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Das ideale Gesamtpaket: Warum Eden Hazard zu Real Madrid passt

Nach den brisanten Aussagen seines Vaters nehmen die Gerüchte um einen Wechsel von Eden Hazard zu Real Madrid an Fahrt auf. Doch würde der Chelsea-Star im kommenden Sommer überhaupt als neuer Galáctico ins Estadio Santiago Bernabéu passen? REAL TOTAL macht den großen Check – und zieht ein eindeutiges Fazit.

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Hazard wechselte 2012 von Lille nach London – Foto: Roland Harrison/AFP/Getty Images

MADRID. „Er hat eine Vertragsvlängerung abgelehnt, um ein mögliches Interesse von Real Madrid berücksichtigen zu können.“ Mit diesen Worten in der belgischen Zeitung LE SOIR trat der Vater von Eden Hazard kurz vor dem Jahreswechsel eine Lawine los. Ein klareres öffentliches Angebot hätte der Ausnahmekönner des FC Chelsea den Königlichen nicht unterbreiten können. Doch würde eine Verpflichtung des 26-Jährigen Sinn ergeben? REAL TOTAL nimmt Hazard genau unter die Lupe.

Das spricht für Hazard

Seine Form! Bis auf eine weniger konstante Hinrunde in der Saison 2015/16, die ohnehin von persönlichen Problemen mit seinem damaligen Vorgesetzten José Mourinho gekennzeichnet war, liefert Hazard ausgezeichnete sportliche Argumente für einen Transfer nach Madrid. Dass er praktisch seit seinem Wechsel zu Chelsea im Sommer 2012 als einer der besten und beständigsten Kicker der Premier League gilt, hat er auch seiner guten Fitness – der Flügelflitzer verpasste in seiner bisherigen Karriere nur 17 Spiele verletzungsbedingt – zu verdanken. Aktuell ist Hazard mit 16 Scorerpunkten in allen Wettbewerben (acht Tore, acht Vorlagen) der wichtigste Offensivspieler Chelseas – gleichauf mit Ex-Blanco Álvaro Morata.

Seine Spielweise! Mit Hazard bekäme Real einen völlig neuen Spielertyp hinzu. Der 1,73-Meter-Mann vereint Dynamik und Ballkontrolle. Er ist dazu fähig, zwei oder drei Gegner auf sich zu ziehen und sie mit seiner Schnelligkeit stehen zu lassen. Isco kann das aufgrund seines mangelnden Tempos nicht, Cristiano Ronaldo nicht mehr. Und Jesé Rodríguez ist lange weg. Hazard würde Real im positiven Sinne ein großes Stück Unberechenbarkeit verleihen. Auch, weil er intelligent genug ist, um in eine spielmachende Rolle zu schlüpfen, denn er beherrscht sichere Verlagerungen, anspruchsvolle Schnittstellenpässe und kurze Ablagen ebenso sehr wie Tempoläufe und Körpertäuschungen. 

Sein Alter! Hazard feiert am 7. Januar seinen 27. Geburtstag. Er befindet sich demnach im besten Fußballer-Alter, um den Schritt zum großen Real zu wagen und vier bis fünf Spielzeiten auf dem allerhöchsten Niveau zu bestreiten. Viel später als im Sommer sollte der Deal aber nicht vonstatten gehen. Andere Offensiv-Kandidaten wie Neymar (25) oder Paulo Dybala (24) sind nämlich noch jünger und damit zugleich länger für den zwölfmaligen Champions-League-Sieger interessant.

Seine Ablöse! Ein Schnäppchen wäre Hazard sicherlich nicht. Für Neymar, Dybala oder Kane müsste Real aber viel tiefer in die Tasche greifen. Vor allem bei dem PSG-Star dürfte unter 300 Millionen Euro nichts gehen. Bei Hazard, so spekulieren jedenfalls englische Medien, würde Chelsea schon ab 120 Millionen Euro schwach werden.

Sein Gehalt! Hazard verdient bei den Blues rund 14 Millionen Euro pro Jahr. Eine in diesen Zeiten vertretbare Summe, die auch nicht das königliche Gehaltsgefüge sprengen würde. Anders sähe es zweifellos bei Neymar aus, der laut FOOTBALL LEAKS in Paris allein im Monat drei Millionen Euro kassieren soll.

Sein Berater! Die meisten potentiellen Galácticos haben mächtige, oft auch sehr gierige Berater, die sich viel Geld in die eigenen Taschen stecken möchten. Das schmeckt Real-Boss Florentino Pérez nicht. Anderenfalls würden jetzt wahrscheinlich Paul Pogba und Mino Raiola häufiger an und im Estadio Santiago Bernabéu zu sehen sein und Jorge Mendes so viele Real-Spieler betreuen wie noch vor ein paar Jahren. Tatsächlich ist der Einfluss von Mendes in Madrid inzwischen sehr gering; Cristiano Ronaldo ist abgesehen auf den noch an den FC Bayern verliehenen James Rodríguez sein einziger verbliebener Klient, der bei den Merengues unter Vertrag steht. Hazard wird von seinem Vater Thierry beraten. Bisher hat der 51-Jährige keine negativen Schlagzeilen produziert und gilt als besonnener Verhandlungspartner. Weitaus besonnener als beispielsweise Neymar senior.

