Morata, James und Co.: Bedeutet neuer Verein auch neues Glück?

Im Sommer verließen sieben unzufriedene Akteure den spanischen Rekordmeister, um mehr Spielzeiten und Anerkennung bei anderen Vereinen zu erhalten. Wie ergeht es Álvaro Morata, James Rodríguez und Co. bei ihren neuen Arbeitgebern? Für wen hat sich der Wechsel vom Edelreservisten in Madrid tatsächlich gelohnt und wer hätte besser weiterhin das weiße Trikot überstreifen sollen? REAL TOTAL gibt einen Überblick.

Álvaro Morata James Rodríguez

Letzte Saison mitverantwortlich für den Double-Gewinn, nun für ihren neuen Verein erfolgreich: Alvaro Morata und James Rodriguez – Foto: Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images

MADRID. „Natürlich fehlen uns Spieler wie James und Pepe, die letzte Saison mit ihrer Erfahrung einen Großteil zu den Erfolgen beigetragen haben.“ Diese Aussage von Cristiano Ronaldo nach der krachenden 1:3-Niederlage bei Tottenham hat gesessen. Und spricht vielen Anhängern der Königlichen aus der Seele. Allein Álvaro Morata und James Rodriguez zeigten sich letzte Saison für zusammen 34 Scorer-Punkte in LaLiga verantwortlich. Insbesondere die Stärke von der Bank sicherte den Madrilenen in der heißen Phase der Meisterschaftssaison immer wieder wichtige Punkte im Kampf um den Titel. Der harte Konkurrenzkampf katapultierte die gesamte Mannschaft insgesamt auf ein anderes Level. Aufgrund mangelnder Einsatzzeiten und möglicherweise auch unzureichender Anerkennung entschlossen sich trotzdem sieben Akteure, den Verein für eine persönlich bessere sportliche Perspektive zu verlassen, was für einen Verkaufsrekord an der Concha Espina sorgte.

Doch wie kommen die Abgänge der Sommertransferperiode bei ihren neuen Arbeitgebern zurecht? Für wen hat sich der Abschied vom amtierenden Champions League-Sieger bisher bezahlt gemacht? REAL TOTAL wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der im Sommer abgewanderten Spieler bei ihren neuen Vereinen. 

Pepe (Beşiktaş)

Pepe bei seiner wohl letzten Vertragsunterschrift in der Türkei – Foto: Besiktas

Ausgangssituation

Der beinharte Portugiese, der ganze zehn Jahre das weiße Trikot mit großem Stolz und nimmermüder Bereitschaft trug, konnte sich mit Real Madrid auf keinen neuen Vertrag einigen und verließ daraufhin sein geliebtes Madrid ablösefrei in Richtung Türkei.

Aktuelle Situation

Seine neue Heimat hat Pepe nun in Istanbul bei Beşiktaş gefunden. Dort fungiert der erfahrene Innenverteidiger als Stabilisator und Ruhepol der Viererkette. Beim Meister und aktuellen Tabellendritten der SüperLig bestritt Pepe zehn von elf möglichen Einsätzen über die vollen 90 Minuten. Dabei gelang ihm am ersten Spieltag sogar ein Treffer. In der Champions League läuft’s noch besser:Mit zehn Punkten führt man Gruppe G souverän als Erster an! So ist davon auszugehen, dass Pepe seine Karriere im Jahr 2019, zusammen mit Landsmann Ricardo Quaresma, am Bosporus ausklingen lassen wird.

Einsätze: 15
Minuten
: 1.350
Tore/Assists: 0/1

Danilo (ManCity)

Zeigt sich im Etihad deutlich formverbessert: Danilo – Foto: Stu Forster/Getty Images

Ausgangssituation

Nur zwei Spielzeiten schnürte der Brasilianer seine Treter für die Königlichen. Mit vielen Vorschusslorbeeren für 31,5 Millionen Euro vom FC Porto verpflichtet, konnte der Rechtsverteidiger zum Leidwesen vieler Madridista nur selten an seine Leistungen aus Portugal anknöpfen. Teilweise sehr vielversprechende Ansätze gingen einher mit groben Defensivschnitzern und stetig wachsender Unsicherheit. Vor allem zum Ende der letzten Saison steigerte sich Danilo zwar zunehmend, das Vertrauen der Fans schien jedoch bereits verspielt.

Aktuelle Situation

Dies rief Pep Guardiola auf den Plan, welcher Danilos Ballsicherheit, die Polyvalenz und das gute Passspiel zu schätzen wusste. Attribute, die der Katalane für seine Vorstellungen vom Fußball als essentiell betrachtet. Bei Manchester City teilt sich der 26-Jährige die Einsatzzeiten mit dem etatmäßigen Rechtsverteidiger Kyle Walker und zeigt sich deutlich selbstbewusster und sicherer in seinen Abläufen. Das Ballbesitz-versessene Spielkonzept und das Vertrauen Guardiolas scheint dem Brasilianer sichtlich Auftrieb zu verleihen. Danilo ist kaum wiederzuerkennen bei seinem neuen Arbeitgeber, auch wenn er zuletzt zugab, Madrid zu vermissen.

