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Kepa Arrizabalaga und der Bleibe-Wunsch: So wird das nichts

Kepa Arrizabalaga würde Real Madrid gerne über die laufende Saison hinaus erhalten bleiben – auch als Nummer zwei. Es sieht allerdings kaum so aus, als würde ihm dieser Wunsch auch erfüllt werden. Sportlich hat Andriy Lunin mehr und mehr die Nase vorn, obendrein könnte ein möglicherweise wichtiges Detail im Vertrag des Ukrainers endgültig den baldigen Abschied des Basken bedeuten.

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Kepa Arrizabalaga Real Madrid
Arrizabalaga ist von Chelsea an Real Madrid ausgeliehen – Foto: Octavio Passos/Getty Images

Real Madrid handelte keine Kaufoption aus

MADRID. Wenn das Leben ein Wunschkonzert wäre, würde Kepa Arrizabalaga für sich sportlich zwei Hebel betätigen: Wieder die Nummer eins von Real Madrid in Abwesenheit von Thibaut Courtois sein und einen längerfristigen Vertrag bei den Königlichen erhalten.

Nachdem sich Courtois Mitte August im Training das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen hatte, nutzte der Verein die Möglichkeit des damals noch rund zwei Wochen offenen Transfermarkts und verpflichtete Arrizabalaga vom FC Chelsea auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2024 – aber ohne anschließende Kaufmöglichkeit. Auf das Aushandeln dieser Option bestand Real offensichtlich nicht. Der 29-Jährige sollte primär als reine Übergangslösung her, auch wenn man eine Weiterbeschäftigung im Klub wohl kaum kategorisch ausgeschlossen haben wird. Warum sollte man sich diese Tür denn partout zumachen?  

Kepa Arrizabalaga verliert Stammplatz nach Verletzung

Abgesehen davon gab der Spanier umgehend nach seiner Unterschrift und noch vor seinem ersten Real-Einsatz zu verstehen, nicht nur seine nahe Zukunft liebend gerne in Madrid verbringen zu wollen. Eine Rückkehr nach London: offenbar nur eine Alternative. Die „Blues“ hätte er so oder so verlassen, beim FC Bayern München stand er vor der Real-Anfrage bereits im Wort. „Hoffentlich“, meinte der Keeper im Rahmen seiner Präsentation über ein vielleicht längeres Dasein als Königlicher. Und zwei Monate später: „Ich denke das immer noch: Natürlich.“ Man würde aber „nicht verhandeln oder darüber reden“.

Dass nach jener Aussage im Oktober zumindest ein Austausch dazu stattfand, darf wohl bezweifelt werden. In gewisser Weise ging es nämlich nur kurz nach diesen bekräftigenden Worten für Arrizabalaga bei den Merengues bergab. Als bis dahin erste Wahl zwischen den Pfosten, die er mehr oder minder unumstritten gewesen war, wurde er am 8. November während des Aufwärmens zur LaLiga-Partie gegen den FC Valencia nämlich durch eine Adduktorenverletzung im rechten Oberschenkel ausgebremst. Drei Wochen Pause.

Andriy Lunin hat bei Real Madrid die Nase vorn

Andriy Lunin musste fortan zwangsläufig ran und erledigte seinen Job derart ordentlich, dass es für den Basken seit seiner Rückkehr kein klares Vorbeikommen mehr gibt. Solange Courtois fehlt, teilt Trainer Carlo Ancelotti die Einsätze auf, wobei Lunin allmählich die Nase vorn zu haben scheint. „Carletto“ war lange darauf aus, dass sich die Rotation im Tor die Waage hält. Angesichts des Wechselspiels hatten nicht wenige einen Arrizabalaga-Einsatz im Liga-Derby gegen Atlético erwartet – vor allem auch mit dem Hintergedanken, dass der Ukrainer womöglich das anstehende Doppel mit dem Spitzenspiel in der Primera División gegen Verfolger FC Girona und dem Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel bei RB Leipzig bestreitet. Stattdessen kam Lunin zum bereits dritten Mal nacheinander zum Zug.

