No Country for Old Men

Nach fast zehn Jahren im Dienste Real Madrids versucht Pepe die Königlichen in ein schlechtes Licht zu rücken. REAL TOTAL-Chefredakteur Nils Kern zeigt, dass es dazu keinen Grund gibt und der mit 34 Jahren Älteste bei Real auch selbst schuld an seinem Schicksal ist.

DORTMUND, GERMANY - OCTOBER 24: Pepe of Madird reacts during the UEFA Champions League group D match between Borussia Dortmund and Real Madrid at Signal Iduna Parkon October 24, 2012 in Dortmund, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images) Vergrößern

Mit seinen Aussagen beschmutzt Pepe sein eigenes Denkmal – Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Kein neuer Vertrag: Real bot ein, Pepe wollte zwei Jahre

MADRID. Jetzt herrscht Gewissheit: Pepe wird Real Madrid verlassen. Am 25. August hätte er sein Zehnjähriges erleben können, doch dazu wird es nicht kommen, auch weil der portugiesische Routinier selbst nicht will!

Real bot eines, Pepe wollte zwei Jahre. Kein Übereinkommen. So ist das nunmal bei Geschäftsbeziehungen, und so wird der Vertrag des Mannes, welcher am 25. August 2007 für die Königlichen debütierte, am 30. Juni 2017 auslaufen. Mit 34 Jahren ist Képler Laveran Lima Ferreira der Älteste in Zinédine Zidanes 24-köpfigen Kader und schon vor drei Monaten schrieb ich die unbequeme Wahrheit: Dass Pepes Abgang, um der Zukunft des Vereins Willen, sinnvoll und nur noch ein Jahr drin sei – sofern man auf die Zukunft in Person von Jesús Vallejo setzen wolle. Andernfalls würden sich in den nächsten zwei Jahren fünf Innenverteidiger um zwei Positionen streiten. Die Klub-Ikone muss gehen, damit andere bleiben oder kommen können!

Im modernen Fußball ist wenig Platz für Romantik

So ist der Kreis des Lebens nunmal. Die Fußball- ist keine Musikindustrie, in der die „Rolling Stones“ sich nach über 50 Jahren auf der Bühne noch immer feiern lassen können. Im Fußball geht es vielmehr um Leistung, um Verträge, da hat Romantik keinen Platz mehr. Francesco Totti stellt da eine kleine, moderne Ausnahme dar. Doch egal ob Xavi, Steven Gerrard, Frank Lampard, Raúl oder Iker Casillas – traumhafte Karriereenden sind heutzutage nicht mehr realistisch. Sofern sie das jemals waren, wenn man daran denkt, wie selbst Real-Legenden wie Emilio Butragueño oder Alfredo Di Stéfano ihr Glück noch woanders suchten. Pepe ist der nächste und wer weiß, was mal mit Sergio Ramos passieren wird.

Kein Abschied? Schade, aber Pepe ist auch selbst schuld

Dass der Europameister nun meint, leicht nachtreten zu müssen, ist schade. Genauso schade, wie ein ausbleibender Abschiedsakt im Rahmen der letzten Feierlichkeiten (möglicherweise Absicht und des Spielers Willen, wie bei Casillas auch). Kann ja noch kommen, doch das zeigt auch: Hinter den Kulissen dürfte einiges im Argen liegen. Aber das ist nicht nur die Schuld des „bösen“ Vereins. Dass ihn Real Madrid bei dem Steuerfall nicht verteidigte, hat ihm „sehr wehgetan“? Und als ihn 2009 die komplette Fußballwelt nach einem zehn-Spiele-Sperre-Foul auf den Scheiterhaufen schicken wollte, aber Madrid am damals noch heißspornigen Raubein festhielt, auch?

Pepes beste Szenen | Alle Videos

Real Madrid's Portuguese defender Pepe celebrates after scoring their second team goal during the Spanish league football match Real Madrid CF vs FC Barcelona at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid on October 25, 2014.   AFP PHOTO/ JAVIER SORIANO        (Photo credit should read JAVIER SORIANO/AFP/Getty Images)

Pepes letzter Tag

Fast zehn Jahre, 334 Spiele, 14 Titel, eine Ikone. 2007 für die Königlichen debütiert, wird... weiterlesen

Warum hat der Mann, der 334 Mal das Wappen Madrids zweifelsohne mit Leib und Seele verteidigte, das Ein-Jahres-Angebot nicht angenommen? Zu viel Stolz? Gier? So gut er mit seinen 34 Jahren auch noch ist (6,7 Balleroberungen pro 90 Minuten stellen einen der Top-Werte unter den Madrilenen dar), sportlich kann ich die Entscheidung des Klubs nachvollziehen. Wer weiß, wie der verletzungsanfällige Portugiese in zwei Jahren drauf ist? Menschlich wird er mir mehr fehlen – ein stiller Krieger, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellte. Pepe eben, mehr muss man nicht sagen. Er wird vermisst werden, wie viele vor ihm auch schon, doch so läuft der „Circle of Life“ nunmal. Und nicht nur Real Madrid, sondern das gesamte Fußballgeschäft heutzutage ist: No country for old Men.

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No Country for Old Men
Nach fast zehn Jahren im Dienste Real Madrids versucht Pepe die Königlichen in ein schlechtes Licht zu rücken. REAL TOTAL-Chefredakteur Nils Kern zeigt, dass es dazu keinen Grund gibt und der mit 34 Jahren Älteste bei Real auch selbst schuld an seinem Schicksal ist.
http://www.realtotal.de/no-country-for-old-men/
06.06.2017, 18:36
http://www.realtotal.de/wp-content/uploads/2017/06/2017-06-05-pepe-2013.jpg

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