Pressekonferenz

„Neuanfang für alle“: Arbeloa über Beförderung, Alonso und Mourinho

Normalerweise wäre es eine weitere Pressekonferenz mit Xabi Alonso vor einem Pflichtspiel geworden, nun jedoch ist die Medienrunde vor dem Copa-del-Rey-Achtelfinale gegen Zweitligist Albacete Balompié (Mittwoch, 21 Uhr) vielmehr die Vorstellung von Álvaro Arbeloa. Nach dem Trainerknall bei Real Madrid am Montag spricht der neue Coach der Profis unter anderem über seinen Austauscht mit Freund Alonso, die Beförderung und den Vergleich mit José Mourinho.

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Álvaro Arbeloa ist voller Tatendrang – Foto: Denis Doyle/Getty Images

Real Madrid: ÁLVARO ARBELOA über …

… seine Beförderung zum Trainer von Real Madrid: „Für mich ist es natürlich ein besonderer Tag. Ich bin 42 Jahre alt, werde am Samstag 43, bin 20 Jahre in diesem Klub. Jeder Tag, den ich beim besten Klub der Welt und Geschichte bin, ist ein besonderer. Der heutige ist natürlich einer davon. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die ich trage. Ich freue mich sehr, bin auf eine Mannschaft getroffen, die viel Lust hat. Unter mir starten alle Spieler bei null. Es ist ein Neuanfang für alle.“

… die Entwicklungen am Montag: „Gestern Nachmittag wurde mir mitgeteilt, dass Xabi und der Klub sich auf eine einvernehmliche Trennung geeinigt haben und sie wollten, dass ich die Verantwortung und den Posten bei der ersten Mannschaft übernehme. Das war wenige Minuten, bevor die Mitteilung veröffentlicht wurde.“

… seinen Austausch mit Xabi Alonso: „Ich habe gestern mit Xabi gesprochen. Ihr wisst um die Beziehung und Freundschaft zu ihm, wie sehr ich ihn schätze und mag. Das beruht auf Gegenseitigkeit und bleibt auch so. Was ich gestern mit Xabi besprochen habe, bleibt unter uns. Ich habe große Lust auf mein erstes Spiel morgen. Ich habe das Glück, eine ausgezeichnete Mannschaft zu haben. Ich habe große Lust auf den morgigen Tag.“

… vor dem Hintergrund seines engen Drahts zu Alonso mögliche Zweifel an der Nachfolge: „Nein. Er hat mir das Beste gewünscht. Umgekehrt hätte ich es ihm genauso gewünscht. Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, das über vielem steht, haben uns gestern eine Weile lang unterhalten. Er hat mir natürlich das Beste gewünscht und ich ihm auch, denn er ist ein großartiger Trainer. Ich bin mir sicher, dass es ihm in Zukunft sehr gut ergehen wird. Wir werden immer zusammenstehen, wie es in den vergangenen Jahren war.“ 

… die Dauer seiner Amtszeit, da er nicht als Interimstrainer bezeichnet wird: „Ich bin seit 20 Jahren in diesem Klub und werde so lange bleiben, wie Real Madrid es will. Das ist mein Zuhause, so wird es immer sein.“

… Wege, wie er das Team zum Erfolg führen will: „Ich denke, wir haben alle die letzten Spielen und die bisherige Saison gesehen, wie sich die Spieler im Finale der Supercopa angestrengt haben. Wir haben nicht nur eine großartige Mannschaft, sondern auch eine Gruppe an Jungs, die zu allem bereit sind. Sie wissen, was für ein Anspruch bei Real Madrid herrscht. Man darf auch nicht vergessen, dass Spieler mit sechs Champions-League-Titeln da sind, dass viele Champions-League-Sieger mit Real Madrid geworden sind. Das scheint schnell vergessen zu werden. Mit dem Wappen zu gewinnen, kann man nur mit Anstrengung, Aufopferung, Konstanz. Das hat Real Madrid zum besten Klub der Geschichte mit der größten Vita des Weltfußballs gemacht.“

