Die Geburt des Vereins – der Madrid Foot Ball Club

Das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts führt uns zurück in die Steinzeit des spanischen Fußballs und seinen Vereinen. 1900 schuf Julián Palacios in Madrid das Grundgerüst eines Vereins, den man später nur noch als Real Madrid kennen sollte. Im Jahre 1902 wurde von Anhängern offiziell der Madrid Foot Ball Club gegründet.

Der am 6. März 1902 durch Juan Padrós Rubio geschaffene Vorstand setzte sich aus dem Präsidenten Enrique Varela, dem Vizepräsidenten Manuel Mendía sowie den Sekretären José de Gorostizaga, Tesorero und Antonio S. Neyra, Mario Giralt, Carlos Mertens, Álvaro Spottorno und Arturo Meléndez zusammen. Juan Padrós vollendete damit offiziell, was zwei Jahre zuvor durch Julián Palacios seinen Anfang nahm. Die Vereinsleitung beschloss außerdem das Aussehen der Mannschaftsbekleidung, die in Anlehnung an die berühmten Londoner Corinthians aus weißen Leibchen und Hosen, blauen Strümpfen und Kappen sowie violettem Querstreifen mit dem farbig aufgestickten Wappen von Madrid bestand.

Drei Tage später sah Madrid das erste Spiel zwischen zwei Mannschaften des Klubs. Ziel dieser Begegnung war, die besten Spieler für die erste Mannschaft zu finden und auch, um die ersten Zuschauer anzulocken. Die Spieler dieser ersten beiden Mannschaften waren bei den „Blauen“: Meléndez, J. Padrós, Spottorno, Gorostizaga, Mendía, Páramo, Neyra, A. Giralt, F. Palacios, Martens und Rodero, bei den „Roten“: J. Giralt, Meléndez, Molera, Salvador, Valcárcel, Spottorno, Stampher, J. Palacios, Varela, Celada und Bueno.

Die „Blauen“ gewannen mit 1:0, doch das Ergebnis war zweitrangig. Die Begegnung wurde am Sportplatz auf der Avenida de la Plaza de Toros ausgetragen.

Das Vereinslokal war im Hinterzimmer des „Al Capricho“, und dieses wiederum war das Eigentum der Gebrüder Padrós; von der Taverne „La Taurina“ ging man damals gemeinsam zum Sportplatz.

Am 22. März veröffentlichte der „Heraldo del Sport“ die Regeln zum richtigen Spielablauf des Fußballs, geschrieben von Mr. Arthur Johnson, einem Engländer, der der erste Trainer der Mannschaft werden sollte. Unter Johnson kam ein wenig Ordnung in die bis dahin raue und ungehobelte Welt des Fußballs.

Copa del Rey Alfonso XIII

Am 13. Mai 1902 fand das erste große nationale Derby zwischen Barcelona und Madrid statt. Die aus vielen Ausländern bestehende katalanische Mannschaft gewann mit 3:1. Als Trostpflaster siegte Madrid gegen Espanyol Barcelona mit 3:2 und sicherte sich die „Copa de la Gran Peña“, die erste Trophäe in der Sammlung des Klubs.

15. April 1902: Satzungsänderungen

Beim Stadthalter wurde ein Antrag mit den Satzungen des neuen Vereines eingereicht. Einige Tage vorher hatte die Vereinsleitung dem Bürgermeister einen Besuch abgestattet, um an einem Wettbewerb anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten von König Alfonso XIII teilzunehmen, deren Höhepunkt  die erste Copa del Rey werden sollte.

Ein Jahr später, am 8. April 1903, verlor Madrid das Finale der zweiten Copa gegen Athletic Bilbao mit 2:3. Nach dem Spiel bat der Kapitän von Madrid, J. Giralt, seinem Gegenüber von Athletic, Sr. Astorquiza, um eine Revanche am darauffolgenden Tag.

Ablösung im Vorstand

Madrid fusionierte mit Moderno, Amicale (dort spielten besonders viele Franzosen) und mit Moncloa, brauchte aber ganze zwei Jahre, um endlich die Trophäe zu erobern. Am 18. April 1905 schließlich gewann die Mannschaft seinen ersten spanischen Cup durch einen 1:0 Sieg gegen Athletic Bilbao. Torschütze war Prats nach Pass von Pedro Parages.

Am 23. Oktober desselben Jahres organisierte Carlos Padrós anlässlich des Spanienbesuches des französischen Präsidenten Loubet das erste internationale Spiel. Gegner war Gallia Sport de Paris, gespielt wurde im Hipódromo.

Am 10. April 1906 deklassierte Madrid Athletic Bilbao mit 4:1 und gewann dadurch die zweite Copa. Am Tag zuvor hatte man im Semifinale Recreativo Onubense, das vorwiegend aus englischen Spielern aus den Minen von Tharsis bestand, klar mit 3:0 besiegt.

Am 30. März 1907 setzte Madrid seinen Siegeszug fort und gewann die dritte Copa in Folge, diesmal durch einen 1:0 Sieg gegen Vizcaya dank eines wertvollen Tores von Prats.

Das Jahrzehnt wurde durch die vierte Copa in Folge beendet, diesmal durch ein 2:1 gegen Vigo am 13. April 1908. Im gleichen Jahr wurde Adolfo Meléndez zum neuen Präsidenten ernannt; Carlos Padrós wurde Ehrenpräsident auf Lebenszeit.

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