Offiziell

Halbfinal-Held bleibt nicht: Real Madrid verkündet Joselu-Abschied

Keine Weiterverpflichtung nach der Leihe: Joselu bleibt aus freien Stücken nicht im Estadio Santiago Bernabéu. Real Madrid verkündet den Abgang des 34-jährigen Spaniers, der einen Wechsel nach Katar bevorzugt.

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Joselu Real Madrid
Joselu verzichtet auf einen Verbleib bei Real Madrid – Foto: Clive Brunskill/Getty Images

Real Madrid hätte Joselu behalten

MADRID. Wie könnte man jemanden vom Hof jagen, der 17 Tore erzielt, dabei unter anderem sogar mit einem Doppelpack den Einzug in das letztlich gewonnene Finale der UEFA Champions League beschert hat? Real Madrid hatte das im Falle von Joselu nicht vor – dennoch trennen sich die Wege. Das ist jetzt auch offiziell bestätigt.

Der 34-Jährige nimmt nach seiner Leihe während der Saison 2023/24 wieder Abschied, obwohl die Königlichen geplant hatten, ihn per Kaufoption für festgeschriebene 1,5 Millionen Euro von Erstliga-Aufsteiger Espanyol Barcelona fest zu halten. Offiziell haben sie das auch getan – jedoch nur mit dem Ziel, ihn für denselben Betrag sofort wieder abzugeben, ihm den Transfer so zu erleichtern. Andernfalls hätte die festgeschriebene Ablöse nach Espanyols Angaben „viel höher“ gelegen.

Eine Weiterbeschäftigung bei Real hatte sich eigentlich abgezeichnet, zumal Joselu selbst diesen Wunsch auch immer wieder ausgesprochen hatte. Nun kommt es doch anders, weil Joselu selbst es so bevorzugt. Grund: Die noch höhere Konkurrenzsituation im Angriff durch die Verpflichtungen von Superstar Kylian Mbappé und Youngster Endrick.

In der Abwägung war ein Transfer nach Katar zum Al-Gharafa SC für ihn in finanzieller Hinsicht zu schmackhaft. Er soll dort acht Millionen Euro netto pro Saison verdienen. Sein Vertrag läuft zwei Jahre, hat wohl noch die Option auf eine dritte Saison. Damit kehrt er also auch nicht zu seinem katalanischen Stammverein zurück.

Helden-Status nach Doppelpack gegen FC Bayern

Von seinen 49 Einsätzen unter Carlo Anelotti bestritt Joselu 18 von Beginn an, mit seiner Rolle als Reservist konnte er leben. Nicht wenige Madridistas wird es sicher betrüben, dass ihr Held geht. Ihr Held vom Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Bayern München, als der spanische Nationalspieler einen 0:1-Rückstand, mit dem man ausgeschieden wäre, in der 88. Minute und ersten Minute der Nachspielzeit als einer der Eingewechselten per Doppelpack noch vor der Verlängerung in ein 2:1 drehte.

Joselu schoss sich so in die Herzen der Anhänger und besaß demnach selbst keinen geringen Anteil am späteren Gewinn des Henkelpokals, auch wenn er beim 2:0 im Finale gegen Borussia Dortmund nur wenige Minuten mitwirkte. Das Endspiel im Mai 2022 hatte er als Schwager von Daniel Carvajal als Fan miterlebt, nun war er mittendrin statt nur dabei.

Mit der Königsklasse, der Meisterschaft und der Supercopa de España räumte Joselu übrigens seine ersten Vereinstitel überhaupt ab. Für den gebürtigen Stuttgarter, der bereits von Mitte 2010 bis Mitte 2012 beim weißen Ballett gewesen war und damals sein Profi-Debüt gefeiert hatte, werden es womöglich die einzigen relevanten bleiben.

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von
Filip Knopp

Begleitet den Mythos Real Madrid als Fan seit der Ära der „Galácticos“ und journalistisch bei REAL TOTAL seit Mitte 2011. Erfahrungen auch bei SPORT1 und SPOX, zudem Autor von »111 GRÜNDE, REAL MADRID ZU LIEBEN«.

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