Einsätze: 10
Einsatzminuten
: 620
Tore/Assists: 0/1

Fábio Coentrão (Sporting Lissabon)

Fábio Coentrao Sporting

Endlich verletzungsfrei in der Heimat: Fábio Coentrão – Foto: Carlos Rodrigues/Getty Images

Ausgangssituation

Es gab wohl in den vergangenen Spielzeiten kaum einen Spieler, dem Fans und Verantwortliche der Königlichen mehr Kopfschmerzen bereitet haben als Fábio Coentrão. Unzählige größere und kleinere Verletzungen zwangen den Portugiesen wieder und wieder einen Platz auf der Tribüne einzunehmen. Ein Tapetenwechsel in Form einer Leihe schien aus Sicht aller Beteiligten die einzig sinnvolle Alternative.

Aktuelle Situation

In seiner Heimat Lissabon scheint der mittlerweile 29-Jährige seine Verletzungsanfälligkeit zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt der noch jungen Saison im Griff zu haben. Zweiter in der Liga, Dritter in der CL-Gruppenphase. Zuletzt gab es sogar ein Extralob aus Madrid für den linken Außenverteidiger. Eine Rückkehr nach Madrid nach dem Leihjahr bei Sporting liegt zwar im Bereich des Möglichen, in Theo Hernández verpflichteten die Königlichen jedoch einen legitimen Nachfolger für den etatmäßigen Linksverteidiger Marcelo. Dennoch beobachtet man die positive Entwicklung des leitgeplagten Coentrãos in Madrid mit viel Wohlwollen.

Einsätze: 11
Einsatzminuten
: 898
Tore/Assists: 0/1

James Rodríguez (FC Bayern)

James Rodríguez FC Bayern München

Spürbarer Aufwärtstrend beim Kolumbianer in den letzten Wochen, trotz Ancelotti-Abgang – Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Ausgangssituation

Nach mehreren kleineren Verletzungen konnte der Shootingstar der WM 2014 seit dem Amtsantritt von Zinédine Zidane nie mehr richtig Fuß im Team der Königlichen fassen. Trotz überragender Scorer-Quote in der abgelaufenen Saison fand sich weder im 4-3-3, noch im späteren 4-1-2-1-2 System ein adäquater Platz für den begnadeten Linksfuß. Das Fass zum Überlaufen brachte schlussendlich die Nichtnominierung für das Champions League-Endspiel gegen Juventus Turin. Ein Vereinswechsel schien nunmehr unumgänglich. Nach etlichen Spekulationen um den potentiellen neuen Arbeitgeber des 26-Jährigen, entschieden sich die Beteiligten zu einer etwas überraschenden Leihe zum deutschen Rekordmeister FC Bayern München (siehe auch: die Transfer-Details).

Aktuelle Situation

Von vielen deutschen Medien und Anhängern des FCB als „Schnäppchen des Jahres“ betitelt, setzte das Verletzungspech dem Spielmacher zu Beginn der Saison erneut zu. Obendrein entließ der Verein James’ Mentor und Förderer aus Real-Zeiten, Carlo Ancelotti, der wohl der Hauptgrund für einen Wechsel nach München darstellte. Es schienen schwere Zeiten auf James zuzukommen. Doch aller Widerstände zum Trotz spielt ihm aktuell wiederum das Verletzungspech seines Konkurrenten Thomas Müller in die Karten. James nutzte zuletzt die Gunst der Stunde und präsentierte sich in den Top-Spielen gegen Leipzig und Dortmund in guter Form. Gegen RB erzielte er das wichtige 1:0 und auch in Dortmund bewies er einmal mehr seine Qualitäten als exzellenter Vorlagengeber. Sollten sich diese Leistungen bestätigen und James von größeren Verletzungen verschont bleiben, dürfte man in Madrid noch über eine Rückkehr nachdenken, was ihm Florentino Pérez ohnehin in Aussicht stellte.

Einsätze: 10
Einsatzminuten
: 558
Tore/Assists: 2/3

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Mariano Díaz (Olympique Lyon)

Mariano Díaz Olympique Lyon

Tore satt beim neuen Arbeitgeber in Frankreich – Foto: Jean-Philippe Ksiazek/AFP/Getty Images

Ausgangssituation

Als Stürmer Nummer drei hinter Karim Benzema und Álvaro Morata standen die Chancen auf Einsatzminuten ohnehin schon schlecht. Lediglich acht Teilzeiteinsätze in LaLiga bei nur einem Torerfolg bestätigten diese Vorahnung. Nachdem die Königlichen zusätzlich noch den heiß begehrten Kylian Mbappé ins Visier nahmen, stand für Mariano ein Vereinswechsel fest. Zu schlecht waren die Aussichten auf Spielzeit in der kommenden Saison.

