
Die Ausgangslage
- Es ist wieder mal so weit: Wie bereits in den letzten drei Jahren kommt es auch im diesjährigen Endspiel der Supercopa de España in Saudi-Arabien zum Clásico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona (Sonntag, 20 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker, im Watchalong und im TV). Nach dem Sieg der Königlichen im letzten Liga-Aufeinandertreffen (2:1) ist es das zweite Duell der beiden Erzrivalen in dieser Saison, das 262. insgesamt. Dabei können die Königlichen nicht nur den zweiten Schritt in Sachen Wiedergutmachung nach den vier Clásico-Niederlagen in der Vorsaison tun, sondern auch ihren ersten Titel seit Dezember 2024 gewinnen. Für Xabi Alonso wäre es die erste Trophäe als Trainer der Blancos – einer von vier möglichen in dieser Spielzeit. Sein Team geht mit einer Serie von fünf aufeinanderfolgenden Siegen ins Finale und dürfte trotz aller personellen Probleme und des kräftezehrenden Halbfinal-Derbys gegen Atlético (2:1) hoch motiviert sein. Abgesehen vom möglichen Titelgewinn war die Supercopa zuletzt auch regelmäßig auch guter Indikator, wie der Rest der Saison verlaufen könnte – wer in den letzten drei Jahren den Superpokal gewann, wurde am Ende auch spanischer Meister, so wie Barcelona 2022/23 und 2024/25, und die Königlichen in der Spielzeit 2023/24. Seit 2017/18 gewinnt Real die Supercopa übrigens in regelmäßigen Abständen von zwei Jahren und wäre nach dieser Arithmetik diesmal wieder an der Reihe.
- Für Real Madrid spricht außerdem eindeutig die Finalbilanz: In 20 Supercopa-Finals gingen die Blancos 13 Mal mit dem Pokal nach Hause. Gegen den diesjährigen Finalgegner liest sich die Statistik übrigens noch beachtlicher: In zehn Final-Clásicos um die Supercopa – das ist im Übrigen die Rekordbegegnung – musste man lediglich dreimal dem großen Rivalen beim Jubeln zusehen und durfte selbst bei sieben Gelegenheiten den Pokal in die Luft strecken. Auch generell kann sich Reals Final-Bilanz gegen die Katalanen sehen lassen: Seit Barcelonas gewonnenem Pokal-Clásico 1990 haben die „Culés“ nur noch vier Titel im direkten Duell gegen Real Madrid geholt, nämlich die Supercopa 2011, 2023 und 2025 sowie die Copa 2025. Zum Vergleich: Die Blancos erkämpften seit 1990 acht Titel (fünfmal Supercopa, zweimal Copa del Rey) in Clásicos – der neunte könnte folgen. Der zwölfte insgesamt aus einem Clásico-Duell.
Der Gegner
- In den ersten knapp drei Monaten der Saison tat sich der amtierende spanische Meister und Supercopa-Sieger durchaus schwer, denn zum einen war da die Verletzungsmisere, die vor allem Barcelonas Offensive immer wieder hart traf, aber auch defensiv war Barça in der laufenden Spielzeit lange deutlich anfälliger, obwohl sich das noch nicht zwingend in der Anzahl der Gegentore widerspiegelt, denn schwächere Liga-Gegner wie beispielsweise Girona kamen gegen den Meister zwar zu etlichen Chancen, konnten sie aber nicht verwerten. Die riskante Spielweise mit der hohen Abseitsfalle, 2024/25 noch das Markenzeichen von Flicks Mannschaft, funktioniert(e) ohne Iñigo Martínez, den es im Sommer nach Saudi-Arabien zog, längst nicht mehr so tadellos wie im Vorjahr. Doch ausgerechnet nach dem verlorenen Clásico in Madrid Ende Oktober, nach dem der Abstand zu Tabellenführer Real fünf Punkte betrug, kam Flicks Team richtig ins Rollen. Seit dem 26. Oktober kamen in LaLiga nur noch Siege dazu und inzwischen thront Barcelona in der Tabelle über dem Rekordmeister mit vier Zählern Vorsprung. Trotzdem sind die Katalanen defensiv immer noch nicht ganz sattelfest, Espanyol und Villarreal hatten das zuletzt gezeigt, scheiterten aber an ihrer Effizienz. Vor dem erneuten Duell gegen den Erzrivalen aus der Hauptstadt gestaltet sich die Personalsituation für Final-Experte Hansi Flick eher entspannt, jedenfalls deutlich besser als bei Real selbst. So muss der Deutsche mit Ronald Araújo, Gavi und Andreas Christensen nur auf drei Akreure verzichten, der Rest ist fit und einsatzbereit – auch Lamine Yamal, der zuletzt im Halbfinale gegen den Athletic Club erst in der Schlussphase von der Bank kam.