… die Probleme in der Mannschaft: „Wir haben diese Saison noch alles vor uns, sind in allen drei Wettbewerben in einer guten Ausgangslage. Wir sind in der Liga gut positioniert, auch in der Champions League. Das ist das das Einzige, was mich beschäftigt. Ich will alle Spieler zur Verfügung haben, mit ihnen viel arbeiten, sie kennenlernen, dass sie etwas von dem erfahren, was ich will. Aber wichtig sind am Ende sie, dass sie sich ausdrücken können, dass sie glücklich sind, dass man es ihnen auf dem Platz ansieht, dass sie es genießen. Das ist eine Mannschaft, in der du es genießen musst. Es ist das Beste, das dir im Leben passieren kann, dieses Wappen zu tragen. Es ist ein enormes Privileg für uns alle.“

… seinen Umgang mit den Stars: „Es ist nichts, das mich so sehr beschäftigt. Wie gesagt: Wir haben nicht nur einen Kader mit großartigen Profis und Fußballern mit einem enormen Talent, sondern es sind auch gute Jungs mit viel Lust darauf, einen guten Job zu machen. Ich sage immer: Niemand ist so interessiert daran, dass Real Madrid Titel gewinnt als die Spieler von Real Madrid. Ich weiß, wie es ist, Spieler von Real Madrid zu ist. Ich weiß, wie es ist, erfolgreich zu sein, welche Freude wir unseren Millionen Fans auf der Welt bereiten, welche Verantwortung wir tragen. Ich habe den Spielern heute Morgen gesagt: Meine beste Zeit in meinem Leben war die Zeit als Spieler von Real Madrid. Sie müssen es genießen, es fühlen. Sie verlangen von sich zudem selbst viel ab. Damit verbleibe ich. Der erste Tag war sehr gut, die erste Kontaktaufnahme war sehr gut.“

… Spannungen mit Profis wie Vinícius Júnior mit Blick auf dessen Auswechsel-Eklat im Liga-Clásico: „Ich versetze mich nicht in Szenarien, die nicht passiert sind. Was mich beschäftigt, ist das morgige Spiel. Ich habe das enorme Glück, auf Vinícius zählen zu können. Ein Spieler, der von den Fans geliebt wird. Jeder hat gesehen, was für ein Spiel er am Sonntag gemacht hat. Das ist der Viní, den wir sehen wollen. Ein Viní, der lacht, es genießt, tanzt, spielt, den Unterschied ausmacht. Nur das beschäftigt mich, nur das will ich von Viní sehen.“

… Antonio Pintus, der als Konditionstrainer wieder dem Stab angehört: „Für mich ist es ein Privileg, Antonio Pintus im Trainerstab zu haben. Er hat fünf Champions-League-Titel im Rücken, ist ein hervorragender Fitnesstrainer, sicherlich einer der besten der Welt. Er wird für den körperlichen Bereich verantwortlich sein, kennt viele Spieler sehr gut. Er hat seine Methode, von der wir alle wissen, wie gut sie hier funktioniert hat. Es ist eine enorme Freude, mit ihm zu arbeiten, von ihm zu lernen, an seiner Seite zu sein.“

… sein Trainer-Vorbild José Mourinho: „Ich habe noch nicht mit José gesprochen. Für mich war es ein Privileg und eine Ehre, von José Mourinho trainiert zu werden. Ich habe eine großartige Beziehung zu ihm, aber nicht mit ihm gesprochen. Er hat mich sehr beeinflusst. Ich werde aber Álvaro Arbeloa sein. Angst vor dem Scheitern habe ich nicht, die hatte ich nie. Ich bin mir aber sicher: Wenn ich José Mourinho sein wollen würde, würde ich kläglich scheitern.“

