Pérez läutet die zweite Ära der „Galaktischen“ ein

Am 16. Januar folgte dann der Wechsel auf dem Führungsstuhl. Nach Manipulations-Beschuldigungen und unter dem Druck der Öffentlichkeit bzw. seines eigenen Vorstandes, nahm Präsident Ramón Calderón seinen Hut und Vicente Boluda Fos übernahm kommissarisch die Geschicke des Vereins.

1. Juni 2009: Florentino Pérez kehrt zurück

Nach dem institutionellen Chaos und einer ohne Titel beendeten Saison, standen die Wahlen zur Präsidentschaft im Fokus des Geschehens. Dabei kandidierte Florentino Pérez, der bereits von 2000 bis 2006 dieses Amt ausübte. Bereits im Vorfeld kristallisierte sich Pérez als Top-Favorit heraus, sodass es kaum überraschend war, dass seine Gegner ihre Kandidatur zurückzogen. Ohne den „Prozess der Urne“ kehrte Pérez am 1. Juni 2009 als Präsident der Königlichen zurück. Mit dem Motto „Vuelve la Ilusión“ (dt.: „Die Hoffnung kehrt zurück“), schaffte es Pérez die Massen hinter sich zu bringen und ihnen neuen Hoffnung zu geben. Dabei versprach er den Aufbau eines spektakulären Teams, welches die Fans zum Träumen bringen soll. Kurz nach Amtsantritt stellte er sein offizielles Team vor, in dem auch alte Bekannte zu finden waren.

So wurde Jorge Valdano, der in der vorherigen Zeit jegliches Amt im Verein durchlief, zum Generaldirektor berufen. Auch Zinédine Zidane kehrte zurück! Der einstige „Galaktische“ wurde Berater des Präsidenten. Bereits kurze Zeit nach dem Amtsantritt konnte Pérez ein Teil seines Versprechens einlösen. Der erste Neuzugang war kein geringerer als Ricardo Kaká, Weltfußballer von 2007! Kurz darauf erfolgte der teuerste Transfer aller Zeiten, es kam Cristiano Ronaldo von Manchester United für sage und schreibe 94 Millionen Euro, woraufhin auch noch Karim Benzema für 35 Millionen Euro aus Lyon verpflichtet wurde. Trotz zahlreicher Verstärkungen, sogar für die Defensive (Ezequiel Garay, Rául Albiol, Álvaro Arbeloa, Xabi Alonso) und des neuen chilenischen Trainers Manuel Pellegrini blamierte man sich in der Copa del Rey gegen den Drittligisten aus Alcorcón und selbst die Rekordpunktzahl von 96 Punkten reichte nicht, um Barcelona den Titel streitig zu machen. Cristiano Rolando und Gonzalo Higuaín stellten mit 26 und 27 geschossenen Toren die beste Offensive der Liga und Platz zwei und drei der Torschützenliste dar. Am Ende des Jahres kündigte Real Madrid auch wieder Pellegrini, da man wiederholt im Achtelfinale gegen Lyon ausschied. Nachfolger bei den Merengues wurde dann der zweifache Champions-League-Sieger José Mourinho. Eine neue Ära brach an…

22. Mai 2010: José Mourinho wird neuer Trainer

Trainer José Mourinho verkündete unmittelbar nach dem gewonnenen Champions-League-Finale mit Inter Mailand (2:0 gegen Bayern München) vor laufenden TV-Kameras seinen Wechsel zu Real Madrid. „Herr Mourinho, war das heute ihr letztes Spiel mit Inter?“ Der portugiesische Trainer antwortete: „Ja.“ – „Wechseln sie zu Real Madrid?“ Mourinho wiederum: „Ja.“

Mit Mourinho wehte ein neuer und frischer Wind entlang des Bernabéu. Keine Abermillionen für Superstars, sondern wenig Geld für gute und entwicklungsfähige Talente – so lautete die neue Philosophie bei den Blancos. Sami Khedira, Mesut Özil und Ángel Di María waren nur einige Neuzugänge des Sommers 2011, die sich später als echte Verstärkungen erwiesen.

21. April 2011: Real holt die Copa del Rey gegen Barcelona

Die Meisterschaft war bereits nicht mehr zu holen und abgehakt, doch im Pokal noch alles drin. Das Finale, das als das wohl beste in die Historie einging, gewannen die Madrilenen durch den Treffer von Cristiano Ronaldo in der ersten Hälfte der Verlängerung mit 1:0. Real Madrid sicherte sich das erste Mal seit 18 Jahren den spanischen Königspokal.

6. März 2012: 110 Jahre

Real Madrid feiert sein 110-jähriges Bestehen.