Die Nummer 13 macht einen sichereren Eindruck, leistete sich weniger Schnitzer als die Nummer 25. Bleibt die Situation in den kommenden beiden Partien unverändert, dürfte das Arrizabalaga für wohl endgültig die Rolle der Nummer zwei bedeuten – auch wenn Ancelotti es wohl auch dann öffentlich weiterhin anders moderieren wird. Oder doch nicht? „Ich werde Spiel für Spiel den Torwart wählen, bei dem ich in dem Moment mehr Vertrauen habe“, wollte er bis hierhin weder den einen noch den anderen enttäuschen. Zuvor, Ende Dezember nämlich, hatte er noch angekündigt: „In der zweiten Hälfte der Saison werde ich einen der beiden wählen.“ Davon rückte der Italiener dann aber ab – nur vorerst?

Vier Wettbewerbe, aber kein klares Rotationsmuster

Ein klares Rotationsmuster zeichnet sich seit dem Arrizabalaga-Comeback übrigens noch nicht ab. Die Leihgabe absolvierte seitdem zwei Spiele in der Liga sowie je eine Begegnung in der Champions League, in der Copa del Rey und bei der Supercopa de España. Lunin hatte in der Zeit sieben Auftritte in der Primera División sowie ebenfalls je eine Partie in der Königsklasse, im Pokal und bei der Supercopa.

Auch dieser Tage erweckt es also nicht den Anschein, als würden im Hintergrund Gespräche zwischen der Real-Führung und dem Iberer sowie dessen Management laufen. Arrizabalaga sagte bei seiner Vorstellung zum erhofften Verbleib auch: „Mit meiner Leistung sorge ich hoffentlich dafür, dass das passiert.“ Wenn es nicht mal mehr für den Status als Nummer eins reicht, dürfte es auch mit einem neuen Vertrag kaum etwas werden. Ein hierfür womöglich entscheidendes Detail: Anfang Dezember berichteten Medien übereinstimmend, dass Lunins Kontrakt gar nicht 2024 ausläuft, sondern 2025. So wäre Reals Torwart-Position mit ihm und dem bald zurückkehrenden Courtois erst recht ausreichend besetzt. Warum dann Chelsea noch eine Ablösesumme zahlen? Das Leben ist kein Wunschkonzert, Kepa…

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von
Filip Knopp

Begleitet den Mythos Real Madrid als Fan seit der Ära der „Galácticos“ und journalistisch bei REAL TOTAL seit Mitte 2011. Erfahrungen auch bei SPORT1 und SPOX, zudem Autor von »111 GRÜNDE, REAL MADRID ZU LIEBEN«.

Kommentare
Zwei individuelle Fehler von unseren IV bringen den Gegner nach 9 Minuten in Führung. Dann rennst du gegen die stärkste Mannschaft Europas an und dein Kopf macht eben nicht mehr die Dinge die du mit Xabi gelernt hast. Dein Kopf geht auf „Carlo Autopilot“ und du spielst den gewohnten Ball nach vorne. Die Hitze und die Reisestrapazen verwirrren dich dann total und du wirst vorgeführt. Die Brust vom Gegner wächst und wächst. Endergebnis 0:4! Xabi hilf uns den Carlo aus dem Kopf zu bekommen! Bitte!
 
War bei den Spielen davor nicht so. Schwamm drüber, Erfahrung ist wichtig. Wir sehen jetzt, dass Rüdiger und Asencio sich auf jeden Fall bessern müssen und es war das letzte Spiel unseres Maestro.

