Ødegaard nach Heerenveen: Fünf Fragen zur Leihe des Top-Talents

24 Monate nach seinem Wechsel zu Real Madrid schließt sich der inzwischen 18-jährige Martin Ødegaard dem SC Heerenveen an. In Spaniens Hauptstadt sagte man dem Juwel aber nicht „Tschüss“, sondern „Bis bald“. REAL TOTAL liefert Fragen und Antworten zum Deal mit dem niederländischen Klub.

Martin Odegaard SC Heerenveen Vergrößern

Ødegaard wurde bereits in Heerenveen präsentiert – Foto: Catrinus van der Veen/AFP/Getty Images

MADRID/HEERENVEEN. Jetzt ist sie endlich geklärt, die Zukunft des Martin Ødegaard. Nachdem der eigentlich schon für sicher erklärte Transfer in die französische Ligue 1 zu Stade Rennes doch noch geplatzt war, unterschrieb der 18 Jahre alte Norweger zu Wochenbeginn in den Niederlanden beim SC Heerenveen. Das Ziel ist klar definiert: Spielpraxis erhalten, den nächsten Schritt in der Entwicklung tätigen. REAL TOTAL beantwortet die wichtigsten Fragen zum temporären Abgang von Ødegaard.

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Ist Ødegaard bei Real gescheitert?

Schwachsinn. Real holte Ødegaard Anfang 2015 nicht, damit er der ersten Mannschaft sofort behilflich sein wird. Es war ausschließlich eine Investition in die ferne Zukunft. Was auch sonst? Der Norweger war gerade einmal 16, als er kam. Zu viele vergessen das und sprechen deshalb bereits fälschlicherweise von einer gescheiterten Karriere. Das Vorhaben der Madrilenen war kein anderes, als Ødegaard in persönlicher und fußballerischer Hinsicht reifen zu lassen. Ein 16-Jähriger, der Woche für Woche im Estadio Santiago Bernabéu spielt, anderen Top-Stars Rang abläuft und für Begeisterung sorgt – so etwas gibt es bei Real Madrid nicht. Ødegaards große Zeit sollte nicht schon kommen, sie soll es noch.

Warum überhaupt der SC Heerenveen?

Es werden mit Sicherheit auch andere Klubs an dem Offensivspieler interessiert gewesen sein. Im Endeffekt entschlossen sich Ødegaard und Real jedoch nicht für den größten Namen. Heerenveens Mannschaft scheint auf den ersten Blick gut zum Norweger zu passen. Zwar ist er mit seinen 18 Jahren der Jüngste im Team, das Durchschnittsalter beträgt aber auch nur 23,0. In der Startelf ist sind nur wenige älter 25 – und dennoch steht Heerenveen in der Tabelle der Eredivisie nach 17 Spieltagen auf Platz vier. Auch das taktische System dürfte Ødegaard zugute kommen. Der 47 Jahre alte Trainer Jurgen Streppel lässt offensiv spielen, setzt auf ein 4-3-3. So wie auch Zinédine Zidane.

Zudem erwähnenswert: Die Ex-Madrilenen Ruud van Nistelrooy und Klaas-Jan Huntelaar hatten jeweils mit Anfang 20 das blau-weiße Trikot von Heerenveen getragen. Ob sich Real vor dem Ødegaard-Deal womöglich bei einem der beiden über den Klub schlau gemacht hat? Auch die früheren Bundesliga-Profis Daniel Jensen (Werder Bremen), Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach), Bas Dost (VfL Wolfsburg) und Jon Dahl Tomasson (VfB Stuttgart) waren in jungen Jahren im Abe-Lenstra-Stadion aufgelaufen.

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Ødegaard trägt bei Heerenveen die 17 – Foto: Catrinus van der Veen/AFP/Getty Images

Wann kehrt Ødegaard zurück?

Real Madrid verlieh sein norwegisches Juwel bis zum 30. Juni 2018 an den niederländischen Klub. Ødegaard würde dann fünf Monate vor seinem 20. Geburtstag an die Concha Espina zurückkehren. Bei der Abwicklung des Deals sicherte sich der Champions-League-Sieger und Klub-Weltmeister jedoch die Möglichkeit, den talentierten Youngster aus Skandinavien gegebenenfalls schon nach einem halben Jahr wieder zurückzuholen – also im Sommer 2017. Dass das auch passieren wird, ist aktuell aber unwahrscheinlich. Ødegaard soll sich in Ruhe in einer höherklassigen Liga entwickeln und konstant gute Leistungen abrufen, um schließlich bei Reals Profis angreifen zu können.

Musste es zum Leihgeschäft kommen?

Allemal. Der Plan sah nicht vor, dass Ødegaard auch sein zweites Real-Jahr in der dritten Liga Spaniens verbringt. Der Youngster sollte mit der Castilla bereits zur Saison 2015/16 in die zweite Liga aufsteigen, Schritt für Schritt auf ein höheres Level gelangen, was aber misslang – zwölf Monate später zum wiederholten Male. Schon Mitte 2016 stand deshalb ein Leihgeschäft im Raum. Mit seinen nun 18 Jahren ist es für Ødegaard allmählich an der Zeit, sich peu à peu im wirklichen Profi-Bereich zu beweisen, dort besser zu werden. Die niederländische Liga scheint als Zwischenstation optimal dafür geeignet zu sein.

Martin Odegaard Cristiano Ronaldo Vergrößern

Ødegaard trainierte mit Ronaldo und Co., spielte aber bei der zweiten Mannschaft – Foto: Gerard Julien/AFP/Getty Images

Was bedeutet der Abgang für die Castilla?

Ohne Frage: Das erklärte Ziel Aufstieg wird nun noch schwieriger zu erreichen sein. Das Team von Santiago Solari befindet sich in der zweiten Gruppe der Segunda División B gegenwärtig auf dem vierten Rang, hat neun Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Problem: Selbst der Meister steigt nicht direkt auf, sondern muss in die Playoffs.

Dort scheiterte Reals zweite Mannschaft letzte Saison wie erwähnt auch schon mit Ødegaard. Mit dem Wegfall des Stammspielers in der Offensive (13 Einsätze, drei Tore) wird es natürlich nicht einfacher. Fraglich ist, wie Reals Reserve den Abgang des flinken und technisch versierten Linksfußes nun kompensiert.

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Ødegaard nach Heerenveen: Fünf Fragen zur Leihe des Top-Talents
24 Monate nach seinem Wechsel zu Real Madrid schließt sich der inzwischen 18-jährige Martin Ødegaard dem SC Heerenveen an. In Spaniens Hauptstadt sagte man dem Juwel aber nicht „Tschüss“, sondern „Bis bald“. REAL TOTAL liefert Fragen und Antworten zum Deal mit dem niederländischen Klub.
http://www.realtotal.de/odegaard-nach-heerenveen-fuenf-fragen-zur-leihe-des-top-talents/
12.01.2017, 16:12
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