Wieder kein „Galáctico“-Transfer – wieso auch nicht?

Manche Fans sind enttäuscht: Der Sommer ist um, und weder gehört David de Gea noch Kylian Mbappé oder ein anderer Benzema-Ersatz zu Real Madrid. Wie schon in den letzten Jahren sahen Florentino Pérez und Co. von „Galáctico“-Transfers ab, investieren das Geld lieber in andere Projekte. REAL TOTAL-Chefredakteur Nils Kern findet diese Konstanz gut. So reizvoll manche Namen auch erschienen mögen, Madrid kennt noch finanzielle Grenzen und vertraut weiterhin in das eigene Spielermaterial – der Erfolg gibt Real recht.

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Pérez griff auch diesen Sommer nicht tief in die Tasche – Foto: Javier Soriano/AFP/Getty Images

Real längst kein Kaufklub mehr

MADRID. Das war’s. Die Transferperiode 2017 ist nun auch in Spanien beendet. Und entgegen aller Erwartungen hat Real Madrid auch 2017 keinen „Galáctico“-Transfer getätigt. So wie 2016 und 2015 auch schon. Der letzte „galaktische“ Zugang datiert sogesehen aus dem Jahre 2014, als James Rodríguez für 75 Millionen Euro kam. Seitdem haben die Königlichen mehr eingenommen, als ausgegeben. Plus statt Minus. Seien es nun lukrative Verkäufe wie Ángel Di María (75 Millionen), Jesé Rodríguez (25 Millionen) oder zuletzt Álvaro Morata (62 Millionen) – Real Madrid ist nicht mehr länger ein Kaufklub. Stattdessen vertraut man auf die eigenen Stars und zieht junge Talente jahrelang heran. Raphaël Varane ist erstmals seit 2011 Innenverteidiger Nummer zwei, Carlos Casemiro, Mateo Kovačić und Marco Asensio kamen für vergleichsweise „kleines“ Geld und dürften noch jahrelang den Blancos zu Erfolg führen und die nächste Generation verheißungsvoller Talente ist da: Theo Hernández, Dani Ceballos und Marcos Llorente beispielsweise.

Sieben gegangen, Sechs gekommen

Sie sind drei der sechs Neuen: Theo, Ceballos, Llorente sowie Rückkehrer Borja Mayoral und Jesús Vallejo plus Achraf Hakimi aus der Castilla (Luca Zidane ist offiziell kein Teil der ersten Mannschaft). Auf der anderen Seite verließen Sieben den Champions-League-Sieger: James Rodríguez, Morata, Danilo, Mariano Díaz, Pepe, Fábio Coentrão und Rubén Yáñez. So mancher Fan hatte sich mehr oder zumindest andere Zugänge erhofft – sei es auf der Torhüter- oder der Rechtsverteidigerposition oder vor allem: in der Offensive.

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Kein Benzema-Backup? Schade!

Kurz vor Schließen des Transferfensters waren 85 Prozent der REAL TOTAL-Leser der Meinung, dass im königlichen Angriff am meisten Bedarf herrsche. Nachdem sowohl Karim Benzema als auch Gareth Bale in den ersten Wochen der Saison Formschwächen präsentierten und nicht viele Borja Mayoral die Rolle zutrauen, Benzema so zu vertreten wie es Morata letzte Saison tat, wurden viele Namen gehandelt. Doch aller haltlosen Gerüchte zum Trotze (Kane zu Real, Bale zu United, Hazard hier, Dybala da…) blieb es ruhig in Spaniens Hauptstadt. Schon wieder. Und auch wenn ich mir zumindest für Benzema mehr Druck seitens eines Backups wünschen würde, finde ich Madrids „Passivität“ gut. Borja Mayoral mag noch nicht den Eindruck dazu erwecken, doch wurde nicht ganz grundlos vor zwei Jahren als „neuer Raúl“ gehandelt. Und dann hätten die Blancos zu Kylian Mbappé sicherlich nicht nein gesagt, aber wollten die Verhandelspielchen und enormen Forderungen um den 18-jährigen Franzosen nicht mitmachen. Warum auch nicht? Man ist der beste Verein der letzten Jahre. Und hat drei Champions-League-Titel in vier Jahren und alles andere als ein veraltetes, perspektivloses Team, worüber sich auf der anderen Seite Barcelona-Fans beklagen. Egal wie sehr PSG, ManCity und Co. aufrüsteten, Madrid besitzt eine Mannschaft, welche noch über Jahre hinweg erfolgreich sein kann! Zinédine Zidane brachte die Harmonie ins Team, verwandelte eine Truppe aus Top-Stars, Routiniers und Talenten in ein „Equipazo“, die kämpft und siegt – egal welche Elf auf dem Platz steht.

Mbappé will nicht? Selbst schuld!

Der Sommer hätte auch anders verlaufen können: Hätte sich Morata mit United geeinigt, wäre vermutlich nicht nur Mariano noch da, sondern möglicherweise auch der Torhüter der Briten. Es hätte vieles passieren können, doch verfügt man nun über diese 22 hochbegabten Kicker. Und ich bin zufrieden! Für Druck auf der Mittelstürmerposition könnte auch CR7 sorgen. Und: Florentino Pérez lässt sich nicht erpressen, von keinem Mustafa Özil, von keinem Mino Raiola, und erst recht nicht von einem Franzosen, der erst ein Jahr auf hohem Niveau hinter sich hat. „Wer Madrid verlässt, verliert“, heißt es. Von Di María über Özil bis Higuaín haben in den letzten Jahren viele Ex-Spieler ihren einstigen Kameraden gratulieren müssen. Doch der Spruch könnte auch anders formuliert werden: „Wer nicht zu Madrid will, ist selbst schuld.“ David de Gea und Paul Pogba haben die Blancos im Super Cup einen Titel abgenommen, und wer weiß, ob Mbappé seine Entscheidung nicht auch mal bereuen wird. Ob die Merengues damit recht behalten, ihr Geld eher in das gegebene als in neues Spielermaterial (oder in andere Projekte, wie dem Stadion) zu investieren, wird sich zeigen, ansonsten ist der nächste „Galáctico“-Transfer eben 2018 fällig.

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Wieder kein „Galáctico“-Transfer – wieso auch nicht?
Manche Fans sind enttäuscht: Der Sommer ist um, und weder gehört David de Gea noch Kylian Mbappé oder ein anderer Benzema-Ersatz zu Real Madrid. Wie schon in den letzten Jahren sahen Florentino Pérez und Co. von „Galáctico“-Transfers ab, investieren das Geld lieber in andere Projekte. REAL TOTAL-Chefredakteur Nils Kern findet diese Konstanz gut. So reizvoll manche Namen auch erschienen mögen, Madrid kennt noch finanzielle Grenzen und vertraut weiterhin in das eigene Spielermaterial – der Erfolg gibt Real recht.
http://www.realtotal.de/wieder-kein-galactico-transfer-wieso-auch-nicht/
02.09.2017, 00:02
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