Von der WM ´82 bis zum 50. jährigen Bestehen

Obwohl das Stadion 1982 für die Weltmeisterschaft modernisiert worden war, wurde in den 90er Jahren ein kompletter Umbau durchgeführt. Die Umstrukturierung des Stadions kam einem Neubau gleich. Damit war das Estadio Santiago Bernabéu gut gerüstet um 1997 sein 50. jähriges Bestehen zu feiern.

Nach der WM `78 in Argentinien startete der Countdown für die Modernisierung des Stadions. Für die WM 1982 in Spanien sollte das Estadio Santiago Bernabéu der Austragungsort für die eine oder andere Begegnung werden. Auch das Endspiel sollte dort stattfinden. Mit den Auflagen durch die FIFA belastet, übernahm Luis de Carlos die Aufsicht über ein Projekt, welches die Normen des WM Komitees umsetzen sollte.

Der vom Vorstand 1980 verabschiedete Umbau sollte von dem spanisch/deutschen Unternehmen, Hispano Alemana de Construcciones S.A., umgesetzt werden. Die Aufsicht übernahmen die Söhne des Architekten, Luis und Rafael Alemany Indarte, zusammen mit Manuel Salinas Aracil.

Der Umbau betraf die Ränge, die äußere Fassade, die Presseräume, die Parkplätze, das Flutlicht, die elektronische Anzeige, sowie die Sonnensegel des Stadions. Das Sonnensegel hatte oberste Priorität und sollte dreiviertel der Tribünen abdecken. Damit wurden 15.236 Sitzplätze und etwa 10.000 Stehplätze vor den Unwägbarkeiten des Wetters geschützt.

Das Flutlicht sollte nicht nur den Kriterien des FIFA Komitees, sondern auch denen des Fernsehsenders RTVE gerecht werden. Für die farbige Übertragung der Spiele wurde die Lux Anzahl auf 1.400 erhöht. Schon Monate vorher, am 2. Februar 1982, waren die neuen Videotafeln „Diamond Vision” der japanischen Firma Mitsubishi Electric Corporation aufgestellt worden.

Als im Juni 1982 die Arbeiten eingestellt wurden, war die Komplettrenovierung des Estadio Santiago Bernabéu abgeschlossen. Das Fassungsvermögen wurde auf 98.776 Zuschauer reduziert: 67.000 Steh- und 31.776 Sitzplätze. Die Austragung der WM `82 war aus organisatorischer Sicht ein großer Erfolg, der mit dem Endspiel zwischen Deutschland und Italien seinen fulminanten Höhepunkt fand. Das Stadion wurde dabei zum Zentrum eines Spiels, welches in Millionen Haushalte aus aller Welt übertragen wurde.

Erweiterung im Jahre 1992 und der lange Weg zum 50. jährigen Jubiläum

Anfang der neunziger Jahre wurde sichtbar, dass das Stadion den Erfordernissen eines modernen Vereins nicht mehr gerecht wurde. Der Zahn der Zeit, das gestiegene Interesse am Fußball, sowie die neuen Sicherheitsregeln der FIFA und UEFA hatten dafür gesorgt, dass der Zustand des Stadions als veraltet angesehen wurde. Außerdem wurde es langsam zu klein.

1990 waren von den 31.776 Sitzplätzen bereits 23.076 als Dauerkarten verkauft worden. Daher blieben nur noch 8.700 Karten für den offenen Verkauf übrig. Eine Zahl die mehrfach von der steigenden Masse an Anfragen übertroffen wurde. Deswegen wurde von Ramón Mendeza ein Umbau vorangetrieben, der dem Stadion nicht nur ein neues Gesicht verpassen, sondern auch modern und funktionell sein sollte.

Der Firma Ginés Navarro Construcciones S.A., unter der Aufsicht des Architektenbüros Estudio Lamela (bestehend aus den Gebrüdern Amador und Antonio Lamella, sowie dessen Sohn Carlos Lamela), wurden die Bauarbeiten übertragen. Diese begannen am 7. Februar 1992. Mit der Auflage eine wetterfeste Zone für die Zuschauer zu erstellen, wurde auf die offenen Ränge, auf der quer zur Paseo de la Castellana verlaufende Seite, eine überdachte Tribüne aufgesetzt. Diese war 14 Meter hoch und hatte ein Gewicht von 100 Tonnen.

Die Hauptveränderung betraf jedoch die zwei neuen Tribünen, die dreiviertel des Stadions bedecken sollten. Die hinteren, westlichen Aufbauten hatten eine Kapazität von mehr als 20.000 Sitzplätzen und sollten zur großen Einnahmequelle für den Verein werden. Die Arbeiten wurden am 7. Mai 1994 abgeschlossen.

In den nächsten Jahren wurde eine grundlegende Modernisierung der Büros und der öffentlichen Installationen des Stadions vollzogen. Diese betraf die Presseräume, die VIP Bereiche und die Eingänge zum Stadion. Zusätzlich erhielt der Rasen eine unterirdische Heizung.

Mit der Renovierung der Sitze im Jahr 1997 wurde die von den Anhängern am meisten geschätzte Veränderung durchgeführt. Ein Jahr später erfüllte sich der Verein einen langersehnten Traum. Den Umbau aller Stehplätze in Sitzplätze. Dadurch musste jedoch eine Reduzierung auf 77.500 Zuschauer in Kauf genommen werden. Zusätzlich wurden noch die privaten Logen eingeführt. Eine originelle Neuheit mit der Real Madrid wieder zum Pionier wurde. Am 13. September wurde die U.C.O. (Unidad de Control Organizativo – Organisatorische Kontrolleinheit) eingeführt.

Am 14. Dezember 1997 feierte das Estadio Santiago Bernabéu sein 50-jähriges Jubiläum. Hierzu wurde im Stadion eine Ausstellung der schönsten Trophäen, die in den letzten 50 Jahren errungen wurden, abgehalten. Die Bilder dieser Ausstellung wurden Teil des Buches „Santiago Bernabéu, 50 años de historia”, welches der Verein zur Erinnerung an diese Feierlichkeit herausgab.

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