Voraussichtliche Startelf: Joan García – Koundé, Cubarsí, Eric García, Balde – de Jong, Pedri – Lamine Yamal, Fermín, Raphinha – Lewandowski.
Personelles und voraussichtliche Aufstellung
- Alles blickt auf Kylian Mbappé! Der Franzose, der wegen einer Verstauchung im linken Knie weder beim Liga-Jahresauftakt gegen Betis noch im Supercopa-Halbfinale gegen Atlético dabei war, ist inzwischen nachgereist und konnte auch beim Abschlusstraining mitmachen. Auch Rodrygo Goes war in der zweiten und letzten Einheit vor dem Endspiel dabei. Dafür fehlten auf der anderen Seite zwei andere Stars, die zuletzt dabei waren: Antonio Rüdiger sowie Ferland Mendy! Der Deutsche spielte bereits im Derby mit Schmerzen im Knie, dürfte also gegen Barça aussetzen, während der Franzose mal wieder angeschlagen ist. So dürfte zumindest Rodrygo gesetzt sein, und auch um Raúl Asencio gab es leichte Sorgen, aber er mischte ebenfalls im Training normal mit. So wie auch Dean Huijsen, David Alaba, Daniel Carvajal – mit Bandage am rechten Knie. Alle Drei waren zuletzt verletzt oder noch nicht ganz bereit, aber zumindest Huijsen kann sich Startelf-Hoffnungen machen, da Rüdiger wohl ausfällt.
- Verletzt: Éder Militão (Muskelriss), Trent Alexander-Arnold (noch nicht fit)
- Verreist: Brahim Díaz (Afrika-Cup)

Statistiken und Besonderes
- GESAMTBILANZ: Nach der mehr oder weniger offiziellen Erstaustragung im Jahr 1902 wird el Clásico durch die Liga-Gründung seit 1928 regelmäßig ausgetragen, zumal Real und Barça (ebenso wie Athletic) noch nie abgestiegen sind. So kommen bis heute 261 Clásicos in diversen Wettbewerben zusammen, deren knappe Mehrheit dank der letzten Jahre an die Königlichen ging (106 zu 103).
- ALONSO ERSTMALS GEGEN FLICK: Für die beiden Cheftrainer ist das Supercopa-Finale das erste Duell gegeneinander überhaupt, denn obwohl Xabi Alonso bereits einen Clásico hinter sich hat, bekam er es am 26. Oktober im Estadio Santiago Bernabéu auf der anderen Seite nicht mit Hansi Flick zu tun, sondern mit dessen Assistent Marcus Sorg. Der ehemalige Bayern-Trainer musste nämlich aufgrund einer Rot-Sperre die Niederlage seines Teams von der Tribüne aus beobachten. Und während Alonso in seiner Trainerkarriere erst zwei von drei Endspielen gewinnen konnte, hat der Deutsche die makellose Bilanz aus sieben von sieben – zwei davon mit Barça.
- SCHIEDSRICHTER: Die Leitung des Spiel hat der spanische Verband José Luis Munuera Montero (42) anvertraut. Im Madridismo ist der Referee alles andere als unumstritten, denn er war unter anderem der Schiedsrichter, der Jude Bellingham im letztjährigen Duell zwischen Osasuna und Real Madrid wegen des berühmten „Fuck off” vom Platz gestellt hat und der später zudem wegen der Tätigkeiten seiner Beratungsfirme, die unter anderem mit LaLiga und der UEFA zusammenarbeitet, wegen Interessenkonflikts angezeigt wurde, doch der spanische Fußballverband (RFEF) sprach ihn frei, da er keinen tatsächlichen Konflikt feststellen konnte.



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