… das, was er von seinen einstigen Trainern für sich als Coach mitgenommen hat: „Ich hatte viele und sehr gute. Ich werde nicht anfangen, sie beim Namen zu nennen, weil ich keinen vergessen will. Sie waren natürlich sehr wichtig in meiner Karriere, ein großer Einfluss auf mich jetzt als Trainer. Viele von ihnen sind Legenden, sie haben im Fußball alles gewonnen. Es war ein Privileg und eine Ehre, von allen trainiert zu werden. Hoffentlich mache ich es nur halb so gut wie sie.“

… die öffentliche Art und Weise, wie er Schiedsrichterleistungen beurteilt: „Wir haben nicht ein Spiel bestritten und schon werde ich dazu befragt. Ich bin im Moment sehr darauf fokussiert, was morgen passieren kann, die Mannschaft gut vorzubereiten, gut mit einem Sieg zu starten. Alles andere beschäftigt mich nicht.“

… seine Definition eines guten Spiels: „Real Madrid ist 123 Jahre alt und es ist schwierig, dass es mal anerkannt wird, wenn man gut spielt. Wir wissen um den Anspruch und hier gab es Trainer, die drei Champions-League-Titel gewannen und als sie nach Hause kamen, wirkte es so, als würden sie den Garten bewässern. Ich weiß, wo ich bin, was Real Madrid ist, welcher Anspruch von außen herrscht. Mir ist klar, was ein gutes Spiel ist und vor allem, was der Fan will. Was er in der Mannschaft sehen will. In diesem Klub geht es darum, erfolgreich zu sein, die DNA zu zeigen, die uns hierhin geführt hat, zu den Trophäen. Das ist unser Weg. Mir ist wichtig, dass wir unsere Fans begeistern können und die Vitrine immer weiter zu füllen. Das ist mein Job, meine Obsession.“

… die Einbindung der Jugend: „Für mich ist die Jugend von Real Madrid die beste Jugend der Welt, das demonstrieren wir seit vielen Jahren. Es gibt überall Spieler, die dort groß geworden sind. Ich hatte das große Glück, in den vergangenen Jahren viele Spieler gehabt zu haben. Sie haben mich hierhin geführt, das ist die Realität. Sie wissen, dass sie eine große Chance haben, dass der Trainer der ersten Mannschaft sie jetzt besser kennt als alle anderen. Sie wissen natürlich, dass ich auf sie zähle.“

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von
Filip Knopp

Begleitet den Mythos Real Madrid als Fan seit der Ära der „Galácticos“ und journalistisch bei REAL TOTAL seit Mitte 2011. Erfahrungen auch bei SPORT1 und SPOX, zudem Autor von »111 GRÜNDE, REAL MADRID ZU LIEBEN«.

Kommentare
Wie würden Sie mit einer Reaktion wie der von Vinicius im Clásico umgehen? „Ich male mir keine Szenarien aus, die nicht eingetreten sind. Ich habe Glück, Vinicius zu haben .“
Wie viel von Mourinho werden wir sehen? „Nein, ich habe noch nicht mit José gesprochen. Es war mir eine Ehre und ein Privileg, von ihm trainiert worden zu sein. Er hat mich sehr beeinflusst. Ich werde wie Álvaro Arbeloa spielen, und ich bin mir sicher, dass ich scheitern würde, wenn ich versuchen würde, wie Mourinho zu sein.“



Auf gut Deutsch wir sind ge4ickt
Also wenn der wirklich mit diesen Diven kuscheln will und auf schleimscheisser machen will dann warst das kann er ja immer die selbe 11 spielen lassen am besten
 
