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Viel Aufwand, wenig Ertrag: Gründe für Reals „Torschusspanik“

International top, national mehr als durchwachsen. Das Fazit über Real Madrids Saisonstart fällt gemischt aus, besonders die mangelhafte Chancenverwertung bereitet so manchem Madridista Bauchschmerzen. REAL TOTAL auf der Suche nach Gründen für Reals „Torschusspanik“.

Real Madrid's Portuguese forward Cristiano Ronaldo reacts during the Spanish league football match Real Madrid CF against Real Betis at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid on September 20, 2017. / AFP PHOTO / GABRIEL BOUYS (Photo credit should read GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images) Vergrößern

Cristiano Ronaldo wartet noch auf sein erstes Tor in der Liga – Foto: Gabriel Bouys/AFP/Getty Images

Gemischtes Fazit nach erstem Saisonviertel

MADRID. Das erste Viertel der Spielzeit 2017/18 ist um und für Real Madrid fällt das bisherige Fazit gemischt aus: Da sind zum einen die überzeugenden Auftritte in den Supercup-Wettbewerben, die Sergio Ramos und Co. bereits zwei Titel bescherten, sowie der Traumstart in die Gruppenphase der Champions League, zum anderen jedoch der mehr als durchwachsene Beginn in der Liga, inklusive satten sieben Zählern Rückstand auf den noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Barcelona. Das vornehmliche Problem lag dabei allerdings nicht unbedingt im spielerischen Auftreten begründet, vielmehr scheiterte man in erster Linie an einer teils kläglichen Chancenverwertung. REAL TOTAL auf der Suche nach den Ursachen.

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Problem Nummer 1: Die Effizienz vor dem Tor fehlt

Über die Aussagekraft rein deskriptiver Statistiken im Fußball wie Ballbesitz oder Passquote lässt sich bekanntermaßen trefflich streiten, folgende Werte dürften dennoch für sich selbst sprechen: Torschüsse in der LaLiga Saison 2017/18 FC Barcelona: 83 – Tore: 23 / Torschüsse in der LaLiga Saison 2017/18 Real Madrid: 115 – Tore: 13 (Quelle: OPTA). Oder anders gesagt: Während Barça gegenwärtig mit jedem fünften Torabschluss einen Treffer erzielt, benötigen die Madrilenen deren zehn. 

Dass die Katalanen nach nur sieben Spieltagen bereits auf einen üppigen Vorsprung von sieben Zählern blicken können, hat vor allem also einen Grund: Lionel Messi und Co. sind (in der Liga) vor dem gegnerischen Gehäuse schlichtweg effektiver und treffsicherer, die Königlichen hingegen brachten sich durch teils fahrlässigen Umgang mit ihren Chancen gegen Valencia (2:2), Levante (1:1) und Betis (0:1) um eigentlich fest eingeplante Punkte. Besonders deutlich wird Reals aktuelles Dilemma an Cristiano Ronaldo: Obwohl der Portugiese die ersten vier Spieltage gesperrt verpasste, steht er bereits bei 18 Torversuchen (zweithöchster Wert nach Isco), auf dem Trefferkonto steht allerdings weiterhin die Null – und das trotz zahlreicher Hochkaräter. Für die Nummer 7 wie für das gesamte Team gilt: Die Effizienz vor des Gegners Gehäuse muss unbedingt besser werden.

Problem Nummer 2: Marcelo und Carvajal sind noch auf Formsuche

Vergangene Saison noch der X-Faktor auf dem Weg zu Liga- und Champions-League-Titel, sind die beiden Flügelflitzer – die aktuellen Verletzungen außen vor gelassen – noch auf der Suche nach der Überform der vergangenen Rückrunde. Gehörten sowohl der Spanier (12 Assists) als auch der Brasilianer (14 Assists) letzte Spielzeit noch zu den Top-Vorbereitern im Team und machten insbesondere in den Spitzenspielen den viel besagten Unterschied aus, fehlt es offensiv bislang an Durchschlagskraft und Präzision (erst ein beziehungsweise zwei Vorlagen).

