Noten zum 5. Spieltag: Die Leichtigkeit fehlt

Bei der bitteren 0:1-Last-Minute-Niederlage gegen Betis Sevilla scheitern die Königlichen einmal mehr an sich selbst – und einem überragenden Antonio Adán. Neben der mangelhaften Chancenverwertung fehlte es dem Spiel der Blancos nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit an Leichtigkeit und Spielwitz, insbesondere im letzten Drittel. So verpasste man es abermals, einen an sich ordentlichen und kontrollierten Auftritt mit drei Punkten zu belohnen. Die REAL TOTAL-Spielerbewertungen des 5. Spieltags der Primera División.

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Cristiano Ronaldo hadert mit der Niederlage gegen Betis – Foto: Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images

Startelf

Keylor Navas

Auch wenn Betis durchaus seine Chancen hatte, konnte der Costa-Ricaner nur selten eingreifen. War da, wenn er gebraucht wurde und packte in Minute 35 gegen Sanabria auch eine Glanztat aus. Mit dem Ball am Fuß – vor allem im Vergleich zu Gegenüber Adán – auch diesmal mit zu großer Streuung bei den langen Bällen. REAL TOTAL-Note: 3.

Daniel Carvajal

Defensiv – bis auf seinen missglückten Einwurf in der ersten Hälfte – eine mehr als solide Vorstellung des Rechtsverteidigers, der seine Farben nach zwei Minuten mit einer starken Rettungstat gar vor dem Rückstand bewahrte. Wie schon im gesamten bisherigen Saisonverlauf drückte jedoch offensiv der Schuh. So verstolperte der 25-Jährige vor der Pause dreimal in identischer und zugleich aussichtsreicher Position unbedrängt den Ball und vertändelte so drei große Torchancen. Nach dem Seitenwechsel traf der spanische Nationalspieler schließlich aus wenigen Metern nur den Pfosten, auch als Verteidiger darf man solch eine Gelegenheit durchaus mal nutzen. Bei seinen weiteren zahlreichen Flankenversuchen ebenfalls ohne Durchschlagskraft. Bislang noch auf der Suche nach der Überform der letzten Rückrunde. REAL TOTAL-Note: 3,5.

Raphaël Varane

Große Vorwürfe kann man dem Franzosen an sich eigentlich nicht machen, seinen Job in der Defensive erledigte „Meister Proper“ ohne großartigen Anlass zur Kritik. Allerdings nahm sich der 24-Jährige aus dem Aufbauspiel nahezu komplett heraus und versuchte selten einmal den Pass in die Tiefe oder lange Diagonalbälle, was Betis immer wieder die Möglichkeit gab, sich zu sortieren. Gegen solch einen tiefstehenden Gegner darf man auch mit einem Ramos als Nebenmann durchaus mehr Initiative erwarten. REAL TOTAL-Note: 3.

Sergio Ramos

Was den unbedingten Willen und die Siegermentalität anbelangt, war der Kapitän nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit so ziemlich der Einzige im Team, der diese Eigenschaften auch auf den Platz brachte. Der Andalusier rieb sich auf und warf in der Schlussphase als linker Innenverteidiger in der Dreierkette offensiv so ziemlich alles in die Waagschale, doch der Lucky Punch sollte nicht mehr gelingen. Zu allem Überfluss war es dann auch noch ein Stellungsfehler der Nummer 4, der beim Last-Minute-Gegentreffer das letzte Glied der Fehlerkette in der real’schen Defensive bildete. REAL TOTAL-Note: 3,5.

Marcelo

Mehr als gebrauchter Abend für den Brasilianer. Fand überhaupt nicht in die Partie und hatte seine linke Flanke gegen den Ball nur bedingt im Griff, ließ sich vor allem verhältnismäßig oft überlaufen. Auch offensiv ohne nennenswerte Aktion und ohne die für ihn so typische Spielfreude. Ähnlich wie Carvajal aktuell unter seinen Möglichkeiten – und darunter leidet das Spiel der Königlichen. Die verletzungsbedingte Auswechslung passte da irgendwie ins Bild. REAL TOTAL-Note: 4.

Casemiro

Ein Auftritt mit Licht und Schatten. Der Brasilianer war sowohl im Mittelfeld als auch am Ende in der Dreierkette defensiv eine Bank und spielte immer wieder gute Bälle zwischen die Linien, unter dem Strich war die Fehlerquote (nur 84 Prozent Passquote) für einen zentralen Spieler jedoch deutlich zu hoch. Besonders gravierend waren dabei die teils leichtsinnigen Ballverluste im Aufbau, die gegen Kontrahenten mit größerer Qualität in der Offensive tödlich enden. Einsatz und Willen kann man Reals „Mann für’s Grobe“ allerdings nicht absprechen, immerhin versuchte die Nummer 14 durch Tiefenläufe und konsequentes Einrücken bei Flanken zumindest ein Tor zu erzwingen. REAL TOTAL-Note: 3,5.

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Luka Modrić

Wenn dieser überaus begnadete Fußballer auch noch Torgefahr entwickeln würde, Luka Modrić würde noch mehr Angst und Schrecken verbreiten, als er es möglicherweise ohnehin schon tut. Der Kroate spielte eine überragende erste Hälfte, in der er überall zu finden war und seine Mitspieler immer wieder toll in Szene setzte, doch Reals Nummer 10 verpasste es wie so oft, der eigenen Leistung die Krone aufzusetzen. Zwei absolute Hochkaräter ließ der Edeltechniker liegen, in Anbetracht des Spielverlaufs muss sich auch der „Mozart vom Balkan“ den Vorwurf gefallen lassen, in diesen Situationen nicht konsequent genug gewesen zu sein. Hätte der Begegnung dadurch eine komplett andere Wendung geben können, Fußball ist aber bekanntlich kein Konjunktiv. Nach der Pause dann leider mit einem deutlichen Einbruch. REAL TOTAL-Note: 3.

