100%. Top-Beitrag. Das ist es. Kann man auch von den "kritischen" Journalisten rund um Madrid hören/lesen. Nils und Edin berichten ähnliches.Ergänzung zu den Punkten von @Tom_U , @Iago Blanco , @Isco & @Gandalf - die mir jetzt gerade so als Gedanke einfallen:
Je länger ich das Ganze anschaue desto mehr habe ich das Gefühl, dass Real Madrid intern komplett verkrustet ist. Eigentlich bräuchte dieser Verein eine Sanierung von innen. Nicht finanziell, sondern strukturell und sportlich natürlich.
Ich glaube nicht, dass Perez alleine schuld ist. Das wäre zu einfach. Das Problem ist eher eine ganze Kette von Leuten, intern und extern, die mitreden und mitmischen. Alte Seilschaften, Kackerlacken in der Führung, die man nie sieht. Beweisen kann ich das nicht, klar. Aber die Muster sind fast schon offensichtlich.
Man hört Aussagen wie die von Sacchi, man erinnert sich an Zizou, der nicht ohne Grund selbst gegangen ist und man sieht, dass sich sportliche Probleme immer wiederholen. Egal welcher Trainer kommt. Am Ende passiert mehr oder weniger immer dasselbe.
„Perez out“ ist für mich auch zu kurz gedacht. Unter ihm sind wir finanziell stabil, und das ist nicht nichts. Wer die Zeit unter Calderon erlebt hat weiss, wie schnell es chaotisch werden kann. Aber nur weil es finanziell läuft, heisst das nicht, dass sportlich alles okay ist. Ganz im Gegenteil.
Was mich wütend macht, ist nicht eine titellose Saison. Was mich wütend macht, ist dass sportlich keine klare Linie da ist. Keine Hierarchie, kein Plan. Trainer haben keine Macht, Spieler tanzen herum und am Schluss ist immer der Trainer schuld.
Ich frage mich oft, was Santiago Bernabeu dazu sagen würde. Ich denke, der hätte nicht lange diskutiert. Der hätte aufgeräumt. Klare Ansagen und klare Verantwortung, fertig.
Kurz gesagt: nicht alles ist kaputt, aber sportlich läuft hier mächtig etwas falsch.
Und solange man die kackerlacken in der Führung nicht loswird, wird sich auch nichts Grundlegendes ändern.
Man muss sich halt sonst die Dinge selbst zusammenreimen: in dem man die Spiele und die Transfers verfolgt, um die sportliche Ebene zu sehen; in dem man die Berichte zur Vereinsentwicklung, zu den Statuten und der ökonomischen Situation liest, um die strukturelle Komponente zu sehen. Dazu Berichte, so es denn mal welche gibt, von Leuten, die das Großunternehmen Real Madrid verlassen haben (das beginnt bei ehemaligen Spielerinnen bei Real Feminino und endet bei Physiotherapeuten und Ernährungsberaterinnen) oder Berichte über solche, die noch aktiv sind, und da gehts speziell darum, wie sie zum Verein gekommen sind (zB der langjährige "Chefarzt" war schlicht und einfach Pérez' Hausarzt und sein Buddy)
Dann kann man erahnen, was hier läuft. Diese Verkrustung ist "normal", wenn es Langzeitpräsidenten gibt. Gravierender wirkt sich das halt aus, wenn sie charakterlich so sehr machtversessen sind wie Florentino und jeden Bereich selbst regeln wollen, anstatt kompetente Experten mit Eigenverantwortung auszustatten. Dann schart man Ja-Sager um sich und irgendwann ist man weg von der Realität. Das heißt nicht, dass solche Leute nicht auch viel Positives bewirken können. Pérez hat seine Verdienste und wird in die Geschichte eingehen.
Aber vielleicht ist das alles auch nicht so schlimm und @Benzema wird Recht behalten: Xabi war einfach der Falsche und mit Arbeloa wird das Werk laufen wie geschmiert. Ich hoffe sogar, dass er ein Momentum entfachen kann. Die Qualität ist ja theoretisch da. Ob der Fußball aber so organisch-organisiert aussehen wird... vamos a ver!

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