Seine Privatsphäre! Das Umfeld eines Superstars ist enorm wichtig – vor allem in Madrid, wo möglicherweise so viele falsche Freunde lauern wie in keiner anderen Fußballmetropole Europas. Das haben schon viele hoch talentierte Spieler, etwa Wesley Sneijder oder Robinho, auf bittere Art und Weise erfahren müssen. Bei Hazard droht in dieser Hinsicht kein Risiko. Der Dribbelkünstler meidet Partys und fokussiert sich stattdessen voll und ganz auf seinen Beruf. Er vermittelt den Eindruck eines geerdeten Familienmenschen. Seit 2012 ist er mit seiner Jugendliebe Natacha Van Honacker verheiratet und hat mit ihr drei Söhne: Yannis, Leo und Samy. 

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Hazard mit zwei seiner drei Söhne – Foto: Clive Rose/Getty Images

Sein Wechselwunsch! Hazards Aussagen zufolge würde sich mit einem Wechsel nach Madrid und einer Zusammenarbeit mit seinem großen Idol Zinédine Zidane ein Herzenswunsch erfüllen. Spieler, die ihre Bereitschaft signalisieren, unbedingt das weiße Trikot tragen zu wollen, sehen Fans und Verantwortliche lieber als Spieler, die um ihre Zukunft pokern und auch andere, zum Teil rivalisierende Vereine als mögliche Abnehmer nennen. Das war bei Kylian Mbappé der Fall. Und auch Dybala gab in der jüngeren Vergangenheit den FC Barcelona als mögliches Ziel an.

Seine Kompatibilität mit CR7! Noch ist vollkommen unklar, wie Real die kommende Saison plant. Bevor über Hazards mögliche Rolle diskutiert werden kann, müssten Fragen wie „Was wird aus Karim Benzema?“ oder „Bleibt CR7?“ geklärt werden. Allerdings lässt sich sagen, dass Hazard durchaus kompatibel mit Weltfußballer Ronaldo wäre. Er würde zwar aller Wahrscheinlichkeit nach auf dessen linke Außenbahn rücken, fußballerisch wie menschlich aber nicht zwingend einen Eins-zu-Eins-Ersatz für den Portugiesen darstellen. Das Chelsea-Ass ist ein Teamplayer ohne Star-Allüren, der große Namen an seiner Seite duldet. Ronaldo könnte künftig zum Beispiel im Sturmzentrum agieren und von den Vorlagen des Belgiers profitieren.

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Das spricht gegen Hazard

Seine Defensivarbeit. Kritiker kreiden ihm oft an, zu wenig nach hinten zu arbeiten. Bei Chelsea fällt diese Nachlässigkeit dank des defensiv ausgerichteten Spielsystems von Trainer Antonio Conte (meist 5-3-2) kaum ins Gewicht. Hazard hat immer die Unterstützung des defensiv starken Linksverteidigers Marcos Alonso und kann sich daher nahezu ausschließlich auf seine Offensivaufgaben konzentrieren. In Madrid würde das anders aussehen. Zidane setzt mit Marcelo und Dani Carvajal auf extrem offensiv ausgerichtete Außenverteidiger, die sich in nahezu jeden Angriff einschalten. Hazard müsste Marcelo beispielsweise viel mehr entlasten. Das könnte ihm wertvolle Körner kosten, die er braucht, um seine Stärken im Dribbling auszuspielen.

Marco Asensio. Hazard und Asensio sind zwar unterschiedliche Spielertypen, fühlen sich aber beide auf der linken Außenbahn am wohlsten. Und da der spanische Shootingstar schon jetzt nur bedingt zum Einsatz kommt, wenn alle Stars fit sind, würde ein Neuzugang für diese Position seine Entwicklung eher hemmen statt fördern. Dieses Problem wäre nur mit einem Positionswechsel zu lösen. Einer der beiden könnte auch ins Zentrum oder auf die rechte Seite rücken, was aber wiederum andere Baustellen hervorrufen würde. Isco und Gareth Bale wollen ihre Stammplätze ebenso wenig hergeben, zumal mit Dani Ceballos ein hoch talentierter Mann für die Offensive mit den Hufen scharrt. Allerdings ist auch nicht sicher, wie sich Bale in den kommenden Monaten schlägt. Der Waliser spielt – vor allem wegen seiner enormen Verletzungsanfälligkeit – um seine Zukunft in Madrid.

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Auch REAL TOTAL findet: beide Daumen hoch für Eden Hazard – Foto: Richard Heathcote/Getty Images

Fazit: Bitte zuschlagen, Florentino!

Hazard liefert mehr Pros als Contras! Und an den Contras lässt sich arbeiten. Das Gesamtpaket – begonnen beim Preis-Leistungs-Verhältnis bis zum Auftreten des Spielers außerhalb des Rasens – stimmt einfach. Wenn Real Madrid im Sommer einen Galáctico holen möchte, gibt es derzeit keine idealere Alternative als Hazard. Eine Verpflichtung von Neymar würde den Blancos vielleicht mehr mediale Aufmerksamkeit und bessere Merchandising-Einnahmen bescheren, aber auch ein größeres Risiko auf einen Bruch im Mannschaftsgefüge mit sich bringen. Also Florentino Pérez, bitte zuschlagen!

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Das ideale Gesamtpaket: Warum Eden Hazard zu Real Madrid passt
Nach den brisanten Aussagen seines Vaters nehmen die Gerüchte um einen Wechsel von Eden Hazard zu Real Madrid an Fahrt auf. Doch würde der Chelsea-Star im kommenden Sommer überhaupt als neuer Galáctico ins Estadio Santiago Bernabéu passen? REAL TOTAL macht den großen Check – und zieht ein eindeutiges Fazit.
https://www.realtotal.de/das-ideale-gesamtpaket-warum-eden-hazard-zu-real-madrid-passt/
30.12.2017, 19:00
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