Toni Kroos

Über die gesamte Partie gesehen wohl der konstanteste Akteur an diesem Abend mit der geringsten Fehlerquote. Erfüllte in gewohnter zuverlässiger Manier seinen Job und lenkte das Spiel aus dem Zentrum heraus, arbeitete zudem fleißig und intelligent gegen den Ball. Allerdings litt der Greifswalder – wie schon gegen Levante – merklich unter dem mangelhaften Positionsspiel beziehungsweise Freilaufverhalten seiner Kollegen, sodass oftmals nur der Querpass ohne großartigen Raumgewinn erfolgen konnte. Mit zunehmender Spieldauer versuchte es der 26-Jährige auch mal aus der Distanz und ließ ebenfalls eine aussichtsreiche Gelegenheit liegen, als er das Leder unbedrängt mit links aus 18 Metern über den Kasten jagte. Wie schon in den vergangenen Wochen mangelte es den Standards an der nötigen Präzision. REAL TOTAL-Note: 3.

CAD ROTATOR 1

Isco

Der Auftritt des Spielmachers steht sinnbildlich für den des gesamten Teams an diesem Abend. Bemüht und mit ein paar kleinen Lichtblicken, aber dennoch ohne diese spielerische Leichtigkeit, die das Team und insbesondere den Spieler selbst gegen Ende der vergangenen Saison so auszeichnete. Reals Freigeist im Mittelfeld verzeichnete eine gute Abschlussmöglichkeit in Halbzeit eins auf der Habenseite, ansonsten fiel der Edeltechniker eher durch übermäßige Verspieltheit und eine schwache Entscheidungsfindung auf. Allerdings muss man Isco auch zugute halten, dass in dem flügellastigen System Marco Asensio oder Lucas Vázquez möglicherweise die passendere Variante von Beginn an gewesen wären. REAL TOTAL-Note: 4.

Gareth Bale

Erwischen die Königlichen einen Gala-Auftritt, der Waliser hätte am Ende des Abends gut und gerne vier Vorlagen auf der Habenseite haben können. Bale bestätigte vor allem in der ersten Halbzeit seinen persönlichen Aufwärtstrend. Der 28-Jährige wich immer wieder geschickt auf die Flügel aus und bediente Ronaldo mit guten Zuspielen, suchte aber auch immer wieder selbst den Weg in die Box und warf sich in die zahlreichen Flanken. Insgesamt mit einer deutlich verbesserten Bindung zum Spiel und defensiv äußerst fleißig. Wie ein Großteil der Mannschaft nach dem Seitenwechsel allerdings eher blass, wenngleich lediglich Adáns Glanztat und der Pfosten einen spektakulären Hackentreffer verhinderten. REAL TOTAL-Note: 3.

Cristiano Ronaldo

Er hatte sich so viel vorgenommen und das war auch deutlich zu spüren, unter dem Strich waren dem Weltfußballer die Rhythmusprobleme durch die lange Sperre doch deutlich anzumerken. Der Portugiese war zwar sehr umtriebig und holte sich auch immer wieder Bälle im Mittelfeld ab, agierte alles in allem aber glücklos. In vielen Situationen wurde die mangelhafte Abstimmung mit den Mitspielern offensichtlich, vor dem Tor fehlte der Nummer 7 das Fortune und die für ihn charakteristische Kaltschnäuzigkeit. An einem guten Tag geht Ronaldo möglicherweise mit einem Hattrick nach Hause, so steht am Ende auf dem Papier die Null. Die Leichtigkeit fehlt auch hier noch. REAL TOTAL-Note: 4.

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Einwechselspieler

Marco Asensio

Sollte in der Schlussphase nochmals für Dampf über die Flügel sorgen, was als alleiniger Linksaußen bedingt durch die Dreierkette aber nicht so wirklich gelang. Keine Bewertung.

Lucas Vázquez

Im Gegensatz zu Asensio belebte der Canterano das Spiel ordentlich und bereitete beinahe das Siegtor vor, wenn der Teufelskerl Adán nicht gewesen wäre. Gegen solch tiefstehende Gegner mit seinem Speed und seiner Dribbelstärke eigentlich eine Option von Beginn an. Keine Bewertung.

Borja Mayoral

Zidanes letzter verzweifelter Versuch, um den Sieg zu erzwingen. Aber auch seinen Kopfball entschärfte Adán bravourös. Keine Bewertung.

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Einzelkritik
Noten zum 5. Spieltag: Die Leichtigkeit fehlt
Bei der bitteren 0:1-Last-Minute-Niederlage gegen Betis Sevilla scheitern die Königlichen einmal mehr an sich selbst – und einem überragenden Antonio Adán. Neben der mangelhaften Chancenverwertung fehlte es dem Spiel der Blancos nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit an Leichtigkeit und Spielwitz, insbesondere im letzten Drittel. So verpasste man es abermals, einen an sich ordentlichen und kontrollierten Auftritt mit drei Punkten zu belohnen. Die REAL TOTAL-Spielerbewertungen des 5. Spieltags der Primera División.
http://www.realtotal.de/noten-zum-5-spieltag-die-leichtigkeit-fehlt/
21.09.2017, 10:55
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