Und läuft es beim Außenverteidiger-Duo nicht rund, gerät das gesamte Flügelspiel der Blancos – letzte Spielzeit noch eine der größten Waffen der Madrilenen – gehörig ins Stocken, wie ein Blick in die Statistiken ebenfalls unterstreicht: Während beispielsweise Betis Sevilla nach jeder 13. oder Barcelona nach jeder 19. Flanke ein Tor bejubeln dürfen, benötigen die Königlichen aktuell ganze 106 (!) Versuche. Noch bedenklicher ist allerdings, wie das Flügelspiel lahmt, wenn beide Akteure nicht auf dem Platz stehen, wie beim jüngsten mühsamen 2:0-Erfolg über Espanyol, als man gegen die tiefstehenden Katalanen über die Außen kaum nennenswerte Chancen kreierte. Es bleibt zu hoffen, dass die beiden, und insbesondere Carvajal, schnellstmöglich wieder zu ihrer Top-Form finden.

Problem Nummer 3: Ohne James und Morata leidet die offensive Qualität

Die Abgänge von James Rodríguez, Álvaro Morata und auch Mariano Díaz waren im Einzelnen betrachtet nachvollziehbar, sind in der Summe aber wohl nicht gänzlich aufzufangen. Zumindest bei der Back-Up-Besetzung der Stürmerposition hätte man aus Real-Sicht etwas umsichtiger handeln können. Alleine durch die Abgänge von James und Morata verlor man auf einen Schlag zwei Spieler, die sich vergangene Saison zusammen für 50 (!) Scorerpunkte verantwortlich zeigten (31 Tore, 19 Vorlagen). Einen solchen Qualitätsverlust steckt auch ein Team wie Real Madrid nicht ohne Weiteres weg. Zu erwarten, dass Borja Mayoral und Dani Ceballos – ohne deren Potential in Frage zu stellen – diese Verluste postwendend auffangen könnten, scheint dann doch etwas optimistisch.

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Problem Nummer 4: Fehlende Torgefahr aus dem Mittelfeld

Es ist ein altbekanntes Problem der letzten Jahre, doch wird es bei Ronaldos gegenwärtiger Flaute in der Liga noch offensichtlicher: Weder Toni Kroos (vier Tore in 2017) noch Luka Modrić (noch kein Tor in 2017) sind besonders torgefährlich, durch den Abgang von James büßte man, wie bereits erwähnt, überdies jede Menge an Torgefahr aus dem Mittelfeld ein. Lediglich Isco (zwölf Tore in 2017) und mit Abstrichen Casemiro (neun Tore in 2017) sorgen dabei ein wenig für Entlastung, allen voran Isco benötigt dafür jedoch ebenfalls jede Menge Torchancen. Gerade gegen tiefstehende Gegner wäre es jedoch wünschenswert, wenn Ronaldo und Co. in der Offensive Entlastung aus der zweiten Reihe erfahren würden, da sich viele Kontrahenten in der Liga auf das flankenlastige Spiel der Madrilenen eingestellt zu haben scheinen. Wobei auch hier anzumerken ist, dass es nicht zwangsweise am Kreieren der Chancen scheitert, sondern an der Verwertung dieser. Gelegenheiten, ihr Torkonto entsprechend ausbauen, besaßen insbesondere Kroos und Modrić auch in dieser Spielzeit bereits zu genüge – allein der Ertrag mit einem respektive keinem Treffer fällt bislang äußert spärlich aus.  

Problem Nummer 5: Mangelnde Durchschlagskraft bei Standards

Die letzten Jahre noch eine der Waffen im Repertoire der Merengues, herrscht in dieser Spielzeit bislang noch eine große Flaute bei den Standardsituationen. Lediglich ein Freistoßtreffer von Asensio sowie ein Tor nach Ecke durch Lucas Vázquez stehen bislang zu Buche – im Vergleich zu den letzten Jahren eine äußerst magere Ausbeute. Vor allem der Ertrag bei den Ecken fällt bei durchschnittlich 8,6 Ecken pro Spiel bislang ziemlich dürftig aus. Auffällig dabei: Viele Eckstöße in dieser Spielzeit – egal ob von Toni Kroos oder einem anderen Spieler getreten – geraten entweder deutlich zu kurz oder zu lang, selbiges gilt für Freistöße aus dem Halbfeld.

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Reportage
Viel Aufwand, wenig Ertrag: Gründe für Reals „Torschusspanik“
International top, national mehr als durchwachsen. Das Fazit über Real Madrids Saisonstart fällt gemischt aus, besonders die mangelhafte Chancenverwertung bereitet so manchem Madridista Bauchschmerzen. REAL TOTAL auf der Suche nach Gründen für Reals „Torschusspanik“.
http://www.realtotal.de/viel-aufwand-wenig-ertrag-gruende-fuer-reals-torschusspanik/
10.10.2017, 09:08
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