Das erste Mal Tabellenführer

Dieses dritte Jahrzehnt war geprägt durch internationale Einsätze der Mannschaft. Dank der vorherigen Reisen durch Europa hatte man sich einen guten Ruf geschaffen, und so tourte man nun auch durch Amerika.

In nur einem Jahr wurde zweimal das Stadion gewechselt, und im letzten Jahr der Zwanziger traf der legendäre Ricardo Zamora in Madrid ein. Durch die immer größer werdende Zahl der Anhänger sah sich die Vereinsleitung unter Mithilfe des Kapitäns Santiago Bernabéu gezwungen, einen Sportplatz zu finden, der Platz für mehr Fans bot.

Und so wurde am 29. April 1923 der neue Sportplatz in der Ciudad Lineal, der Platz für 8.000 Menschen bot mit einem 2:0 Sieg gegen Irún eröffnet. Zweifacher Torschütze war übrigens José María Úbeda.  Im gleichen Jahr errichtete Atletico das Stadion Metropolitano, wodurch sich Madrid eindeutig als Fußballhauptstadt Spaniens manifestierte. Aber bereits knapp ein Jahr danach, am 17. Mai 1924, wurde das Stadion Chamartin eröffnet. Es bot nun Platz für 15.000 Zuschauer und wurde von José María Castell errichtet, der sowohl Spieler Reals als auch ein begabter Architekt war. Gegner des Eröffnungsspieles war der englische Pokalsieger Newcastle, den man in einem mitreißenden Spiel mit 3:2 besiegen konnte.

Im August 1925 reiste man durch England, Dänemark und Frankreich. Trotz einiger Niederlagen war dies eine sehr lehrreiche Tournee. Die gewonnenen Eindrücke und Ideen wurden sofort nach der Rückkehr, in einem Spiel gegen Barcelona angewandt. Auch das Aussehen der Spielkleidung änderte sich von einem Tag auf den anderen nach englischem Vorbild. Die Hosen waren ab nun schwarz, und die Hemden wurden aus Seide gefertigt.

Der Bekanntheitsgrad von Real Madrid sprach sich schnell herum. Im Sommer 1927 brach man unter der Leitung von Santiago Bernabéu zu einer Tournee nach Amerika auf.  Das Ergebnis: 16 Spiele, davon 9 gewonnen, 4 verloren und drei Unentschieden, mit einem Torverhältnis von 44:22. Das Wichtigste waren aber nicht die Ergebnisse, sondern die Tatsache, dass man auf dem neuen Kontinent mit voller Bewunderung über Real Madrid sprach.

Im Jahr 1928 präsentierte man im Spiel gegen Union Sporting die neuesten Zugänge: Cabo Morera López und Gaspar Rubio, welche bald die Herzen der Fans erobern sollten.

Der 10. Februar 1929 markierte einen Meilenstein im spanischen Fußball – die erste spanische Meisterschaft war geboren. Bestehend aus zehn Klubs (die sechs spanischen Meister, unter ihnen Real Madrid, die drei Vizemeister, sowie einem aus zehn weiteren Klubs ermittelten Sieger, Racing Santander), gewann Real sein erstes Spiel gegen Europa de Barcelona mit 5:0 und war damit der erste Tabellenführer der jungen Liga.

Im September des letzten Jahres dieses Jahrzehnts traf Ricardo Zamora in Madrid ein. Erworben für die damals astronomische Summe von 150.000 Peseten, sollte er zu einer Legende werden, deren Name bis heute unvergessen ist.

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