Paradenshow im Bernabéu: Spurs trotzen Real Remis ab

Kein Sieger im Duell um die Tabellenführung in Gruppe H: Real Madrid und Tottenham Hotspur haben sich nach einem unterhaltsamen Schlagabtausch im Estadio Santiago Bernabéu 1:1 getrennt. Cristiano Ronaldo bewahrte die Königlichen nach einem Eigentor von Raphaël Varane vor einer Niederlage. Er und seine Offensivpartner bissen sich aber noch so manches Mal an der disziplinierten Spurs-Abwehr und dem überragenden Rückhalt Hugo Lloris die Zähne aus.

Real Madrid Vergrößern

Ronaldo (r.) scheiterte mehrfach an Lloris – Foto: Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images

Navas kehrt zurück, Hakimi wird belohnt

MADRID. Punkteteilung in einem würdigen Spitzenspiel: Champions-League-Sieger Real Madrid ist vor heimischer Kulisse im Estadio Santiago Bernabéu gegen ein taktisch wie kämpferisch starkes Tottenham Hotspur nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Die Startruppe um Cristiano Ronaldo verzweifelte an einem überragenden Hugo Lloris, konnte aber auch von Glück reden, dass sie Keylor Navas zwischen ihren Pfosten hatte.

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Zinédine Zidane baute gegen die Spurs erwartungsgemäß auf das 4-4-2, mit dem nach einer muskulären Verletzung wieder genesenen Navas im Tor, dem formstarken Isco als Freigeist zwischen den Linien und mit CR7 und Karim Benzema als Doppelspitze. Die einzige Überraschung: Der 18 Jahre junge Achraf Hakimi kam zu seinem ersten Champions-League-Einsatz von Beginn an. Zidane belohnte die zuletzt souveränen Leistungen des Rechtsverteidigers in LaLiga und ließ dafür Nacho Fernández auf der Bank. Die Real-Startelf: Navas – Hakimi, Varane, Ramos, Marcelo – Casemiro, Kroos, Modrić, Isco – Benzema, Ronaldo. 

Real drückt, Tottenham trifft

Die Blancos gaben von Beginn an den Ton an und hätten auch fast – dank Hakimi – einen Traumstart hingelegt. Nach einem feinen Flankenwechsel von Marcelo in Minute 5 legte der Marokkaner den Ball von rechts schön zurück in die Mitte, wo Ronaldo aus sieben Metern an den rechten Pfosten köpfte. Der Abpraller landete genau auf dem Fuß von Benzema, der das Kunststück fertig brachte, aus zwölf Metern das leere Tor zu verfehlen.

Die mit 4000 Fans aus London angereisten Spurs traten im Bernabéu äußerst defensiv auf. Trainer Mauricio Pochettino setzte auf ein 5-3-2 mit Top-Torjäger Harry Kane und dem früheren Bilbao-Angreifer Fernando Llorente in vorderster Front. Die Marschroute war klar: Verteidigen und versuchen, mit schnellen Gegenstößen Nadelstiche zu setzen.

Das gelang ihnen mit dem ersten strukturierten Angriff in der 28. Minute: Serge Aurier wurde auf der rechten Seite freigespielt und flankte scharf und flach auf den ersten Pfosten. Dort verpasste Kane im Laufduell mit Raphaël Varane das runde Leder, jubelte aber dennoch, weil Varane ins eigene Tor traf. Eine unglückliche Situation, in der auch Navas machtlos war.

Ronaldo antwortet zum richtigen Zeitpunkt

Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Die Merengues schüttelten sich kurz, machte dann aber dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Die Belohnung folgte zum psychologisch wohl wichtigsten Zeitpunkt. Aurier grätschte Toni Kroos im Sechzehner um, Referee Szymon Marciniak zeigte auf den Elfmeterpunkt. Ronaldo gab sich keine Blöße und verwandelte ins rechte obere Eck (43.). Es war das fünfte Champions-League-Tor des Weltfußballers in dieser Saison. Mit dem 1:1 ging. es dann auch in die Pause.

Irres Powerplay nach dem Seitenwechsel

Auch nach dem Wiederanpfiff übernahmen die Hausherren das Kommando und schnürten ihre Gäste aus England in deren Hälfte ein. Benzema (54.) mit einem Kopfball und Ronaldo (57., 63.) mit zwei wuchtigen Schüssen hätten die Führung besorgen müssen, doch Spurs-Keeper Lloris wuchs über sich hinaus und stellte seine Weltklasse eindrucksvoll unter Beweis. Die aufwändige Sturm-und-Drang-Phase der Zidane-Mannschaft blieb unbelohnt und kostete ihr einige Körner.

Dadurch boten sich den Londonern viele Räume zum Kontern. Der im zweiten Durchgang weitestgehend komplett abgemeldete Kane tauchte nach einer simplen Kombination mit Sturmpartner Llorente in der 71. Minute plötzlich völlig frei vor Navas auf, der dessen Schuss gerade noch so mit den Fingerspitzen parieren konnte. Eine Wahnsinnstat.

Navas verhindert Schlimmeres

Die Spurs leckten Blut und kamen durch Eriksen (73.) zu einer weiteren guten Möglichkeit. Der hellwache Navas lenkte den Ball ans Außennetz. Real war gewarnt. Und Zidane reagierte. Um sein Mittelfeld zu stärken, brachte der Franzose Marco Asensio für den glücklosen Benzema. Eine gute Lösung, denn die Blancos fanden wieder die Balance und kamen noch einmal, wenn letztlich auch nicht zwingend genug. Beim letzten Pass gingen Ronaldo und Co. gegen den taktisch hoch disziplinierten Kontrahenten die letzte Konzentration ab. Es blieb bei der Punkteteilung.

In Anbetracht des Patzers von Borussia Dortmund bei APOEL Nikosia (1:1) können beide Teams aber gut mit dem Resultat leben. Die Entscheidung über den Gruppensieg ist somit wohl vertagt. Schon in zwei Wochen, am 2. November, kommt es im Londoner Wembley-Stadion zum Wiedersehen. Zuvor richtet sich Reals Fokus aber erst wieder auf LaLiga. Am Sonntag geht es gegen SD Éibar (ab 20:45 Uhr im REAL TOTAL-Liveticker und bei DAZN) – dann wieder im Bernabéu.

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Spielbericht
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http://www.realtotal.de/spielbericht-real-madrid-tottenham-hotspur/
17.10.2017, 23:05
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