Die Spieler müssen sich jetzt ausruhen, Bellingham operiert, aber ich denke, das passiert erst, wenn wir einen guten Ersatz dafür haben. Vor allem Vini, Valverde oder Fran
 
Ja man kann es auch übertreiben . Zu denke das wir die CWC gewinnen ist völlig übertrieben. Aber so ist die Presse halt . Jetzt Urlaub machen und dann vorbereiten. Schön das eder und carva wieder mitwirken können
 
Die Presse hat wohl Sommerloch, völlig überzogener Schwachsinn. Gestern halt einen schlechten Tag gehabt nach den Reisekapriolen, die man sich hätte sparen können. Die zwei Böcke haben das Spiel in 10 Minuten halt beendet. So Tage hat man nach so einer langen Saison mit einem Umbruch.
 
Zwei Fehler haben das Spiel und die Motivation der Spieler zerstört! Das ist nicht die Schuld von Alonso. Gut dass Huijsen und Militao zurück sind, Asencio kann zurück in die Castilla jetzt :D
 
Ich persönlich habe ja nicht an einem Sieg geglaubt aber das wir so untergehen auch nicht....Als Madridista muss man seit über 1 Jahr deftige Niederlagen ertragen....
 
So „draufhauerisch“ finde ich die Presseartikel gar nicht, eher das Desaster realistisch beschreibend. Die „Sport“ ist bissel polemisch mit ihrer Homöopatie-Nobelpreis-Analogie - so what, da hat sich ein Journalist richtig reingehängt ;-)
Zwei individuelle Fehler am Anfang, die augenscheinlich alle demoralisierten, kein Aufbäumen, kein kollektiver Plan, ein PSG, das mit uns machte, was es wollte und an dem aktuell keiner vorbeikommt - wir haben’s doch alle gesehen und so beschreiben‘s die spanischen Zeitungen.
Unsere Jungs sollen jetzt endlich ihren dringend benötigten Urlaub antreten und dann mit Ruhe und Verstand Xabis Fußball verinnerlichen und loslegen. Ich vertraue darauf.
In diesem Sinne: ¡Nos vemos hasta la nueva temporada!
 
wenn du solche fehler machst brauchst dich nicht wundern wenn du so verlierst.
das spiel war ja schon nach 10 minuten quasi gelaufen und bei den krassen individuellen aussetzern muss man halt sagen alonso ist da doch das ärmste schwein. asencio braucht vielleicht mal ne pause, kann in seinen kopf nicht reingucken, aber da stimmt doch irgendwas nicht momentan so wie er spielt.
 
Real ist die Mannschaft, die Paris vor 2 Jahren war. Zu viele Stars, die zu viel gewonnen haben. Der Kader ist nicht gut abgestimmt, gerade in der Offensive.

Die Zeiten sind vorbei, wo Titel durch Individuelle Klasse gewonnen werden. Die besten 10 Mannschaften haben alle einen ähnlichen Kader, Titel gewinnen die, die als Einheit funktionieren, die gemeinsam Pressen und die vorne nicht egoistisch sind.

Was gestern schon erstaunenswert war, ist die extreme offensive Aufstellung.
Normal würde man auf Ballkontrolle und Pressing gehen. Eher ein Ceballos statt Vini.
Da fragt man sich, ob Perez immer noch auf Vini besteht oder ob Alonso sich da einfach komplett vercoacht hat.

Was ein Riesenproblem ist. Vini und Mbappe gönnen einander nichts, beide Pressen nicht und sind auch am Papier kein Match.

Garcia links ist als schienenspieler gegen kleine Mannschaften stark, für starke Gegner reicht es aber nicht. Alaba und Rüdiger sind finished, Rüdiger sollte maximal Ersatz in der IV heuer sein. Dean, Tchou und Militao sollten die IV bilden. Asencio hat sicher überperformed letzte Saison und macht jetzt einen auf Karius – Stamm seh ich ihn nicht.

Bin gespannt, ob Alonso Vini und Mbappe irgendwie hinbekommt wie es ein Enrique mit Dembele geschafft hat. Dass die 2 als LA da vorne nicht optimal sind, wird auch er nicht schaffen.
 

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