2. Mai 2012: Gewinn der 32. Meisterschaft

Dank eines klaren 3:0-Erfolges bei Athletic Bilbao sichern sich die Merengues zwei Spieltage vor Saisonende die 32. Meisterschaft in der Klubgeschichte und konnten dabei die noch nie erreichte Marke von 100 Punkten knacken. Ebenso stellten sie mit 121 geschossenen Toren eine weitere historische Bestmarke auf. Das weiße Ballett baute seinen Rang als Rekordmeister aus.

Juni 2013: Auf José Mourinho folgt Carlo Ancelotti

Nachdem es José Mourinho gelang, die Merengues in der Königsklasse wieder salonfähig zu machen und dreimal in Folge ins Halbfinale einzog, dazu die Meisterschaft und den Königspokal gewann, sollte die Saison 2012/13 seine letzte in Madrid werden. Lediglich der Gewinn des spanischen Supercups sprang nach einem Jahr voller Höhen, Tiefen und nicht zuletzt internen Machtkämpfen heraus. Die Folge: Der Portugiese folgte dem Ruf nach England und heuerte beim FC Chelsea an. Nachfolger sollte der von Florentino Pérez so geschätzte Italiener Carlo Ancelotti werden. Trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Gonzalo Higuaín und Mesut Özil verpflichtete man unter anderem für 91 Millionen Euro Gareth Bale und demonstrierte die finanzielle Power.

16. April 2014: Erneuter Pokal-Sieg dank Turbo-Bale

Und wieder stand das Team im Pokalfinale, wieder bekam man es mit dem FC Barcelona zu tun und wieder hieß der Sieger am Ende Real Madrid! Dank eines Traum-Solos von Neuzugang Bale, der in der 85. Minute seinem Gegenspieler Marc Bartra unaufhaltsam auf dem linken Flügel davon sprintete, durfte sich Madrids Trainer über seinen ersten Streich freuen, doch der größte Erfolg sollte noch bevorstehen…

24. Mai 2014: Der Traum von „la Décima“ ist REALität!

Nach drei verlorenen Halbfinals in den Vorjahren pflügte Madrid in dieser Spielzeit durch die Königsklasse und rasierte dabei gleich drei deutsche Vertreter. So zog im Achtelfinale der FC Schalke 04 genauso den Kürzeren wie im Viertelfinale Borussia Dortmund und im Halbfinale der FC Bayern München, den man nach einem 1:0-Sieg im Hinspiel im Rückspiel sensationell mit 4:0 aus dem Wettbewerb beförderte. Eine Nacht für die Ewigkeit! Der Weg war nunmehr frei, aber ein unglaublich starkes Atlético Madrid bat zum spanischen Duell. Nachdem Iker Casillas in der 36. Minute per Lapsus die Führung herschenkte, ist der Ausdruck „Hochspannung“ noch zu gering, um auszudrücken, was der Madridismo rund um den Globus erlitt, je näher es dem Schlusspfiff entgegen ging. Erst Sergio Ramos rammte den Ball in der 93. Minute nach einer Ecke von Luka Modric in der buchstäblich letzten Aktion der Partie per Kopf in die Maschen und versetzte die Fans in Ekstase. Als Gareth Bale in der 110. Minute ebenso per Kopf nach super Einzelleistung von Ángel Di María zur 2:1-Führung einnetzte, gab es kein Halten mehr. Marcelo und Cristiano Ronaldo hießen die weiteren Torschützen und die Mega-Party konnte steigen. „La Décima“, die Obsession der Blancos, war gewonnen. Madrid befand sich im Ausnahmezustand.

Das erfolgreichste Kalenderjahr der glorreichen Geschichte

Vom „Beginn eines neuen Zyklus“ sprach Coach Carlo Ancelotti. Nach einem turbulenten Transfer-Sommer, in dem sich mit Ángel Di María und Xabi Alonso gleich zwei Leistungsträger gen Manchester United respektive Bayern München verabschiedeten, zweifelten daran jedoch nicht wenige, denn praktisch mit den Abgängen verlor das weiße Ballett das Supercopa-Finale gegen Atlético, in der Liga gleich zwei Partien am Stück gegen Real Sociedad und erneut Atlético, woraufhin aber unglaubliche 22 Pflichtspiele in Folge gewonnen wurden! Neuer Vereinsrekord, nachdem der bisherige bei 16 Siegen in Serie lag. Zweifel beseitigt – vor allem, da bis zum Jahresende bereits zwei weitere Titel gewonnen wurden. Auf den schon im August gegen den FC Sevilla gewonnenen UEFA Super Cup folgte Ende Dezember die Klub-Weltmeisterschaft. Nicht nur in Europa die Nummer eins, sondern auch in aller Welt. Real Madrid ist wieder dort angekommen, wo Real Madrid aufgrund seiner glanzvollen Historie hingehört: auf den Gipfel.

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