Transfersperre: Zehn teilweise lächerliche Fälle, FIFA in Erklärnot

Das letzte Wörtchen ist in der Causa Transfersperre noch nicht gesprochen. Zwar trägt dieses der Internationale Sportgerichtshof (CAS), doch kommt die FIFA immer mehr Bedrängnis, Erklärungen abzuliefern. Denn wie REAL TOTAL zeigt, sind einige Fälle der betroffenen Jugendspieler nicht an Lächerlichkeit zu übertreffen.

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In Erklärungsnot: FIFA-Präsident Infantino – Foto: Michael Buholzer/AFP/Getty Images

Die zehn Namen zur Transfersperre der FIFA

MADRID. Nicht nur Zinédine Zidane versteht „das nicht“ und bezeichnet die Transfersperre der FIFA als „absurd“. Real Madrid ist weiterhin guter Dinge, dass sich im Gegensatz zum Fußball-Weltverband wenigstens der Internationale Sportgerichtshof als vernünftig zeigt. Denn bei einem Blick auf die Namen der zehn Jugendlichen, bei denen es laut FIFA-Disziplinarkommission zu Fehlverhalten (kein Schutz durch beispielsweise Verwandte bei deren Wechsel zu Real) kam, kann man teilweise nur den Kopf schütteln.

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Prominente Namen: Elyaz und Theo Zidane sowie Garays Bruder

Die prominentesten Namen sind die beiden jüngsten Söhne von Zinédine Zidane: Elyaz Fernández (Alevín A, zehn Jahre) und Theo Fernández (Cadete B, 14 Jahre), die beide (wie ihre älteren Brüder Luca und Enzo) den Nachnamen ihrer Mutter im Pass haben. „Sie waren schon immer hier beim Klub, von daher macht das keine Sinn“, äußerte schon Madrids Chef-Trainer seinen Unmut. Elyaz ist seit 2013 ein Teil des Madridismo, Theo schon seit 2010, nachdem beide ihre ersten Fußballschritte bei CD Canillas (ein kleiner Klub in Spaniens Hauptstadt) taten.

Zinédine Zidane mit den Söhnen Theo und Elyaz sowie Frau Veronique Vergrößern

Papa Zinédine und Mama Veronique mit den betroffenen Söhnen Théo und Elyaz – Foto: Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Der nächste prominente Name: „Benja“, respektive Benjamín Garay. Heute ein Teil der Juvenil B (U18), schloss sich der 16-Jährige 2010 „la Fábrica“ an. Also in einem Jahr, als sein berühmter Bruder Ezequiel bei den Königlichen unter Vertrag stand. Und der argentinische Youngster soll keinen Schutz erfahren, gar gegen seinen Willen und ohne Kontaktpersonen von Canillas zu Real (also innerhalb der Hauptstadt) gewechselt sein?

Venezolaner, Rumänen, Holländer, Japaner

Manuel Godoy ist Venezolaner und war ein Teil der Infantil A. Seine Eltern bestätigten schon im Januar, Monate vor dem medizinischen Check bei den Blancos in Madrid gewohnt zu haben. Ein Vertrag wurde jedoch nie unterschrieben (geschweigedenn ein Spiel innerhalb eines Wettbewerbs bestritten). Nachdem die FIFA im Januar die Sanktion verhängte, wurde der Jungspund vom Training ausgeschlossen.

Fernando Macías erlitt ein ähnliches Schicksal. Auch er stammt aus Südamerika und gilt dort sogar als „der Agüero Venezuelas“, geht sogar für deren U20 auf Torejagd. Er lebt nach wie vor in Madrid und ist ein Teil von Rayo Vallecano. In Venezuela ist übrigens Spanisch Amtssprache, also keine Chance für die FIFA, auf Kommunikationsprobleme der Minderjährigen zu setzen.

Ebenfalls einen ausländischen Namen hat Roberto „Binu“ Bairam. Der 15-Jährige ist Rumäne, jedoch in Spanien geboren. Nach einiger Zeit in Reals Talentschmiede, steht der Außenstürmer seit einem Jahr in Villarreal unter Vertrag.

Bei Mink Peeters ist es nicht klar, ob die FIFA seinen Wechsel 2014 von Ajax Amsterdam zu Real mit Argwohn sieht. Damals war der Niederländer 16, heute 18 und Teil der Juvenil A, der U19 der Königlichen.

Geboren in Madrid und seit 2010 in „la Fábrica“ ist Mircea Alexandru. Der Stürmer mit rumänischen Wurzeln dürfte sich ebenso gewundert haben, als es hieß, er sei einer der „gefährdeten“ und „Schutz bedürftigten“ Minderjährigen Er ist 16 und stürmt für die Juvenil C.

Takuhiro Nakai, besser bekannt als „Pipi“, schloss sich 2014 dem Madridismo an. Über die Alevín A und Infantil B spielt der 12-jährige Japaner inzwischen in der Infantil A. Da er seine ersten elf Lebensjahre in Japan verbrachte, ist hier nicht auszuschließen, dass es beim Wechsel zu Unregelmäßigkeiten kam.

Der lächerlichste Fall: Achraf Hakimi

Neben den Zidane-Jungs stellt wohl der Fall von Achraf Hakimi den lächerlichsten dar. Obwohl erst 17, ist der Rechtsverteidiger schon vielen Madridistas ein Begriff – aufgrund seiner sportlichen Leistungen! Da er 1998 in Madrid geboren wurde und sich seit 2006 durch die Jugend-Teams der Königlichen hoch spielte (bis hin ins marokkanische Nationalteam), führt das FIFA-Urteil bei Hakimi zum meisten Kopfschütteln. So auch bei seinem Vater Hassan. „Ich bin seit 1989 in Spanien. Das Kind ist hier geboren, wie auch seine Brüder 1997 und 1998“, verteidigte er sich im Radioprogramm von „El Larguero“. Die „FIFA hat keine Gründe, nicht einen, und ich will, dass sie erklären, ob es irgend ein anderes Motiv gibt“, forderte der enttäuschte Vater. Schikane gegen Real? Wer weiß! Der Spieler jedenfalls ist am Boden zerstört, bereitete sich am Wochenende noch auf das Auswärtsspiel der Castilla bei Gernika (0:0) vor, erfuhr dann aber erst vor der Busabfahrt, dass er aufgrund der Transfersperre nicht mitreisen geschweigedenn spielen könne. Sein Vater musste ihn wieder abholen und wird ihn auch die nächsten zwei Monate nicht zu Spielen fahren können.

Beim spanischen Rekordmeister will man auf Nummer sicher gehen, auch wenn man die Spieler damit enttäuscht. Alles hängt vom Urteil des obersten Gerichts ab – und von möglichen Erklärungen der FIFA, was diese sich angesichts derart lächerlicher Fälle dachte.

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Transfersperre: Zehn teilweise lächerliche Fälle, FIFA in Erklärnot
Das letzte Wörtchen ist in der Causa Transfersperre noch nicht gesprochen. Zwar trägt dieses der Internationale Sportgerichtshof (CAS), doch kommt die FIFA immer mehr Bedrängnis, Erklärungen abzuliefern. Denn wie REAL TOTAL zeigt, sind einige Fälle der betroffenen Jugendspieler nicht an Lächerlichkeit zu übertreffen.
http://www.realtotal.de/transfersperre-acht-teilweise-laecherliche-faelle-fifa-in-erklaernot/
12.09.2016, 12:12
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