Wie würden Sie mit einer Reaktion wie der von Vinicius im Clásico umgehen? „Ich male mir keine Szenarien aus, die nicht eingetreten sind. Ich habe Glück, Vinicius zu haben .“
Wie viel von Mourinho werden wir sehen? „Nein, ich habe noch nicht mit José gesprochen. Es war mir eine Ehre und ein Privileg, von ihm trainiert worden zu sein. Er hat mich sehr beeinflusst. Ich werde wie Álvaro Arbeloa spielen, und ich bin mir sicher, dass ich scheitern würde, wenn ich versuchen würde, wie Mourinho zu sein.“



Auf gut Deutsch wir sind ge4ickt
Also wenn der wirklich mit diesen Diven kuscheln will und auf schleimscheisser machen will dann warst das kann er ja immer die selbe 11 spielen lassen am besten
Was hätte er deiner Meinung nach antworten sollen lol? Soll er ehrlich antworten und sich nach einem Tag bereits wieder ins Abseits manövrieren, er hat gestern mit Xabi gesprochen, er sagte "Das Gespräch bleibt unter uns", was denkst du was zwei enge Freunde miteinander besprechen, natürlich war das schonungslos ehrlich und direkt, natürlich wurden die Probleme angesprochen.

Wäre aber ein absolut dummer Move von Arbeloa sich auch nur annähernd irgendwie angreifbar zu machen durch irgendwelche Aussagen, diese PK's bestehen nur aus Floskeln kennen wir doch mittlerweile alle.

Wie es innen in Ihm aussieht ist ein anderes Thema, er wird ganz genau hingeschaut haben und auch dadurch entgegen deiner Meinung schon gelernt haben wann er was sagen soll und darf.

Lasst den Mann jetzt erstmal machen, schlimmer gehts spielerisch sowieso nicht mehr, ausserdem habe ich erneut die Hoffnung das nun zbs ein Cestero (Wurde von Arbeloa als die beste 6 Spaniens geadelt) eine Chance bei uns erhält, ein Thiago Pitarch, einen Jesus Fortea, wieso keinen Gabri Valero, der dribbelt die Liga kaputt auf Rechtsaussen. Diesesmal haben wir eine andere Konstellation, ist nochmal ein anderes Szenario wenn ein Trainer von der zweiten direkt aufsteigt und wirklich mit den Jungs gearbeitet hat, als wenn er nur sagt er möchte auf die Jugend setzen.

Ich sage wir sollten Arbeloa machen lassen, Xabi ist weg, der Drops ist gelutscht und nicht rückgängig zu machen, die Spieler die sich daneben benommen haben sind weiterhin da ob das den Fans gefällt oder nicht. Im Zweifelsfalle verliert meistens der Trainer und im Real Madrid Universum sogar IMMER.

In diesem Sinne, mucha suerte Alvaro!
 
Wie würden Sie mit einer Reaktion wie der von Vinicius im Clásico umgehen? „Ich male mir keine Szenarien aus, die nicht eingetreten sind. Ich habe Glück, Vinicius zu haben .“
Wie viel von Mourinho werden wir sehen? „Nein, ich habe noch nicht mit José gesprochen. Es war mir eine Ehre und ein Privileg, von ihm trainiert worden zu sein. Er hat mich sehr beeinflusst. Ich werde wie Álvaro Arbeloa spielen, und ich bin mir sicher, dass ich scheitern würde, wenn ich versuchen würde, wie Mourinho zu sein.“



Auf gut Deutsch wir sind ge4ickt
Also wenn der wirklich mit diesen Diven kuscheln will und auf schleimscheisser machen will dann warst das kann er ja immer die selbe 11 spielen lassen am besten
…was hast du den gedacht was sich unter ihm ändert? Ich kann’s dir sagen - GAR NICHTS - entweder er spielt den Hampelmann denn nichts anderes bist du in dieser Mannschaft und als Trainer im Moment bei Real!
 
Er will Spieler die lachen, genießen, tanzen und den Unterschied ausmachen ( ich kann den Unterschied ausmachen, halt in die falsche Richtung ).

Wenn nicht mehr gefordert ist brauchen wir uns über die Leistungen nicht wundern
 

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