Aktuelle Situation

Olympique Lyon ließ sich nicht lange bitten und überwies den Blancos im Sommer vergleichsweise läppische acht Millionen Euro für die Dienste des Stürmers. Diesen Betrag dürfte der 24-Jährige mittlerweile bereits wieder zurückgezahlt haben: Neun Tore erzielte das königliche Eigengewächs in nur zwölf Ligaspielen. Ein wahrer Transfercoup für die Franzosen, die zwar keine Rückkaufoption im Vertrag verankern ließen, aber wohl dennoch mit einer Rückholaktion seitens Real Madrids rechnen müssen. Zumal der Katalane selbst vor kurzem erst öffentlich betonte, dass er weiterhin von einem Engagement in Madrid träume.

Einsätze: 15
Einsatzminuten
: 1.093
Tore/Assists: 9/0

CAD ROTATOR 1

Álvaro Morata (FC Chelsea)

Álvaro Morata FC Chelsea

Stammspieler in London: Alvaro Morata scheint endlich angekommen – Foto: Dan Mullan/Getty Images

Ausgangssituation

Der verlorene Sohn kehrte nach zwei Spielzeiten beim italienischen Branchenprimus Juventus Turin im vergangenen Sommer zurück ins Bernabéu. Dort musste er sich, wider Willen, aufs Neue hinter dem etatmäßigen Mittelstürmer Karim Benzema anstellen. Aufgrund der Verletzungsanfälligkeit des Franzosen und insbesondere in der Schlussphase der Saison sammelte Morata trotzdem etliche Einsatzzeiten. In insgesamt 1.331 Minuten verbuchte der Spanier satte 15 Tore und fünf Vorlagen. Offensichtlich zu wenig für den ambitionierten Stürmer. Der angeblich fehlende Respekt vor seiner Person und seiner Leistungsfähigkeit veranlassten den 24-Jährigen nach nur einem Jahr, seinem Kindheitstraum Real Madrid bereits wieder den Rücken zu kehren. Angeblicher O-Ton Moratas: „Es war ein Fehler nach Madrid zurückzukehren.“

Aktuelle Situation

In Befürworter Antonio Conte und dem FC Chelsea sahen Morata und sein Management die optimale Gelegenheit, die Marke und den Spieler auf ein anderes Level zu heben. Als 80 Millionen teure Stammkraft, die das volle Vertrauen des Trainers genießt, blüht der Spanier in London regelrecht auf. Sieben Tore und drei Vorlagen in zehn Premier-League-Partien stehen bereits zu Buche. Dazu besticht Morata bei seinem neuen Arbeitgeber mit physischer Präsenz, guten Ballbehauptungen und aktiver Teilnahme am Kombinationsspiel mit Eden Hazard und Co. Zuletzt gesehen und geschehen bei Chelseas 1:0-Erfolg über Manchester United an der Stamford Bridge. Siegtorschütze: Álvaro Morata.

Einsätze: 15
Einsatzminuten
: 990
Tore/Assists: 8/3

Rubén Yáñez (FC Cádiz)

Ruben Yanez Real Madrid

Neuer Arbeitgeber, altes Leid: Rubén YáñezFoto: Christof Stache/AFP/Getty Images

Ausgangssituation

Als dritter Torhüter hinter Keylor Navas und Kiko Casilla reichte es für den Spanier in der abgelaufenen Saison lediglich zu mickrigen 14 Einsatzminuten. Aller Titel und dem glitzernden Umfeld in Madrid zum Trotze entschied sich Yáñez nach seinem Vertragsende für einen Wechsel in die zweite spanische Liga.

Aktuelle Situation

Von Getafe an Cádiz verliehen, kommt der Keeper in der Segunda Division jedoch nicht wie erhofft zum Einsatz. Einzig und allein in der Copa del Rey durfte er bisher sein Können unter Beweis stellen, doch droht gegen Betis das Aus (Hinspiel: 1:2). Sein Engagement im schnieken Küstenstädtchen im spanischen Süden hat sich der 24-Jährige mit Sicherheit anders vorgestellt. Die Saison ist noch jung und Yáñez wird sich weiter gedulden müssen und auf seine Chance in den Ligapartien warten.

Einsätze: 3
Minuten: 270
Gegentore/Zu Null: 2/2

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Im Sommer verließen sieben unzufriedene Akteure den spanischen Rekordmeister, um mehr Spielzeiten und Anerkennung bei anderen Vereinen zu erhalten. Wie ergeht es Álvaro Morata, James Rodríguez und Co. bei ihren neuen Arbeitgebern? Für wen hat sich der Wechsel vom Edelreservisten in Madrid tatsächlich gelohnt und wer hätte besser weiterhin das weiße Trikot überstreifen sollen? REAL TOTAL gibt einen Überblick.
http://www.realtotal.de/morata-james-und-co-bedeutet-neuer-verein-auch-neues-glueck/
10.11.2017, 09:48
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