Interview

Ex-Mitspieler über Vinícius: „Man kann verstehen, wenn es nervt“

Vinícius Júnior polarisiert und eckt an. So sehr, dass bei Real Madrid auch in der eigenen Mannschaft ein Verständnis für die Verärgerung bei Gegnern entwickelt wird. Das berichtet Toni Kroos, während Karim Benzema den Brasilianer eher in Schutz nimmt.

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Vinícius Júnior Real Madrid
Vinícius Júnior spielt seine achte Saison bei Real Madrid – Foto: Denis Doyle/Getty Images

Vinícius Júnior immer unbeliebter geworden

MADRID. Er spielt bei Real Madrid, er trägt dort die legendäre Rückennummer 7 und er kommt dort über den linken Flügel. Aber nein, es ist nicht ein gewisser Cristiano Ronaldo, mit dem man Vinícius Júnior immer mal wieder vergleicht. Stattdessen fällt der Name des 25 Jahre alten Brasilianers oftmals in Verbindung mit seinem Idol Neymar – weniger fußballerisch gemeint, obwohl sie ihre Position und Fertigkeiten im Dribbling gemeinsam haben. Es geht um den umstrittenen Charakter, das Image, das polarisierende Verhalten auf dem Rasen.

Vinícius stößt in fremden Stadien auf jede Menge Ablehnung, sowohl in Spanien als auch auf internationaler Bühne. Woran sich viele stören: seine oftmals vermeintlichen Schwalben, sein Lamentieren gegenüber Schiedsrichtern, sein Fordern von Freistößen oder Elfmetern, von Karten, seine aufmüpfige Art gegenüber Gegenspielern und gegnerischen Fans.

Dass der begabte Südamerikaner derart aneckt, war und ist auch so manchem Teamkollegen ein Dorn im Auge. Toni Kroos beispielsweise nahm sich den temperamentvollen Vinícius oft zur Brust, um zum Wohle der Mannschaft auf ihn einzuwirken.

Toni Kroos: Ganzes Team in Mitleidenschaft gezogen

„In dem Moment habe ich ihm oft gesagt, dass jetzt mal gut ist, weil man dann auch das Gefühl bekommt, dass das ganze Team wegen seiner Art irgendwann mal benachteiligt wird. Man kann irgendwann verstehen, wenn es nervt – ob das ein Gegenspieler, ein Schiedsrichter oder ein gegnerisches Publikum ist“, blickte der 35 Jahre alte Ex-Profi am Montag als Co-Kommentator bei einem Spiel seiner Icon League in Düsseldorf zurück.

„Als Team hast du das Gefühl, dass es sich jetzt aufgrund dessen gegen das komplette Team richtet. Ich habe auf dem Platz sehr oft versucht, ihn ein bisschen zu beruhigen – aber vor allem auch, damit er nicht aus seinem eigenen Spiel herauskommt, weil das manchmal passiert ist. Ich habe oft gesagt: ‚Du bist so gut, du brauchst das gar nicht‘“, so Kroos über den Stürmer-Star, der mit seinen bis dato erst drei Gelben Karten unter Xabi Alonso (vergangene zwei Spielzeiten insgesamt 27) etwas reifer geworden zu sein scheint.

Karim Benzema: „Sein Charakter ist so“

Apropos Alonso: Der Spanier hatte Vinícius Ende Oktober im Clásico gegen den FC Barcelona mit einer Auswechslung in der 72. Minute bekanntermaßen ja derart verärgert, dass dieser schnurstracks vom Feld in die Kabine flüchtete. Ein großer Nebenkriegsschauplatz, der den Madridismo folglich tagelang beschäftigte. Vinícius entschuldigte sich intern und öffentlich.

Wie nimmt sein einst kongenialer Offensiv-Partner Karim Benzema derartige Vorkommnisse wahr? „Sein Charakter ist so. Er wird wütend, wenn er vom Platz geht. Normal. Okay, das sollte er nicht sein. Die Leute müssen wissen, dass er so ist. Er spielt gut und man nimmt ihn heraus, dann hat er Gesten gemacht, weil er nicht vom Platz wollte. Das ist normal“, sagte der Franzose in einem Interview mit der Sportzeitung AS.

Vinícius sei „ein sehr guter Junge, der ein sehr großes Herz hat und lernen will. Er ist ein Phänomen, die Leute machen ihm viel Druck. Er ist immer noch sehr jung, hat aber schon viele Spiele für Real Madrid gemacht. Man darf nicht vergessen, was er geleistet hat und man kann nicht sagen, dass er jetzt schlecht spielt. Das ist nicht fair. Er ist sehr gut, kann aber noch mehr“.

„Ballon d‘Or, wenn er in den Kopf bekommt, dass …“

Und das wird er abrufen müssen, sofern er nach der Niederlage im Herbst 2024 noch einmal ernsthaft ein Wort um den Ballon d‘Or mitreden will. Benzema, der bisher letzte Real-Triumphator (2022), traut ihm das jedenfalls zu.

