seltenheitswert mehr. Allein in den letzten vier Jahren begegneten sich die beiden Schwergewichte 20 Mal. Mit keinem anderen Gegner bekam es Real so häufig zu tun.
  • ZIZOU VS. CHOLO: Man kennt sich, man schätzt sich. Das gilt auch für die beiden Star-Trainer. Zidane und Simeone trafen schon zu ihrer aktiven Zeit aufeinander. Erst in Italien – Zidane spielte für Juventus, Simeone für Lazio – und später in Spanien. „El Cholo“ ging häufiger (vier Mal) als „Zizou“ (drei Mal) als Sieger vom Rasen.
  • ZIDANE: Was dem Titelverteidiger Hoffnung macht, ist die bärenstarke Auswärtsbilanz unter Zidane. In LaLiga gewann Real mit dem Franzosen 27 von bislang 34 Partien in der Fremde, also 79,4 Prozent. Das schaffte noch kein anderer Trainer der Königlichen!
  • RONALDO: Der 32 Jahre alte Portugiese erlebt mit nur einem mickrigen Tor bis dato eine Liga-Saison zum Vergessen. Die Zuversicht, dass der Knoten gegen Atlético platzt, ist aber groß, schließlich gilt der Stadtrivale als einer seiner Lieblingsgegner: Ronaldo traf in 29 Derbys 21 Mal. Kein Spieler in Reals Geschichte jubelte in einem „Derbi Madrileño“ häufiger.
  • BENZEMA: Auch Ronaldos Sturmpartner spielt sehr gerne gegen Atlético. Man denke nur an das vergangene Champions-League-Halbfinale zurück, als der Franzose im Vicente Calderón drei Gegenspieler auf engstem Raum vernaschte. Benzema verpasst nahezu kein Derby. In der Liga bestritt er die letzten 14 Duelle mit den „Rojiblancos“ – zwölf davon in der Startelf.

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Um sich überhaupt noch einen Funken Hoffnung auf die zweite nationale Meisterschaft in Folge machen zu können, ist Real Madrid im 184. Stadtderby gegen Atlético zum Siegen verdammt. Dazu brauchen die Königlichen vor allem wieder Cristiano Ronaldo und Karim Benzema in Topform. Das mittlerweile zur Gewohnheit gewordene Kräftemessen mit dem aufmüpfigen Nachbarn hat aber nicht nur ob der heiklen sportlichen Situation der Königlichen einen großen Besonderheitswert.
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18.11.2017, 00:53
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