Der Wechsel eines Jahrhundert-Klubs

1998 wurde vom Präsidium ein Plan in Gang gebracht, mit dessen Umsetzung das Stadion modernisiert und komfortabler werden sollte. Als Folge der steigenden Kommerzialisierung des Vereins wurde beschlossen, das Bernabéu 365 Tage im Jahr durchgehend zu öffnen. Die Feier zum hundertjährigen Bestehen des Vereins sollte den Weg ebnen, um es zu einem Elitestadion zu erheben.

Der Prozess der Stadionmodernisierung wurde im Laufe der Spielzeit 1999/00 unter dem Namen “Proyecto Lider XXI” bekannt. Damit wurden erstmals verschiedene Dienste in Betrieb genommen, die dem Besucher dienen sollten: die Linie Real Madrid, die telefonische Bestell­ung von Tickets, die übertragbaren Dauertickets…Ebenso wurde die Neubeschilderung des Stadions durchgeführt.

Mit dem Umbau der dritten Hochtribüne an der Calle Padre Damián wurden 9.380 Sitzplätze neu erschaffen. Über die letzten Jahre wurden, verteilt auf mehreren Ebenen, mehr als 16.000 neue Sitzplätze freigegeben. Damit wurde die Zuschauerzahl endgültig auf 75.000 reduziert. Aber dafür hatte das Stadion nur noch Sitzplätze anzubieten.

Pläne des Präsidiums zur Strukturänderung

Im Juli 2000 wurde Florentino Pérez zum Präsidenten gewählt. Er führte den Plan, die Infrastruktur des Stadions dem gewollten kommerziellen Zuwachs anzupassen, weiter vehement aus.

Vom Umbau blieben auch die Kabinen der Spieler, ihr zweites Zuhause, nicht verschont. Sie wurden einer totalen integralen, wie vermarktungstechnischen Änderung unterworfen. Dieses fand aber nicht bei allen ein positives Echo. Weitere Änderungen betrafen die Videoanzeige und das neue Lautsprechersystem. Es wurde das Allerneueste vom Markt eingebaut. Damit erreichte man einen 103 Dezibel lauten,  in allen Teilen des Stadions homogen klingenden, Sound. Um das weitere Wachstum des Stadions zu gewährleisten, wurde der sogenannte Versorgungsring geschaffen. In diesem befinden sich die Schächte für Klima, Elektrizität und Abwasser.

Während der Spielzeit 2000/01 wurde der Einbau von zusammenklappbaren Sitzen in der Haupttribüne beendet. Eine weitere Neuerung betraf auch eine Änderung bei den Erfrischungs­ständen und Bars des Stadions. Die Haupttribüne erhielt einen Pizza Hut, sowie ein Foster Hollywood und es wurden bis zu 68 neue Erfrischungsstände im ganzen Stadion integriert. Zur besseren Übersicht für die Zuschauer wurden 680 Fernseher, verteilt in den Gängen und Galerien, aufgebaut.

Das bestbeheizte Stadion der Welt

Das Santiago Bernabéu führte nicht als erstes Stadion ein Heizungsystem ein. Das neue Zorilla in Valladolid war das erste Sation in Spanien, das eine Heizung für die Zuschauer besaß. Allerdings waren seine 58 Radiatoren weit von den 1.300 entfernt, die man im Bernabéu zu installieren gedachte. Das machte es zum bestbeheiztem Stadion der Welt.

Die Vermarktung schreitet voran

Anfang der Spielzeit 2002/03 wurde das Stadion vorbereitet um 365 Tage im Jahr geöffnet zu bleiben. Damit erfüllte man sich den Wunsch, wie in anderen Ländern schon länger eingeführt, auch während der Woche seinen Anhängern ein attraktives Besuchserlebnis zu bieten.

Der neue Pressebereich und die Loge

Am 28. Februar 2003 wurde im Estadio Santiago Bernabéu der neue Pressebereich eingeweiht. Im fünften Stockwerk gelegen, wurde dieser vom westlichen in den östlichen Teil verschoben. Die Nähe zu den eigenen Büros und den Spielerkabinen gewährleistete unbehinderten Zugang zu diesen Bereichen. Zusätzlich wurde die neue Präsidentenloge in den mittleren Bereich der Haupttribüne versetzt.

Austellungen für das 100. jährige Jubiläum und die Geburt der Tour

Ohne Zweifel war eines der großen Neuheiten dieser Spielzeit die Gründung der “Tour del Bernabéu”. Hiermit bekamen die Besucher die Möglichkeit geboten alle Bereiche, auch sonst gesperrte, zu erkunden. Die Besichtigung von Panoramaaufzügen, VIP Zonen, Pressebereich, Zugangsbereich der Spieler, Umkleiderräume, Trainerbank, Spielfeld, Präsidentenloge und Trophäen­raum machten das ganze zu einem Erlebnis, welches mit den Jahren zu einer der großen Einnahmequellen werden sollte.

Die Überdachung an der Padre Damian Strasse: Das Stadion schließt sich

In der Spielzeit 2003/04 wurden die Arbeiten an der neuen Überdachung im seitlichen Osten des Stadions beendet. Dieses war flächenmässig der größte Umbau der letzten Jahre. Eine Fläche, die nicht nur eine Überdachung, sondern auch eine riesige Projektionsunterlage für Lichtspiele darstellt. So bemerkenswert die Überdachung auch ist, so wurde sie doch von der neuen Fassade im Osten überboten. Die verwendeten Materialen bestanden aus galvanisierten, metallischen Beschlägen, laminiert und lichtdurchlässig und damit wetter- und lichtbeständig. Als äußere Projektionsfläche für Clubname und Marke oder wenn die innere Galerie beleuchtet wird, als durchscheinende Wand, in der man die Schatten der Besucher beobachten kann. Damit sollte auch der Plan umgesetzt werden das Stadion für andere sportliche Ereignisse nutzbar zu machen.

Restaurants

Das erste Restaurant (Puerta 57) im Estadio Santiago Bernabéu wurde am 17. Dezember 2004 eröffnet. Mit direktem Eingang zur Straße Padre Damian (am Tor 57 des Stadions) bietet es eine tolle Aussicht. Aus seinem Hauptspeisesaal kann das Spielfeld direkt eingesehen werden. Das zweite Restaurant (Real Café) wurde am 1. Juni 2005 eröffnet. Mit direktem Eingang von der Avenida Concha Espina (am Tor 30) und einer 50 Meter langen inneren Fassade zur Spielfläche hin.

Das Stadion des 21. Jahrhunderts

In der Spielzeit 2004/05 wurde ein neues Projekt angegangen. Das sogennante „Edificio Multiusos”. Ein Gebäude für verschiedene Bereiche des Vereins, welches sich im Westen des Stadions befindet.

Die Auswirlungen des großen Plans „Proyecto Lider XXI” wurden immer mehr sichtbar. Alles sollte neu erschaffen werden. Die neue Heizung, die Tour del Bernabéu, die neuen Tribünen, die Bars, die Zugangsbereiche, die Videotafeln, die VIP Räume, die Logen, der Real Madrid Shop, der neue Pressebereich, die neue Überdachung Padre Damián, die neue Fassade, und viele andere Verbesserungen im Inneren des Stadions…

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