„Meiner Meinung nach kann er eines Tages den Ballon d‘Or gewinnen. Es ist schwierig, aber er kann es schaffen. Er wird es dann schaffen, wenn er in den Kopf bekommt, dass er nur auf dem Platz steht, um zu spielen und alles andere ausblendet. Er kann ihn gewinnen, die Qualität hat er – und er ist am besten Ort dafür: bei Real Madrid. Es gibt keinen besseren Ort“, so der zweitbeste Torjäger der Vereinsgeschichte.

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von
Filip Knopp

Begleitet den Mythos Real Madrid als Fan seit der Ära der „Galácticos“ und journalistisch bei REAL TOTAL seit Mitte 2011. Erfahrungen auch bei SPORT1 und SPOX, zudem Autor von »111 GRÜNDE, REAL MADRID ZU LIEBEN«.

Kommentare
Kann man gar nicht!
Ihr nervt alle mittlerweile, dass Ihr diese nervige, andauernd meckernde Diva in Schutz nimmt!
Schaut euch im Spiel gegen Barca die zweite Halbzeit an und nur auf Vinicius!
Dann versteht ihr, dass dieser Typ kein Recht hat sich zu beschweren!
Mich fuckt langsam diese Thematik sowas von ab!
Vinicius soll sich und allen anderen einen Gefallen tun und sich verpissen!
 
Kann man gar nicht!
Ihr nervt alle mittlerweile, dass Ihr diese nervige, andauernd meckernde Diva in Schutz nimmt!
Schaut euch im Spiel gegen Barca die zweite Halbzeit an und nur auf Vinicius!
Dann versteht ihr, dass dieser Typ kein Recht hat sich zu beschweren!
Mich fuckt langsam diese Thematik sowas von ab!
Vinicius soll sich und allen anderen einen Gefallen tun und sich verpissen!
Vini-Fanboy XY tippt sich wahrscheinlich gerade im Rage-Mode die Finger wund.
 
Wir werden immer mehr vom Größenwahn angetrieben denke ich die letzten 15 Jahre wieder spiegeln nicht das Real Madrid was wir zurzeit sehen denke ich der Wille der Ehrgeiz der Hass gegenüber Barcelona war so gross das die jungs sich zusammen gerissen haben und eine unnormale Einheit wurden....was wir zurzeit da sehen ist nur traurig man gewinnt paar Spiele und redet davon das man jetzt besser ist als Barcelona und wir die besten Spieler haben kp wer denen so viel Zucker in den Hintern bläst der sollte lieber damit aufhören... Wir haben einen Linksaussen der denkt das die halbe Welt ihm sein Ballon Dor geklaut hat und sich nicht mehr in den Griff bekommt eine Nr. 5 die in der ersten Saison viele Tore geschossen hat und seitdem denkt er müsse jedes Spiel ein Tor erzielen und vergessen hat als Mittelfeld Spieler mit nach hinten zu helfen... Kp wo das hinführen soll Ego hin oder her niemand ist größer als der Klub #HalaMadrid
 
Man darf ja über Vini streiten aber ihn als jemanden hinzustellen der nicht wenigstens ein wenig Respekt verdient hat find ich nicht ok. Niemand der nicht in seiner Haut steckt sollte den Mund zu voll nehmen.

Die Sache mit dem Ballon d or war ein Witz, war aber nicht das erste und nicht das letzte mal wo irgendwelche Journis offensichtlich politisch und nicht nach einem echten Massstab abgestimmt haben. Die Leute fressen es ja trotzdem also was solls. Vini ist verdammt sensibel, das Getue ist doch nur sein coping Mechanismus und ich denke es gibt schlimmere Verbrechen als sich über eine gerechtfertigte Auswechslung aufzuregen. Das zu klären ist Sache des Vereines und das wurde ja erledigt, versteh nicht wieso man das noch lange diskutieren muss.

Und hört mal auf den Madridismo für euch zu pachten, zum Verein gehören wie bei allen Grossen Sachen auch Dinge die Aufstossen, schon immer. Die Franco (Mastantuono) Gesänge zum Beispiel find ich zum Kotzen, der Juanito-Aussetzer gegen die Bayern war beschämend wurde aber vieler Orts gefeiert, der dubiose Kauf von di Stefano, der valdedebas immobielien deal, die jahrelange Duldung des fascho Gehabes der ultras sur.

Vini ist Teil dieses Vereins, mit seinen Stärken, seinen Fehlern und seiner Persönlichkeit. Und wer sich Madrid auf die Fahne schreibt, sollte akzeptieren, dass Grösse auch bedeutet, die unbequemen Kapitel nicht zu verdrängen sondern ehrlich aufzuarbeiten und nicht immer auf diesem Moralisch hohem Ross zu sitzen.
 
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